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Geschäftsstelle wird Kindertagesstätte

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Bürgermeisterin Patricia Ortmann (l.), Kindertagespflegerin Katja Wolff-Kämmer und Volksbank-Vorstand Henry Koch bei der Stippvisite. © Mattern

In die ehemalige Geschäftstelle der Volksbank Heuchelheim in Bieber ziehen neue Bewohner ein. Die Awo-Kindertagesstätte öffnet am 1. März ihre Türen.

Biebertal (mav). Eine friedliche Übernahme der ehemaligen Geschäftsstelle der Volksbank Heuchelheim in Bieber zeichne sich ab, scherzten Bürgermeisterin Patricia Ortmann und Henry Koch, Vorstand der Bank, der zu einem Besuch in die ehemalige Geschäftsstelle eingeladen hatte, um sich ein Bild vom Stand der Umbauarbeiten zu machen.

In wenigen Wochen, so der Plan, wird dort, wo das Kreditinstitut an der Hauptstraße viele Jahre seine Kunden betreute und Geldgeschäfte abgewickelt wurden, die »Bieberbande« einziehen. Für Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren wird dort ab 1. März ein Betreuungsangebot in der Trägerschaft der Awo vorgehalten.

Kaum noch etwas vom Innenleben des Gebäudes erinnerte an seine einstige Funktion. Keine Trennwand trennt mehr den einstigen Schalterraum vom Arbeitsbereich der Bankangestellten. Hell und bunt präsentiert sich die über 80 Quadratmeter große Fläche. In einem Seitenraum, wo einst der Tresor stand, stehen nun fünf kleine Bettchen. Das erinnert an das Märchen von »Schneewittchen und den sieben Zwergen«.

Noch wird geräumt, gesägt, gebohrt, gestrichen und geleimt und Ralf Himpel vom technischen Hausdienst der Awo baut Spielsachen zusammen und richtet die Spielecken mit einer kleinen Spielküche ein.

Katja Wolff-Kämmer orientiert sich bereits in ihrer neuen Wirkungsstätte und legt mit Hand an. Sie wird gemeinsam mit einer Halbtagskraft montags bis freitags, jeweils von 7.30 bis 15 Uhr, als ausgebildete Kindertagespflegekraft für eine qualifizierte Betreuung der »Bande« sorgen und freut sich bereits auf ihre Aufgabe.

Starker Partner

Die Einrichtung ergänzt als dritte ihrer Art in Biebertal die bereits in Rodheim (»Keltenzwerge«) und Frankenbach (»Dünsbergwichtel«) existierenden Kindertagespflegeeinrichtungen der Awo. Vor drei Jahren machte sich die Awo Gießen auf den Weg, einen Paradigmenwechsel hin zur Professionalisierung der Kindertagespflege zu unterstützen und im Landkreis Einrichtungen dieser Art in einem Festanstellungsmodell anzubieten. Dies funktioniert hervorragend mit den Kommunen vor Ort, dem Jugendamt und dem Netzwerk »Kindertagespflege«. Auch in Biebertal hat man sich in diesem Prozess engagiert. »Wir sind froh und wissen darum, mit der Awo einen starken und verlässlichen Kooperationspartner an unserer Seite zu haben«, sagt Patricia Ortmann. »Wenn die ›Bieberbande‹ bald hier einzieht, sind wir wieder ein gutes Stück weiter im stetigen Bemühen um den Ausbau des Betrauungsangebots in unserer Gemeinde«, fuhr die Bürgermeisterin fort und betonte mit Verweis auf den Bedarfsentwicklungsplan, dass die Nachfrage an Plätzen zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren ungebrochen sei.

Gebäude gemietet

Die Gemeinde hat das Gebäude von der Volksbank angemietet. »Hier verwurzelt war es uns wichtig, auch auf diese Weise einen Beitrag zur Stabilität in der Region zu leisten und der Fördergedanke hat für die Volksbank noch einen Nebeneffekt, nämlich den Erhalt der eigenen Infrastruktureinrichtung, aber nun mit neuer Nutzung«, so der Bankchef. Die Betreuungslandschaft in den Biebertaldörfern wird somit auch dank der Initiative der heimischen Wirtschaft bunter und vielfältiger und neben den Kitas in bewährter Trägerschaft von Kirche und Kommune sind, außer der Awo vor Ort, auch noch die Tagesmütter ein Baustein im Betreuungsgefüge. »Bedarfsgerechte Konzepte mit kleinen Gruppen und damit familiärem Charakter sind uns wichtig und sichern einen guten Übergang von einer Krippe in die Kitas«, so die Bürgermeisterin, die damit den Gedanken der Kindertagespflegeleitung widerspiegelt. Christiane Hofmann ist Leiterin der Kindertagespflege der Awo Gießen. Patricia Ortmann dankte Henry Koch für die Bereitschaft der Mitwirkung in diesem Beziehungsgeflecht.

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