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Sterben in Biebertal wird teurer

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Die Friedhofs- und Bestattungsgebühren auf den sieben Friedhöfen in Biebertal werden erhöht. Symbolfoto: dpa © Red

Die Friedhofs- und Bestattungsgebühren in Biebertal werden erhöht und treten kurzfristig in Kraft. Das hat die Gemeindevertretung mehrheitlich beschlossen.

Biebertal (lth). Die Friedhofs- und Bestattungsgebühren in Biebertal werden erhöht und treten kurzfristig in Kraft. Das hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit Gegenstimmen der Freien Wähler mehrheitlich beschlossen.

Der Haushalt der Gemeinde weist ein Defizit von fast 400 000 Euro auf. Diese Lücke kann zwar mit Rücklagen aus den Vorjahren ausgeglichen werden, jedoch sind diese nicht endlich. Die Neukalkulation der Friedhofsgebühren, die zuletzt 2016 geändert worden waren, soll für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Landkreis fordert höhere Gebühren

Die Neukalkulation wird auch mit der aktuelle Preisentwicklung begründet. Zudem hatte die Kommunalaufsicht des Landkreises in der Haushaltsgenehmigung verbindlich gefordert, dass die Friedhofs- und Bestattungsgebühren geändert werden sollen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Für eine rechtssichere Kalkulation mussten die Grundlagen ermittelt werden. So wurden sämtliche Kosten geprüft. Dazuzählen: Personalkosten, Sachkosten, Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen.

Bisher wurden die Friedhofsgebühren für die Gemeinde Biebertal nach der »Standardmethode« ermittelt. Im Mittelpunkt stand hierbei der unterschiedliche Flächenverbrauch der einzelnen Grabarten (je größer das Grab, desto teurer). Alternativ wurden diese in der neuen Kalkulation zusätzlich nach dem sogenannten Kölner Modell berechnet. Dieses Modell sorgt dafür, dass sich die Kosten für beispielsweise kleinere Urnengräber und größere Erdgräber im Hinblick auf die Gebühren annähern. So berücksichtigt das »Kölner Modell« auch die veränderte Bestattungskultur hin zu mehr Urnengräbern. Daher empfiehlt die Verwaltung dieses Modell zur Berechnung der Nutzungsgebühren.

Während das einfache Erdreihengrad, das aktuell 1970 Euro kostet, im »Kölner Modell« sogar 30 Euro billiger wird, steigen die Gebühren für ein Urnenreihengrab von 420 auf 650 Euro. Den größten Kostensprung macht die Sargkammer mit zwei Särgen plus Urne. Hier steigen die Gebühren von 1970 auf 4950 Euro an.

»Sensibles Thema«

Die SPD sieht die Neukalkulationen der Friedhofgebühren zwar als »sensibles Thema« dennoch sei die Erhöhung notwendig, um das Loch im Haushalt zu stopfen und der Gefahr zu entgehen, in ein Haushaltskonsolidierungskonzept hineinzurutschen. »Denn alle, die dies schon mitgemacht haben, wissen, dass es dabei ans Eingemachte geht«, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Lenz. Mit den Stimmen der Kooperation bestehend aus SPD, Grünen, CDU und FDP wurde der Antrag mehrheitlich beschlossen. Bei der Ermittlung der Gebühren wird nach dem vorgeschlagenen »Kölner Modell« vorgegangen. Nach Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses wurde der Antrag noch ergänzt. Demnach müssen die Friedhofs und Bestattungsgebühren künftig alle zwei Jahre neu kalkuliert werden.

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