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Blick auf ein »Lebenswerk«

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Die geehrte Mechthilde Koch (4.v.l.) mit Landrätin Anita Schneider (2.v.l.), Bürgermeisterin Patricia Ortmann (Mitte), ihrem Ehemann Robert (3.v.l.) und der Familie sowie den Wegbegleiterinnen. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. wurde jetzt der Biebertalerin Mechthilde Koch verliehen.

Biebertal (whk). Mechthilde Koch erhielt aus den Händen von Landrätin Anita Schneider die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

»Sie haben mit Ihrem Leben gezeigt, dass es keine bestimmte Zeit für das Ehrenamt gibt, das man nicht zu jung dafür sein kann, aber auch nicht zu alt. Wenn wir heute auf Ihre ehrenamtlichen Leistungen blicken, dann blicken wir auf ein ›Lebenswerk‹. Wir blicken auf ein Leben im Dienst der Demokratie, für Gerechtigkeit und Solidarität und ein Wirken, dass nie die Schwächeren unserer Gesellschaft aus dem Blick ließ. Es ging und geht Ihnen immer um bessere Lebensbedingungen für jene Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs sind, um die soziale Teilhabe aller Menschen und um gleichwertige Chancen. Das zeigt auch Ihr Engagement für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern«, konstatierte Schneider im Sitzungssaal der Biebertaler Gemeindeverwaltung.

Wegbegleiterinnen

»Ich hoffe, dieses Ereignis wird für Sie, liebe Frau Koch, etwas Besonderes, ja im wahrsten Sinne des Wortes etwas ›Ausgezeichnetes‹«, fügte sie an.

Gekommen zur Feierstunde waren auch die Wegbegleiterinnen von Mechthilde Koch, MdL Katy Walther, Renate Schumacher (beide Obertshausen), MdL Katrin Schleenbecker (Heuchelheim), Sonja Kraft und Roswitha Sczepannek (beide Biebertal) sowie die Familie der Geehrten.

Bürgermeisterin Patricia Ortmann freute sich ebenfalls für Koch.

Der Geehrten war bereits 2004 der Ehrenbrief des Landes Hessen für langjähriges Ehrenamt verliehen worden.

Sie war von 1991 bis 2006 Stadtverordnete für das Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament von Obersthausen aktiv, die letzten neun Jahre als Fraktionsvorsitzende.

Von 1993 bis 1997 war sie ehrenamtliche Stadträtin in Obertshausen. Dabei stritt sie für den Naturschutz, für soziale Themen, Frauenpolitik und für die Entwicklungszusammenarbeit.

»Sie waren in der Sache beharrlich, brachten jedoch auch Geduld für die Auseinandersetzung auf und haben sich Anerkennung über alle Fraktionsgrenzen hinaus erworben«, so Schneider.

Die Geehrte absolvierte nach dem Abitur 1968 eine Ausbildung zur Schwesternhelferin, studierte Sozialarbeit an der Fachhochschule Frankfurt und schloss es mit dem Anerkennungsjahr ab.

Von 1971 bis 1975 war sie als Sozialarbeiterin einer Erziehungsberatungsstelle der Stadt Frankfurt/Main tätig. Später übernahm sie die Leitung eines Kinderhortes der Awo Neu-Isenburg.

Nach der Geburt ihrer beiden Kinder arbeitete Koch auf Honorarbasis als Sozialpädagogische Familienhelferin. »Die Entscheidung für die Sozialarbeit zeigt, woran Ihr Herz hängt«, so die Landrätin.

Vielseitig engagiert

Sie war auch Mitglied des Büros für Staatsbürgerliche Frauen, das sich als überparteiliche organisierte Dienstleisterin für hessische Frauen und Frauenverbände versteht.

Landrätin Anita Schneider zitierte Elke Büdenbender: »Wir Menschen brauchen andere Menschen, die uns ein Vorbild sein können und die uns Inspiration geben. Menschen, die uns unterstützen und fördern und fordern, um uns weiterzuentwickeln. Dieses Zitat beschreibt sehr treffend Sie und Ihre ehrenamtliche Arbeit.« Ferner trägt Mechthilde Koch zu einem lebens- und liebenswerten Biebertal bei. Dazu gehören ihr Engagement für das Uhrenturm-Museum im Gail’schen Park, die federführende Übernahme des Lektorats für das vom Freundeskreis Gail’scher Park (Jochen Kehm) zum 125-jährigen Parkbestehen herausgegebene Buch »Der Traum vom Paradies«.

Viele Jahre engagierte sie sich im Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Obertshausen und war auch in der Seniorenarbeit aktiv.

»Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagt zu solchen Vorbildern wie Ihnen, liebe Frau Koch: ›Selbst die höchste Auszeichnung unseres Staates kann kaum die abertausenden Stunden aufwiegen, die Sie in die Waagschale geworfen haben. Aber sie ist der Versuch, Ihnen für Ihren großen Dienst die größte Anerkennung auszusprechen, die unserem Staat zur Verfügung steht‹«, so die Landrätin.

Sie überreichte im Anschluss Mechthilde Koch die Urkunde und verlieh die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch Bürgermeisterin Patricia Ortmann gratulierte Koch zu dieser hohen Auszeichnung und überreichte ein Präsent.

Dankbar und demütig

Mechthilde Koch dankte herzlich für die ihr zuteil gewordene Ehrung: »Ich war schon immer engagiert. Ich wundere mich, dass ich das alles geschafft habe. Als Christin lässt mich der Bibelvers ›Wer auf den Herrn vertraut, schöpft neue Kraft‹ dankbar und demütig sein. Wichtig war, dass mich Frauen auf meinem Weg begleitet haben. Ich habe sie heute beispielhaft eingeladen.«

Anschließend lud die Ausgezeichnete zum geselligen Beisammensein in das Bürgerhaus-Restaurant »La Vinia« ein.

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