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Das lange Warten hat ein Ende

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Von: Frank-Oliver Docter

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Die Schäden in der Sudetenstraße sind auch durch den täglichen Busverkehr entstanden. Foto: Best Ingenieure GmbH © Best Ingenieure GmbH

Die schon arg lädierte Sudetenstraße im Biebertaler Ortsteil Rodheim-Bieber soll ab kommendem Jahr grundhaft erneuert werden. Und es gibt weitere Pläne, in der Gemeinde Energie einzusparen.

Biebertal . Mehr oder weniger tiefe Löcher im Straßenbelag, in denen sich bei Regen Pfützen bilden, herausgebrochene Asphaltbrocken, lange, verzweigte Risse und abgeschlagene Bordsteinkanten: Die Sudetenstraße im Biebertaler Ortsteil Rodheim-Bieber hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Doch kann ihr schlechter Zustand nicht verwundern, wenn man bedenkt, dass hier täglich 50 Busse dreier Linien frequentieren und die Erneuerung über viele Jahre immer wieder aufgeschoben wurde.

»Wir haben jetzt unser elfjähriges Planungsjubiläum«, berichtete Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos) am Mittwochabend im Bauausschuss, zu dem auch zahlreiche Anwohner der Sudetenstraße erschienen waren. Sie erfuhren von Vertretern des mit der Planung beauftragten Büros Best Ingenieure GmbH (Lahnau), dass die grundhafte Erneuerung im kommenden Jahr endlich beginnen soll und insgesamt rund 4,9 Millionen Euro, davon 2,4 Millionen für den Straßenbau, kosten wird.

Kanal und Wasser

Bei dieser Gelegenheit werden auch etwa 920 Meter Kanal (1,5 Millionen Euro) und 900 Meter Wasserleitung (eine Million Euro), jeweils inklusive der Hausanschlüsse, erneuert, teilten die Planer mit. »Frühestmöglicher Baubeginn« sei der Juli 2023. Nach circa zwei Jahren Bauzeit soll alles fertig sein. Laut dem Ingenieurbüro ist für den Straßenbau eine maximale Förderquote von 70 Prozent durch Bundes- oder Landesmittel möglich, »wenn alles positiv läuft«. Außerdem sollen gestrichelte Fahrspuren für Radler auf der Straße aufgebracht und offenbar auch Glasfaser-Stränge verlegt werden. Im Januar wird es eine Anwohnerversammlung geben, kündigte Ortmann an, ohne schon ein konkretes Datum zu nennen.

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand das Thema Energiesparen, und das mit gleich zwei Anträgen. Zum einen ging es um die Reduzierung der Straßenbeleuchtung. Ein Vertreter des Gießener Ingenieurbüros Talex UG stellte hierzu zwei Varianten vor: In Nebenstraßen die Beleuchtung ausschließlich mit halber Stärke betreiben oder die »Halbnachtschaltung« für alle Straßen um zwei Stunden verlängern, statt von Mitternacht bis 5 Uhr bereits ab 22 Uhr. Obwohl letztere Variante die Einsparung des Jahresenergieverbrauchs von »nur« eineinhalb Familienhäusern bedeutet, gegenüber drei Familienhäusern bei ersterer, sprach sich das Gremium für die zeitliche Verlängerung aus. Denn die erste Variante sei mit einem »zu großen Aufwand« und erheblichen Zusatzkosten verbunden, erklärte Ortmann. Während bei Variante zwei, so der Referent, alle notwendigen Umstellungen innerhalb von vier Stunden erledigt sind. An Stellen mit stärkerem Verkehrsfluss, wie etwa größere Kreuzungen, soll die Beleuchtung jedoch nicht reduziert werden. »Aus Haftungsgründen«, verdeutlichte die Rathauschefin.

Darüber hinaus schlug Martin Chmil seitens der FW-Fraktion vor, Energie durch den sogenannten Hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen in Gemeinde-Liegenschaften einzusparen.

Alte Heizkörper

Hierdurch ließen sich Energiekosten und Kohlendioxid-Emissionen um bis zu 15 Prozent senken, trug er vor. Zudem werde diese Maßnahme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 15 Prozent Kostenbeteiligung gefördert. Bernd Rhiel, der in der Verwaltung für das Gebäudemanagement zuständig ist, zeigte sich dem Vorschlag gegenüber nicht abgeneigt. Doch gab er auch zu bedenken, dass in den gemeindeeigenen Gebäuden Dutzende Heizkörper verbaut sind. Würde man diesen Abgleich bei allen durchführen, beliefen sich die Gesamtkosten auf circa 13 000 Euro, mögliche Folgekosten durch den Austausch der oftmals bis zu 40 Jahre alten Heizkörper nicht eingerechnet. Letztlich einigte sich das Gremium darauf, das Verfahren zunächst nur in einem Gebäude zu testen.

Beide Energiesparanträge wurden vom Ausschuss einstimmig angenommen, müssen allerdings noch die Gemeindevertretung am 30. November passieren.

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