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Königsberger vertreiben mit Strohbär den Winter

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Die Mitglieder des Traditionsvereins Königsberg waren mit der alten »Kinnsburger« Traditionsfigur, dem Strohbären, in den Straßen des Ortes unterwegs. © Waldschmidt

Der Traditionsverein Königsberg hatte wieder den Umzug des Strohbären durch Biebertals höchst gelegenen Ortsteil organisiert. Er setzt damit eine alte Tradition fort, die den Winter vertreiben soll.

Biebertal (whk). Der Traditionsverein Königsberg hatte wieder den Umzug des Strohbären durch Biebertals höchst gelegenen Ortsteil organisiert. Er setzt damit eine alte Tradition fort.

Diesmal wurden unterwegs keine Eier für den traditionellen Eierpfannkuchen, der beim »Hirschwirt« sonst gebacken und verspeist wird, gesammelt. Stattdessen wurden beim Umzug Spenden für die Königsberger Kindertagesstätte gesammelt.

Sorgfältig mit Stroh umwickelt

Jung und Alt nahmen die Königsberger Traditionsfigur im alten Ortskern von Nahem in Augenschein. Traditionell hatten die Königsberger Frauen und Männer den Strohbär wieder in der Straße »Am Nussbaum« in der Krauskopf’schen Scheune bei Werner Krauskopf kreiert. Diesmal hatte sich Ulrich Kegel für diese nicht ganz einfache Aufgabe zur Verfügung gestellt. Als »Binder« fungierten Maik Geller, Thorsten Scherer, Björn Schepp und Sascha Lepper. Es dauert einige Zeit, bis ein Strohbär kunstvoll und sorgfältig mit Stroh umwickelt und mit Kordel gebunden ist. Das Stroh darf allerdings nicht zu fest gewickelt sein, damit der Strohbär anschießend gut laufen kann. Zum Schluss wurde noch der »Strohschwanz« kunstvoll angebracht.

Auf dem Hof von Werner Krauskopf tummelten sich derweil schon die ersten Kinder und Schaulustigen. Gegen 15.45 Uhr war es dann soweit: Der Strohbär bewegte sich durch das große Scheunentor hinaus auf die Straße und zeigte sich dem Publikum.

Beim Umzug durch die Straßen und den Königsberger Ortskern kam der Strohbär ganz schön ins Schwitzen, denn der »Strohmantel« hält warm. Deshalb musste der Strohbär unterwegs auch mit genügend Flüssigkeit versorgt werden.

Wegen seiner »Gefährlichkeit« wird der Strohbär an einer Kette durch den Ort geführt. Zahlreiche Schaulustige waren auf den Straßen und schauten aus den Fenstern, um die alte Königsberger Traditionsfigur zu sehen.

Heidnischer Ursprung

Der Strohbär-Brauch ist heidnischen Ursprungs. »Mit der Verbrennung der Strohbär-Hülle, die traditionell auf dem Areal Gerlach stattfindet, soll der Winter ausgetrieben werden«, erläuterte Sascha Lepper vom TVK. Dank des Traditionsvereins wird der alte Brauch bewahrt und fortgeführt.

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