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Zarte Klänge zum neuen Jahr

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Cordula Poos verzauberte auf der Konzertharfe das Publikum des Neujahrskonzert-Gottesdienstes. Foto: Heller © Heller

Stehenden Applaus erhielt die Harfenistin Cordula Poos nach ihrem Konzert in der Allendorfer Kirche. Sie interpretierte eigene Lieder oder Instrumentalstücke und Werke anderer Künstler.

Allendorf (voh). Das Jahr 2023 hat für diejenigen gut angefangen, die den Neujahrskonzert-Gottesdienst nachmittags in der evangelischen Kirche von Allendorf/Lda. besucht haben. Cordula Poos spielte hier auf der Konzertharfe. Nach dem barbarisch lauten Böllern in der Silvesternacht waren die zarten Harfenklänge der Solistin wohltuend für die Gehörgänge. Poos interpretierte eigene Lieder oder Instrumentalstücke und Werke anderer Künstler. Pfarrerin Claudia Kuhn steuerte Lesungen und Gebete bei.

Vorne rechts stand noch der festlich geschmückte Weihnachtsbaum mit Lichterkette, roten Kugeln und Strohsternen. Durch die Blume teilte Poos ihrem zahlreichen Publikum mit, was denn ihr Wunsch für das neue Jahr wäre: Endlich einen Hit zu schreiben. Es gebe wohl gewisse Regeln dafür, wie etwa den Refrain etwas lauter zu gestalten und das Stück insgesamt nicht zu wild, aber trotzdem warte sie noch auf den großen Wurf. Jedenfalls bleibt festzustellen, dass Harfenklänge an sich etwas Mystisches transportieren.

Dieses Instrument braucht weder populäre Titel noch vermeintliche Hits, um die Menschen in ihren Bann zu ziehen. Mannigfach sind die Anlässe, die Poos zu einer Komposition inspirieren. Vorigen Herbst zog ihr Jüngster in die weite Welt, zum Freiwilligen Sozialen Jahr nach Berlin. »Junes kommt und geht« heißt das musikalische Ergebnis. So ein Abschied sei recht emotional. Zum Glück könnten Musiker ihre überschwappenden Gefühle dann in Töne umsetzen. Ein anderes Mal sei sie in der Wieseckaue spazieren gegangen. Ein heftiger Regenguss habe sie geraume Zeit unter der Autobahnbrücke sitzen lassen. Muße für eine erste Melodie des Lieds »Tausend Fragen« auf dem Smartphone. Kreative Felder böten auch jene Nächte, in denen man aufwache und keinen Schlaf mehr finde. Dazu gehört das Stück »Nacht«.

Poos spielte auch fremde Kompositionen wie »Tomorrow’s Song« von Ólafur Arnalds und »Scarborough Fair«, das durch Simon & Garfunkel bekannt wurde.

Pfarrerin Kuhn betonte den »Zauber des Anfangs« eines neuen Jahres. 365 unbeschriebene Blätter lägen vor jedem. Mit Freude und Bangen erwarte man jeden neuen Tag. In der Kirche hingen an zwei Leinen entlang des Durchgangs zum Altar Wolkenbilder mit Wunschträumen, geschrieben und gemalt von Kindern und Erwachsenen. Poos erhielt am Ende ihres Konzerts stehenden Applaus.

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