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Sieben Personen schliefen in einem Zimmer

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Das Heimatmuseum in Frankenbach. Repro: Moos © Klaus Moos

Das 1848 gebaute Haus in der Kirchstraße, in dem sich heute das Heimatmuseum Frankenbach befindet, war Schule, Notunterkunft, das Domizil eines Bürgermeisters und sogar eine Arztpraxis.

Biebertal (moo). Das Gebäude des Heimatmuseums Frankenbach in der Kirchstraße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Haus wurde 1848 gebaut und diente bis 1908 als Schule. Als die gestiegenen Schülerzahlen dies nicht mehr erlaubten, wechselte die Kinder des Dorfes in die »Neue Schule« in der Frankenbacher Straße.

20 Personen auf drei Stockwerken

Die »Alte Schule« blieb danach weiter in Besitz der Gemeinde. Diese vermietete die Räume als Wohnungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand auch in Frankenbach große Wohnungsnot. Dies führte dazu, dass zeitweilig auf den drei Stockwerken 20 Frauen, Männer und Kinder in dem nicht sehr großen Gebäude unter für heutige Verhältnisse kaum vorstellbaren Umständen wohnten.

Es gab zunächst nur eine Außentoilette. Ein Badezimmer mit Kohleofen kam später im Erdgeschoss hinzu. Im ersten Obergeschoss und zweiten Obergeschoss gab es jeweils einen Wasseranschluss. Ein ehemaliger Bewohner berichtet, dass er zusammen mit seinen Eltern und vier Geschwistern in einem Zimmer schlief, dabei teilweise zwei Kinder in einem Bett.

Im zweiten Obergeschoss unter dem Dach befand sich neben einer Wohnung auch der Dachboden mit einem Wurstschrank. Im Keller wurden Kartoffeln gelagert, neben dem Haus gab es einen Schuppen, in dem die Familien ihr Brennholz lagerten.

Nach und nach verbesserten sich die Verhältnisse durch bauliche Maßnahmen. Hinzu kam, dass die Zahl der Bewohner abnahm. Auch, weil in den 80er Jahren Bürgermeister Karl Brück in das Erdgeschoss einzog. Gleichzeitig fanden hier einmal wöchentlich Sprechstunden des Arztes Dr. Eckert und nachfolgend seines Sohnes statt, bis letzterer seine Sprechstunden im Bürgerhaus abhielt.

Verkauf verhindert

In den 90ern stand das Haus einige Jahre leer. Die Gemeinde wollte es deshalb verkaufen, doch der Heimat- und Geschichtsverein Frankenbach setzte sich dafür ein, die »Alte Schule« als Heimatmuseum zu nutzen und überzeugte die Gemeindegremien.

Ab April kann das Museum mit seiner schönen Ausstellung wieder an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 Uhr bis 16 Uhr besucht werden. Auch außerhalb dieser Zeiten sind Besuche von Einzelpersonen und Gruppen möglich. Interessenten melden sich bei Hans-Jürgen Käfer unter 0171/1274 23 oder unter info@hugv-frankenbach.de.

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