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20 000 Euro Mehrkosten entstanden

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Auch im Kircheninneren steht nun ein Gerüst. Foto: Mattern © Mattern

Der Hausschwamm hat sich breit gemacht in der evangelischen Kirche Fellingshausen. Und zwar im anfälligsten Bereich der Dachkonstruktion, wo diese an die Mauer des Kirchturms grenzt.

Biebertal (mav). Nein, es wird nicht die neue Kanzel, wie schon so mancher scherzte. Noch immer laufen die Arbeiten zur Sanierung des teilweise maroden Kirchendachs der evangelischen Kirche Fellingshausen. Wie nicht selten bei solchen Großprojekten liegt der Teufel im Detail und weitere Schäden, die zu Beginn bei der ersten Inspektion noch nicht bekannt waren, zeigen sich.

Zerstörerischer Pilz

Das ist der Grund für das Gerüst, welches nun auch im Inneren des Gotteshauses steht. Der Hausschwamm hat sich breit gemacht und zwar im anfälligsten Bereich der Dachkonstruktion, wo diese an die Mauer des Kirchturms grenzt. Der Fachmann spricht von Würfelbruch, was das Schadbild am Holz beschreibt, welches durch den zerstörerischen Pilz befallen wurde. Die Firma Inres aus Fulda, Altbau- und Denkmalservice, hat als Sachverständigenbüro für Holz- und Schimmelpilzschäden das Gutachten erstellt und die schadhaften Stellen gekennzeichnet.

Dabei stellte man fest, dass auch das Mauerwerk befallen wurde. Nach den Probebohrungen, die die Kontaminierung lokalisierten, wurden die schadhaften Balken ausgetauscht und zwar gemäß den technischen Vorgaben dergestalt, dass auch noch beidseitig je 1,50 Meter des gesunden Holzes weggeschnitten wurde, um so wieder die Stabilität und Tragfähigkeit zu erhalten.

Ausbreitung verhindert

Die Sanierung des vom Hausschwamm befallenen Mauerwerks erfolgt durch die Injektion einer speziellen Sperrflüssigkeit. Sie vernichtet zwar nicht den Schwamm, verhindert aber seine weitere Ausbreitung. Zum Schutz vor Staub und Dreck wurde die Orgel mit Planen eingepackt. Durch die Behebung dieses unvorhersehbaren Schadens entstanden Mehrkosten von rund 20 000 Euro, so Peter Wagner vom Kirchenvorstand.

Die übrigen Arbeiten gehen gut voran. Die südöstliche Dachfläche wird derzeit mit Schiefer eingedeckt. An der nordwestlich gelegenen Seite sind nur kleinere Ausbesserungen vorzunehmen. Das Zeitfenster sieht den August für den Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen vor. »Wir sind dankbar und freuen uns über jede Spende, die uns hilft, den Eigenanteil in Höhe von rund 95 000 Euro zu finanzieren«, sagt Pfarrer Daniel Schweizer. Bei der Volksbank Heuchelheim ist unter IBAN DE66 5136 1021 0204 7720 83 ein Spendenkonto eingerichtet. »Ich lass meine Kirche nicht im Regen stehen«, lautet das Motto für den Spendenaufruf.

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