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Hommage an Reinhold Kerl

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Norbert Kerl, Daniel Kerl und Heimatvereinsvorsitzender Helmut Failing (v.l.), präsentieren die Sonderausstellung. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Die Ausstellung zum Thema »Vielfalt« im Heimatmuseum Rodheim zeigt einen Ausschnitt des Schaffens des Biebertaler Künstlers. .

Biebertal (whk). Eine wahrhaft vielfältige Präsentation, eine »Hommage« an den Biebertaler Künstler Reinhold Kerl, bietet sich dem Betrachter im Rodheimer Heimatmuseum. Sein Sohn Norbert Kerl, Enkelin Elisa und Enkel Daniel haben die Sonderausstellung unter dem Motto »Vielfalt« zusammengestellt.

Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt seines Schaffens. Gemälde und Zeichnungen spannen einen Bogen aus dem Egerland - Kerl wurde 1928 in Falkenau an der Eger geboren - ins Biebertal mit großer Motiv-Vielfalt. Insgesamt sind 30 - meist großformatige - Exponate, darunter das unverkäufliche Motiv »Wildgänse« - ein Aquarell - sowie »Sonnenuntergang«, »Abend am See« (pastell) sowie die »Libelle« zu bewundern. Hinzu kommen rund 40 Skulpturen aus Speckstein, Schmiedeeisen, Kunstguss und Holz.

Weite Landschaften, vertraute Gebäude sowie Flora und gelegentlich auch Fauna bilden den Rahmen für eine unerschöpfliche Fülle an Motiven und Inspirationen. Auch vielfältige Stillleben zeugen von der Kunst und der schöpferischen Begabung Kerls.

Seine Werke strahlen in ihrer harmonischen Farbtechnik Ruhe, Kraft und Eindringlichkeit aus. Er versteht es ausgezeichnet, in dezenten, aber auch mit farbenfrohen Aquarellen- und Acrylfarben, mit Pastellkreide die eigene künstlich-künstlerische Realität zu schaffen.

Ein anderes Beispiel seiner Mal- und Zeichentechniken sind die Schwarz-Weiß-Zeichnungen von überwiegend historischen Gebäuden. Sie vermitteln eine nahezu dokumentarisch-fotografische Exaktheit.

Aber nicht nur mit Pinsel, Kreide und Bleistift konnte der Künstler umgehen. Obwohl seine »Eisenzeit« bei Schlossermeister Bernhardt bereits weit zurück liegt, zeugen noch einige Dokumente von den Fertigkeiten. Auch Holz war sein Medium. Er konnte das Schnitzwerkzeug genauso kunstvoll wie den Pinsel führen. Ferner stellte er Modelle für Kunstgusse her und gestaltete Speckstein. Die Malerei nahm allerdings eine dominierende Position in seinem Wirken ein.

Reinhold Kerl hatte bereits in seiner Jugendzeit sein Talent zum Malen entdeckt. Seine künstlerische Begabung musste durch die Zwänge des Krieges, der Vertreibung, des Aufbaus einer eigenen Existenz in Biebertal hinten anstehen. Erst nach der gesundheitsbedingten Aufgabe seines Schlossereibetriebes 1984 war es ihm möglich, sich ausgiebig seinem Hobby zu widmen. Er beteiligte sich an Ausstellungen in Kloster Arnsburg und an vielen Orten in Mittelhessen.

Im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion stellte er sogar in Moskau aus. Sein Engagement galt zusätzlich dem Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender mit Ausstellungen in Hessen und Bayern. Darüber hinaus war er bei der Kulturinitiative Biebertal aktiv.

Die Ausstellung »Vielfalt« ist noch bis zum 29. Januar 2023, jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Sondertermine können über Helmut Failing, 06409/ 9215 vermittelt werden.

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