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30 zusätzliche Betreuungsplätze benötigt

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Von: Frank-Oliver Docter

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Der zweite Bauwagen für die Kita ist schon da. Foto: Docter © Docter

Der Sozialausschuss in Biebertal befasste sich bei seiner Sitzung mit Kita-Problemen, Familienbad-Sanierung, Jugend-Interessen und Bürger-Verdiensten.

Biebertal (fod). Schon jetzt ist absehbar, dass die Gemeinde Biebertal bis Ende 2023 ungefähr 30 zusätzliche Kita-Plätze für zumeist unter dreijährige Kinder (U3) brauchen wird. Darin seien bereits die bislang in diesem Jahr geborenen Kinder eingerechnet wie auch der Nachwuchs von Geflüchteten, die nun in Biebertal leben, teilte Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos) im Sozialausschuss am Dienstagabend mit. Um eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen sicherzustellen und auch für erwartbare Probleme in der Bauwirtschaft, was Erweiterungen und Neubauten angeht, gerüstet zu sein, votierten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, den bereits dritten Bauwagen anzuschaffen. Wie ein solcher aussieht, konnten sie vor Sitzungsbeginn in Augenschein nehmen, denn der zweite Wagen dieser Art war bereits auf einem Transporter angekommen und in einer Nebenstraße des Bürgerhauses in Rodheim zwischengeparkt.

Die erforderlichen Mittel für das geräumige Gefährt, das weitaus mehr als ein gewöhnlicher Bauwagen ist, belaufen sich auf rund 320 000 Euro. Wobei eine 50-prozentige Förderung über ein Landesinvestitionsprogramm beantragt wird. Auf Nachfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Gregor Verhoff, der mit Verweis auf andere angedachte Kita-Projekte - wie etwa Erweiterungen in Vetzberg oder Königsberg - Zweifel an der Maßnahme äußerte, ließ Ortmann wissen, dass der Bauwagen die derzeit »wirtschaftlichste Lösung« darstellt.

Ebenfalls alles andere als billig wird die Sanierung des Familienbads Biebertal, die auch die Modernisierung von Umkleiden und Lüftungsanlagen beinhaltet. Laut der Bürgermeisterin beläuft sich die aktuelle Gesamtkosten-Schätzung auf etwas über zwei Millionen Euro, wie das beauftragte Ingenieurbüro berechnet habe. Daher möchte man nun einen zweiten Fördertopf anzapfen: das Bundesprogramm »Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur«. Beim anderen Topf, für den der Antrag gestellt wurde, jedoch noch keine Zusage erfolgte, handelt es sich um das hessische Schwimmbadinvestitionsprogramm (SWIM).

Bereits seit 2019 nimmt Biebertal am Programm »Jugendgerechte Städte« teil und möchte langfristig ein eigenes Jugendparlament installieren. Was hierbei jedoch bislang fehlte, sind Personen, welche die Interessen von jungen Menschen in den politischen Gremien vertreten und zwischen beiden Seiten Kontakt halten. Davon soll es künftig gleich zwei geben: Emanuel Schönfeld (34 Jahre, FDP) und Tim Wirth (24, CDU). Der Sozialpädagoge und der Volkswirtschaftler wurden einstimmig als neue Jugendreferenten der Großgemeinde benannt und betonten, in ihrer Funktion »den Jugendlichen eine Stimme geben« zu wollen.

Bürger, die sich etwa in Ehrenamt oder Politik um Biebertal besondere Verdienste erworben haben, sollen künftig entsprechend von ihrer Gemeinde ausgezeichnet werden, bis hin zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Ausgehend von Anträgen der SPD-Fraktion, einigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, eine mehrköpfige Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, der Vertreter aus Politik und Verwaltung angehören sollen, um eine Satzung auszuarbeiten und im kommenden Jahr erste Ehrungen vornehmen zu können.

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Jugendbeauftragte: Emanuel Schönfeld (l.) und Tim Wirth. Foto: Docter © Docter

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