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Rund 2000 Jahre alte Funde

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Über 2000 Jahre alte Relikte: Arnold Czarski und Dr. Christine Müller (links) zeigen im KeltenKeller restaurierte Grabbeigaben einer Urnenbestattung. © Mattern

Biebertal (mav). Der KeltenKeller ist so etwas wie das Herzstück des Vereins für Archäologie im Gleiberger Land. Dort werden all die zahlreichen und restaurierten Funde aus vielen Jahren Grabungsgeschichte auf, am und rund um den Dünsberg wohl sortiert, beschriftet und sicher in Vitrinen verwahrt, aufgehoben. So sind sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Seit vergangenen Sonntag (15. Mai) gibt es im Museum die Sonderausstellung zu den Bestattungen der späten Eisenzeit rund um den Dünsberg zu sehen und dies noch bis Ende des Jahres.

Bereits vor ein paar Tagen wurde die Ausstellung vom Vorsitzenden des Vereins, Arnold Czarski und Dr. Regine Müller, Vereinsmitglied und Archäologin, eröffnet. Landrätin und Bürgermeisterin waren verhindert. Im Rahmen des Projektes Kelten Land Hessen schließt sich das Museum KeltenKeller mit dieser kleinen Sonderausstellung den landesweit laufenden Projekten und Sonderausstellungen anderer Kultureinrichtungen an. Hierbei soll jedoch nicht nur ein Beitrag zum Keltenjahr geleistet, sondern gleichzeitig das Museum als weitere Schwerpunktarbeit der Vereinsarbeit präsentiert werden.

Die Bestattungen, aus dem Einflussbereich des keltischen Oppidums auf dem Dünsberg wurden entweder durch Zufall bei Geländebegehungen gefunden, oder stammen aus umfangreichen Rettungsgrabungen, welche der Verein Archäologie im Gleiberger Land zwischen 2008 bis 2015, mit Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helfer aus ganz Deutschland und einiger internationaler Gäste, durchgeführte.

Sämtliche Urnen und deren zugehörige Grabbeigaben wurden jeweils im Anschluss an die Grabungen restauriert und waren bereits vereinzelt in der Dauerausstellung des KeltenKellers zu sehen. Die Funde datieren etwa Ende des Ersten bis letztes Viertel des letzten Jahrhunderts vor Christus und sind zeitlich mit der Hauptbesiedlungsphase des Dünsbergs gleichzusetzen, informierte Christine Müller. Erstmalig werden bis Ende des Jahres fast alle im Rahmen dieser Grabungen geborgenen Bestattungen aus dem Umfeld des Dünsberg mit den zugehörigen Grabbeigaben im gemeinsamen Kontext ausgestellt.

Die Exponate zeigen einerseits die in allen fünf bekannten Gräberfeldern einheitliche Bestattungssitte der Brandbestattung mit anschließender Deponierung des Leichenbrandes, der zugehörigen Beigaben, mit und ohne Urne, im Boden. Andererseits lassen sich im Fundmaterial aber auch qualitative und damit möglicherweise auch hierarchische Unterschiede zwischen den Bestattungsplätzen feststellen, erläuterte die Archäologin den interessierten Gästen.

Die bislang bekannten, nicht vollständig untersuchten, Grabanlagen, stellten eine wichtige archäologische Quelle für die Interpretation des damaligen Lebens auf und um den Dünsberg herum dar, so Müller weiter. Es sei davon auszugehen, dass diese fünf, zwischen einem und sieben Kilometern entfernt zum Dünsberg liegenden Gräberfelder nicht die einzigen, dem Einzugsbereich des Oppidums zuzuordnenden Bestattungsplätze, darstellten.Auch zeigen einige der Exponate die Gefährdung, welche diese Bodendenkmäler ausgesetzt sind, wurden die ersten Bestattungen doch in Folge von Forstarbeiten entdeckt. Während einige Urnen vollständig erhalten sind, konnte von anderen lediglich noch die Sohle der Urne geborgen werden.

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