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Geduld und Gelassenheit helfen

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Viel Einsatz von Erziehern und Lehrern ist notwendig, um das Qualitätsniveau der Schule in Nkwenda aufrecht zu erhalten. Repro: Moos © Klaus Moos

Biebertal (moo). »Tuko njiani - wir sind auf dem Weg«, so Hildegard Platt aus Biebertal-Rodheim, die sich noch immer in Zusammenarbeit mit dem Tansania-Arbeitskreis des Dekanates Biedenkopf-Gladenbach um die Förderung von Kindern und jungen Frauen in Nkwenda in Tansania kümmert. Einige Jahre war sie dort selbst vor Ort, um an dieser Aufgabe mitzuwirken.

Sie steht in ständigem Kontakt mit der Leiterin des Schulzentrums Schwester Florence Gatege.

Schwester Hildegard Platt schreibt zur Situation und zum Ziel der Arbeit in Nkwenda: »Manchmal stellt sich der Weg zu diesem Ziel gerade und übersichtlich dar, dann wieder lassen Hindernisse nur schwer vorankommen.«

Eine der Schwierigkeiten in den vergangenen zwei Jahren ist für alle die Corona-Pandemie. Auch in Tansania hatte die dritte Infektionswelle nicht auf sich warten lassen. Die Schulleiterin schrieb: »Wir tun alles, um die Kinder und uns vor einer Infektion zu schützen: Maskentragen, Einschränkung von Außenkontakten und Händewaschen. Gut, dass wir Wasser haben dank eurer Hilfe.«

Diese Möglichkeit fehlt weitgehend in den Dörfern. Die Wasserstellen oder Brunnen liegen dort nicht vor der Haustür. Auch die Frühjahrs-Saat (das ist Sept./Okt.) ist wegen des weitgehenden Ausfalls der »Kleinen Regenzeit« 2021 größtenteils vertrocknet. Das ist eine weitere Herausforderung für die Bevölkerung in dieser Gegend.

Der Tod ist ein ständiger Begleiter

Corona-Testmöglichkeiten gibt es nur in den Städten oder Krankenhäusern. »Wir kennen ja die Symptome dieser Infektionskrankheit«, wurde uns gesagt. Bisher scheinen die Menschen aber unaufgeregt mit dieser Krankheit umzugehen. Der Tod ist ja ein ständiger Begleiter in ihrem Umfeld. Ihre Fähigkeit zu Geduld und Gelassenheit hilft den Menschen, ihren schweren Alltag durchzustehen.

In der Gesundheitspolitik des Landes gibt es Bewegung. Die Corona-Lage wird nun nicht mehr verheimlicht und wöchentlich werden Covid-Statistiken veröffentlicht, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung verbessern zu können. Bis Ende Januar hatte Tansania Impfstoffe erhalten, die für 5 Mill. Personen reichen. Inzwischen wurde das Land von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen.

Trotz aller Hindernisse und Gefahren wird in der Schule in Nkwenda Neues gewagt. Ungewöhnlich war deshalb für die 17 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse eine Studienfahrt in die 160 Kilometer entfernte Provinzstadt Bukoba am Viktoriasee. Hafen und Flughafen sowie die Kaffeefabrik konnten dort besichtigt werden.

Keine Anschlüsse

Der Kauf von Laptops für den Unterricht im siebten Schuljahr zieht sich immer noch hin. Die Finanzierung ist - dank Spenden - gesichert, aber die Installation der Anschlüsse lässt auf sich warten. Das ist in diesem ländlichen Umfeld auch keine ganz einfache Angelegenheit. Die Qualität der Schule in Nkwenda steht und fällt mit dem Einsatz der Lehrer und Erzieherinnen. Die meisten von ihnen wohnen als Untermieter in den umliegenden Dörfern.

Zur Gewinnung von guten und engagierten Mitarbeitern aber ist die Bereitstellung von Wohnraum eine wichtige Voraussetzung. Während für die Kinder in Kindergarten und Grundschule alle notwendigen Gebäude vorhanden sind, fehlt es an Unterbringungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen, die in Schule und Kindergarten arbeiten.

Deshalb steht die Leiterin, Schwester Florence Gatege, unter Druck, im Diakonie Zentrum weiteren Wohnraum für sie zu schaffen. Der Bau eines Häuschens mit zwei kleinen Wohneinheiten wird deshalb geplant. Die Eigenmittel zur Finanzierung dieses Vorhabens reichen aber bei Weitem nicht aus. Sie brauchen Unterstützung und immer wieder Hoffnung auf dem Weg zu diesem Ziel. »Herausforderungen annehmen und gemeinsam meistern. Das bleibt weiterhin unsere Aufgabe«, so Schwester Hildegard Platt.

Spenden für das Schulprojekt Nkwenda in Tansania werden dankbar entgegen genommen über die Evangelische Kirchengemeinde Rodheim-Vetzberg unter DE49 5136 1021 0004 87 10 06.

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