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»Ein Monument der Mahnung«

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Biebertals Bürgermeisterin Patricia Ortmann (l.) und Ortsvorsteherin Angelika Götz während der Gedenkfeier am Mahnmal. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Eine Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen des Ehrenmals gab es auf dem Friedhof in Bieber.

Biebertal (whk). »Das Denkmal hier auf dem Friedhof in Bieber erinnert uns daran, über den Tod nachzudenken und darüber, welchen Preis wir bereit sind, für ein Leben in Freiheit zu zahlen.« Das sagte Biebertals Bürgermeisterin Patricia Ortmann anlässlich der Feier 100 Jahre Ehrenmal in Bieber. In Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Ort wurde es von Bürgern gestiftet.

Zur Gedenkfeier konnte sie über 30 Teilnehmer vor dem Monument begrüßen. Der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber und Initiator, Helmut Failing, konnte an der Feier krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Für ihn verlas Ortsvorstehern Angelika Götz die Historie des Ehrenmals, das am 3. September eingeweiht worden war. Damals hatte der Ausschuss mit Hauptlehrer Friedrich Löll (Vorsitzender), Lehrer Gustav Wagner (Schriftführer), Betriebsführer Wilhelm Süß (Rechner), Steiger Gottlieb Jung, Landwirt Christian Schmidt VIII, Metzger Gottlieb Geller, Grubenschmied Georg Hofmann, Bergmann Johannes Haus und Gastwirt Ludwig Gerlach (alle Beisitzer) Geld dafür gesammelt. Damit erwachte bei den Bieberern der alte Wunsch nach einem eigenen Friedhof. Nach einem Entwurf von Karl Leicht aus Rodheim wurde aus einem Findling aus dem Eberstein ein drei Meter hohes und 2,5 Meter breites Mauerwerk hochgeführt, in dessen Vorderfront man eine Tafel aus Hinterländer Grünstein (Diabas) einsetzte.

Die Arbeiten erledigten Heinrich Hörr, die Gebrüder Weber und der 20-jährige Bildhauer Georg Wagner (alle Fellingshausen). Das Eingravieren der Namen besorgte Friedrich Wilhelm Platt aus Rodheim. Die Gesamtkosten für den Bieberer Friedhof und das Denkmal betrugen damals 35 010 Mark. Später wurde das Ehrenmal erweitert. Die Grüße des Kirchenvorstandes der evangelischen Emmausgemeinde Bieber und von Pfarrerin Johanna Fröhlich übermittelte Kirchenvorstand Klaus Waldschmidt. »Das Ehrenmal ist zugleich ein Monument der Mahnung für den Frieden in der Gegenwart und in der Zukunft, gerade auch vor den Ereignissen auf europäischem Boden. Nicht zuletzt ist es ein Symbol bürgerschaftlichen Engagements Bieberer Einwohner«, führte Waldschmidt aus und schloss mit dem Friedens-Gebet des Hl. Franz von Assisi. Bürgermeisterin Patricia Ortmann und Ortsvorsteherin Angelika Götz legten am Ehrenmal einen Kranz nieder.

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