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Ein Leben für das Ehrenamt im DRK

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Klaus Bender (vordere Reihe, 3.v.l.) und seine Ehefrau Marlene Bender (sitzend, links), mit den beiden Bürgermeistern, dem Vorsitzenden des Kreisverbandes sowie den weiteren Jubilaren. © Mattern

Biebertal/Wettenberg (red). Den Namen Bender gibt es häufig, aber in Verbindung mit DRK- Ortsverband Wettenberg-Biebertal ist er einmalig - im doppelten Sinne des Wortes. Es ist eine ganz besondere Beziehung, die das Ehepaar Klaus und Marlene Bender mit einem der größten Wohlfahrtsverbände in Deutschland verbindet. Bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes im Bürgerhaus Rodheim wurde Klaus Bender vom Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes Marburg-Gießen, Christian Betz, für 55 Jahre aktive Tätigkeit im DRK geehrt und seine Frau für 50 Jahre.

Auf das maßgebliche Betreiben des Jubilars hin und mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters von Wettenberg, Gerhard Schmidt, konnte am 8. April 1987 der Ortsverband Wettenberg ins Leben gerufen werden. Seit dem ist Klaus Bender Vorsitzender und Marlene Bender Schatzmeisterin. Der Zusammenschluss mit Biebertal erfolgte 20 Jahre später. Schon zur Gründerzeit des Wettenberger Ortsverbandes war Klaus Bender viele Jahre ehrenamtlich im Kreisverband aktiv, gehörte 25 Jahre dem Vorstand an und fungierte als Fachdienstleiter im Bereich Verpflegung und zuvor schon als stellvertretender Kreisbereitschaftsführer.

Die meiste Kraft und Zeit investierte er in den Aufbau und die Fortentwicklung des Ortsverbandes. Mit dessen Gründung verbunden war auch die Wahl des Jubilars zum Bereitschaftsführer, womit er in doppelter Verantwortung stand. Behutsam und mit Weitsicht nahm er die Aufgaben erfolgreich wahr. Klaus Bender, der kurz vor seinem 80. Geburtstag steht, genießt hohes Ansehen und Wertschätzung. Mit Unterstützung des Landkreises, des Kreisverbandes und der Gemeinde Wettenberg konnte Zug um Zug die Ausstattung mit Gerät und Fuhrpark vor Ort verbessert werden.

Ein bedeutsamer Schritt war der Aus- und Umbau von Räumlichkeiten an der Gesamtschule Gleiberger Land zur eigenen Unterkunft. Aus dem aktiven Dienst hat sich Klaus Bender vor Jahren zurückgezogen und weiß diese Verantwortung bei seinem Sohn Thorsten in guten Händen. Die Liste dessen, auf das er mit Stolz und Zufriedenheit zurückblicken kann ist lang: Unter anderem war er bei über zehn Hessentagen zuständig als Einsatzleiter Verpflegung, ebenso bei Kirchentagen wie denen in Frankfurt/M. und Berlin. Er führte zahlreiche Transporte mit Hilfslieferungen nach Russland, Rumänien und Ungarn durch. Ohne dass die Aufzählung damit vollständig wäre, ist noch das Engagement mit Blick auf die Gemeindepartnerschaft zwischen Wettenberg und den beiden ungarischen Kommunen Zsambek und Tök zu erwähnen.

Zahlreiche Auszeichnungen hat er sich erworben und verdient. Zuletzt, anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes, wurde ihm das Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Bande verliehen. Er initiierte und förderte im Rahmen der Ortsverbandsarbeit den Aufbau einer Kinder-Rotkreuzgruppe und warb auch in der Gesamtschule, wo er maßgeblich am Zustandekommen einer Schüler-Rotkreuzgruppe mitwirkte.

Zu den Jubilaren aus der Bereitschaft Wettenberg-Biebertal gehörte Petra Volk (seit 30 Jahren aktives Mitglied) sowie Lena Feuser, Wotan Rau und Cedric Schacht (alle seit fünf Jahren mit dabei). Urkunde und Ehrennadel gab es für die passiven Jubilare Ernst Friedrich für 60jährige Treue, Herbert Rüspeler, Elmar Völker, Günter Waldschmidt und Gerhard Oehler für 50 Jahre Zugehörigkeit sowie für Gerrit Bernhardt, Helmut Gerlach, Manfred Kuhn, Artur Stroh, Dr. Barbara Watz und Waldtraud Kiefer, die seit 40 Jahren dem DRK angehören. Letztere war viele Jahre Lehrerin an der Gesamtschule Gleiberger Land und initiierte dort den Aufbau des Schulsanitätsdienstes.

Bei den Vorstandwahlen wurden die Ämter für ein Jahr interimsmäßig besetzt: Thorsten Bender als Nachfolger seines Vaters im Amt des Vorsitzenden, da dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Thorsten Bender ist in Personalunion noch Bereitschaftsführer. Beate Happel wurde neue stellvertretende Vorsitzende und damit Nachfolgerin von Petra Volk, die sich jetzt wieder ganz auf das Amt als Schriftführerin konzentrieren kann. Marlene Bender bleibt Schatzmeisterin. Bürgermeister Marc Nees ist neuer Beisitzer und löste Thomas Brunner ab. Patricia Ortmann bleibt Beisitzerin. Der Rathauschef und die Rathauschefin würdigten in ihrem Grußwort das Engagement der ehrenamtlich Tätigen. Grade in Coronazeiten bedeute dieser Dienst am Mitmenschen eine besondere Herausforderung.

Christian Betz übermittelte die Grüße des Präsidiums. Auch er skizzierte die Herausforderungen durch die Pandemie. Entgegen der freien Wirtschaft und dem Handel hätten die Sozialverbände nicht die Möglichkeit gehabt, finanzielle Unterstützung zu beantragen, gleichwohl habe man die Herausforderungen und das Auf und Ab politischer Entscheidungen bei der Einrichtung von Impfzentren gemeistert. Mit Bekanntwerden des Starts der Impfkampagne seien binnen kürzester Zeit 300 Mitarbeiter mobilisiert worden.

Die neue Form und Tragweite von berechenbaren und nicht berechenbaren Krisen, wie beispielsweise auch die Flutkatastrophe im Ahrtal, erforderten eine Neuaufstellung des Katastrophenschutzes und die Schaffung der hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen durch die politisch Verantwortlichen. Man schlittere inzwischen von einer in die nächste Katastrophe. Das zehre an den Kräften der Freiwilligen und zermürbe auch die Gemeinschaft, sagte Betz.

Die Bereitschaft Wettenberg verfügt über zwölf Aktive, wie dem Bericht von Thorsten Bender zu entnehmen war. Durch den Ausfall von rund 90 Prozent an Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren, gab es auch entsprechend keine Sanitätsdienste. Der Bereitschaftsführer war 17 Tage im Ahrtal im Einsatz.

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