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Akrobatik, Humor, Wein und Musik

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Da stockte der Atem und das Auge war fasziniert: »Aerial Hoop« und »Pole Dance« in Vollendung. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Andy Ost mit seinem neuen Herbstprogramm »Ost in Translation« begeisterte im großen Saal des Rodheimer Bürgerhauses die Zuhörer.

Biebertal (whk). Das war eine gelungene Kombination aus »Blau-Gold-Akrobatik« im Vorprogramm, Humor, inhaltlichem Tiefgang, Wein und Musik: Die 4. Rodheimer Spätlese mit Andy Ost und seinem neuen Herbstprogramm »Ost in Translation« begeisterte im großen Saal des Rodheimer Bürgerhauses die Zuhörer und war ein voller Erfolg. Die SKG-Verantwortlichen hatten einmal mehr eine glückliche Hand, Andy Ost nach Rodheim zu holen.

Höchstes Niveau

Das Vorprogramm gestaltete die Tanzsportgemeinschaft Blau-Gold Gießen. Die Tänzerinnen präsentierten auf höchstem Niveau »Aerial Hoop« und »Pole Dance« in Vollendung. Dafür gab es Riesen-Applaus der Zuschauer. Gezeigt wurden akrobatische Elemente, tänzerisch in der Luft kombiniert. Blau-Gold Gießen ist stolz auf etliche Deutsche Meistertitel und sogar Weltmeistertitel, die sich die Athletinnen und Athleten der Tanzsportgemeinschaft mit viel Disziplin und Leidenschaft erkämpften.

Mit seinem neuen Programm »Ost-in-Translation« präsentierte der Entertainer und Musiker Andy Ost den Nachfolger seines dritten Soloprogramms. Es ist ein großer Erfolg und beim Publikum sehr beliebt.

Für die SKG Rodheim hatte Steffen Failing die gut 180 Besucher herzlich willkommen geheißen. Er dankte dem großen Helferteam und dem Schneider-Atelier Alisa Mattern für den Vorverkauf der Karten.

Von Anfang an ging es dann kräftig-humorvoll zur Sache. »Ich bin froh nach der Pandemie-Pause wieder Menschen Lachen zu sehen und freute sich, wie viele heute Abend hierhergekommen sind in besonderen Zeiten«, so Ost zu Beginn.

So bot »Ost-in-Translation« mehr als leichte Unterhaltung oder ein bloßes Gag-Feuerwerk. Es ist ein retrospektiver Schlagabtausch mit dem eigenen Sein, als lebendiges Paradoxon zwischen »entweder oder« und »sowohl als auch«. Und der erstaunlichen Erkenntnis, wie viele Pointen dort versteckt sind.

Ost spannte einen breiten humoristischen Bogen mit inhaltlich starkem Tiefgang von der derzeitigen Energiekrise, über seine Erlebnisse im Kreißsaal bis hin zu veganen, gemüsebasierenden Lebensmitteln. »Es ist eine spannende Zeit, wenn Du 10 Minuten vor McDonalds mit laufendem Motor warten musst, kannst Du gleich bei Käfer bestellen«, konstatierte er in Anspielung auf die hohen Spritpreise.- Auch seinen 40 Geburtstag, Corona-bedingt nicht feierbar, beleuchtete er: »Ich bin froh nicht habe feiern zu müssen. Im Gegensatz zum 18. Geburtstag sind die Anforderungen der Gäste hoch und vielfältig.

Sprachliche Gewandtheit, Wortspiele, gewürzt mit einer guten Portion Humor, reizten die Lachmuskeln der Zuhörer. So war es kein Wunder, dass zwischendurch immer wieder kräftiger Applaus aufbrandete, um dem Künstler für seine Beiträge zu huldigen. Gerade auch als er zur Gitarre griff, oder die Tasten des Keyboards betätigte und Songs wie »Ich hab die ganze Wohnung geputzt« oder »Es ist Dein Moment« spielte.

Abend mit Tiefgang

Auch als Pianist Julian in die Tasten griff und Ost zur Gitarre sang, kam das Publikum in Wallung und klatschte kräftig den Takt mit. Kaum auf den Sitzen hielt es die Zuhörer als Andy Ost von Erika berichtete, die Blähungen nach dem Sauerkrautessen als »Botschaft« kredenzte. Sein Arzt habe ihm gesagt für 50 Euro als Privatpatient, gäbe es nur eine Genesungskarte, sonst nichts.

Nach der Pause startete Ost mit dem Themenkreis »Die spannendste Zeit in meinem Leben - Hochzeit, Schwangerschaft, Geburt…" Dabei saß Ost im in Regenbogenfarben getauchten Bühnen-Hintergrund-Vorhang. - Eine tiefsinnige »Buchrezension« schloss sich an und es erklang das zur Geburt seiner Tochter eigens kreierte Lied »Mehr als alles auf der Welt«. Neu-Textungen zu Melodien von Eros Ramazzotti, Peter Maffay und das umgeschriebene »Halleluja« von Leonard Cohen »Ich pflanz ne Thuja« erreichten vollends die Herzen der Zuhörer. Am Ende kamen Ost und sein Pianist Julian nicht um eine Zugabe herum.

Faszinierend dabei auch das »Schlusspanorama« auf der Bühne mit Steffen Failing, umrahmt von den Akrobatik-Tänzerinnen von Blau-Gold Gießen, Andy Ost und Julian.

Ein Abend voller Humor und inhaltlichem Tiefgang, der nicht nur nachklingen wird, sondern auch zum Nachdenken anregte. Bei einem guten Tropfen Wein, leckeren Snacks, bester Stimmung und dezenter Saal-Beleuchtung ging es im Anschluss zur geselligen großen Runde über.

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Andy Ost gastierte kraftvoll humoristisch im großen Saal des Rodheimer Bürgerhauses und bot inhaltlichen Tiefgang zum Nachdenken. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

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