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»Wenner Ronde 2.0«

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Von: Volker Heller

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Generationenübergreifend: Die »Wenner Ronde« hat sich verjüngt. Demnächst stehen sowohl das 30-jährige Bestehen der freiwilligen Kümmerer als auch das 30. Backhausfest an. © Heller

Das 30. Wenner Backhausfest steigt am 14. Mai von 11 bis 22 Uhr. Zeitgleich feiert die »Wenner Ronde« ihr 30-jähriges Bestehen.

Allendorf (voh). Das 30. Wenner Backhausfest steigt am 14. Mai von 11 bis 22 Uhr. Zeitgleich feiert die »Wenner Ronde« ihr 30-jähriges Bestehen. Beim Gespräch auf dem Anwesen von Sebastian Schwarz in der Marburger Straße 21 wird Bilanz gezogen.

»Die ersten drei Jahre hat der evangelische Kirchenchor das Backhausfest veranstaltet«, weiß Karl Henkel, bisher so etwas wie das Sprachrohr dieser Ehrenamtsinitiative. Ob daraus vielleicht mal ein richtiger Verein entstehen wird, kann momentan noch niemand sagen. Jedenfalls hat sich im 360-Seelen-Dorf gerade ein lautloser Generationenwechsel vollzogen. Die Mitglieder der »Wenner Ronde« - bis dahin praktisch ein Seniorenclub - haben jetzt die Verantwortung in deutlich jüngere Hände gegeben.

Anlässlich der Hauptversammlung (obwohl kein Verein) vorigen November gab man sich eine an das Vereinswesen angelehnte Spitze. Alexander Mank fungiert nun sozusagen als Vorsitzender, Sebastian Schwarz führt die Kasse und Carina Mank kümmert sich um das Schriftliche.

Motivation

»Wir machen was für’s Dorf« - das sei die Motivation für den Gründungsgedanken vor 30 Jahren gewesen, blickt Kurt Mank, Vater von Alexander Mank, zurück. Daran wird bis heute gearbeitet. Vorsitzender Mank: »Wir wollen das Backen an sich weiterführen. Das ist die Hauptsache und nicht ohne. Es gehört Erfahrung dazu«. Damit ist eines klargestellt: Das Backhausfest ist das gesellschaftliche Jahresereignis in Winnen schlechthin. Einmal gab es auch ein Brunnenfest. Das böte sich zur Wiederholung an, da Brunnen und Backhaus an der Marburger Straße gleich nebeneinander liegen. Allerdings ist das dem Brunnen nachgelagerte Grundstück vermüllt und daher ohnehin ein Ärgernis im Dorf.

Zehn bis 20 Personen im besten Lebensalter stehen als potenzielle Macher bereit, um die Traditionen der Altgedienten um Karl Henkel am Leben zu erhalten. Neue Ideen werden sicherlich hinzukommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand in Winnen gebürtig ist oder ein Zugezogener wie Sebastian Schwarz.

Die heutigen Senioren haben ganz schön was geleistet in den drei Jahrzehnten: 20 Jahre lang haben sie mit Unterstützung der Landschaftspflegevereinigung Gießen öffentliche Hecken regelmäßig beschnitten.

Zwei schmiedeeiserne Eingangstore wurden der Kirchengemeinde gespendet, der Anbau an den evangelischen Gemeindesaal mit einer Finanzspritze bedacht. »Wir haben die Lautsprecheranlage in der Kirche bezahlt und für die Orgelreinigung was spendiert«, erinnert Herbert Arnold. Das Backhaus, dessen 100-jähriges Bestehen man 2018 feierte, hat die »Wenner Ronde« in Eigenleistung saniert, die Stadt stellte das Material zur Verfügung.

Bei der Ausstattung des evangelischen Gemeindehauses, etwa Küchengeräte oder Notenständer, zeigten sich die Herren ebenso spendabel. Mindestens fünf Wochen lang haben sie den Brunnen mit Platz drumherum saniert, dann 2012 das besagte Fest veranstaltet.

Den Parkplatz vor dem Friedhof einschließlich des Friedhofswegs haben die Ehrenamtlichen gepflastert, erst kürzlich den historischen Hochbehälter an der Marburger Straße freigeschnitten. Den Friedhof hat die »Wenner Ronde« 17 Jahre lang gemäht. Erst im Frühjahr 2022 hat der städtische Bauhof diese Arbeit wieder übernommen.

Auch Ausflüge machte man hin und wieder, etwa nach Rüdesheim und Bernkastel-Kues oder mit dem Kirchenchor zusammen in den Schwarzwald. Alle Erlöse aus den Backhausfesten sowie Spenden flossen in Richtung Kindertagesstätte Nordeck und Sozialstation Allendorf.

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