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Umsetzungsphase kann beginnen

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Dieter Hännicken (AG Stadt Kassel), Gemeindebauamtsleiter Bernhard Kais, Bürgermeisterin Patricia Ortmann, Florian Warburg und Jaqueline Wagner (beide Abteilung Ländlicher Raum) (v. l.) stellen die Ikek-Umsetzungsphase vor. Foto: Waldschmidt © Waldschmidt

Das Gesamtkonzept für das Biebertal der nächsten zwei Jahrzehnte liegt vor. Jetzt startet die Umsetzungsphase.

Biebertal (whk). Eine sehr positive Bilanz des IKEK-Forums (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) zur Dorfentwicklung in Biebertal zog jetzt Bürgermeisterin Patricia Ortmann zusammen mit Dieter Hännicken (Projektbüro AG Stadt Kassel), Gemeindebauamtsleiter Bernhard Kais, Dr. Florian Warburg und Jaqueline Wagner (beide Abteilung Ländlicher Raum Wetzlar) in der Biebertaler Gemeindeverwaltung. Motto war und ist: »Biebertal - Sechs Ortsteile - eine Gemeinde - Dorfentwicklung rund um den Dünsberg - Lebensqualität hoch sechs«. 40 Abstimmungstermine mit Bürgerbeteiligung, während der Pandemie auch digital, haben stattgefunden. Zielvorgabe war, ein Gesamtkonzept für Biebertal für die nächsten zehn bis 20 Jahre zu erstellen. Die Beschlussfassung der Gemeindevertretung, nun in die Umsetzungsphase zu gehen, liegt vor.

»Zudem hat eine Gesamt-Biebertal-Identität auf verschiedenen Arbeitsfeldern begonnen«, stellte Bürgermeisterin Ortmann fest. Dr. Florian Warburg konstatierte, dass er die Gemeinde in der IKEK-Phase als sehr engagiert erlebt habe. Ziel der Dorfentwicklung ist es, für die Gesamtgemeinde eine hohe Lebensqualität zu erlangen. Jetzt beginnt die sechsjährige Umsetzungsphase. »Dabei ist die Gemeinde den Weg einer Steuerungskommission, die eine breite Beteiligung aller mit Entscheidungskompetenz bietet, gegangen und nicht die der Steuerungsgruppe«, so Ortmann weiter.

Zur Konzeptphase gehörten die Phase I »Bestandsanalyse mit Stärken und Schwächen«, Phase II »Leitbild, Ziele, Handlungsfelder«, Phase III »Umsetzungsstrategie« und Phase IV »Verstetigung«. Die Umsetzungsphase mit Umsetzung kommunaler und privater Maßnahmen in einem Zeitrahmen von sechs Jahren schließt sich nun an.

Die einzelnen Phasen erläuterte Dieter Hännicken. Zu den Schwerpunkten der Dorfentwicklung gehören: Die Realisierung bedarfsgerechter Wohnungen in den Ortskernen und Entwicklung der Umnutzung vorhandener Umnutzungspotenziale, Förderung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements und der Vereine, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau von Klimaschutzmaßnahmen, Ausbau kinder-, jugend- und familiengerechter Angebote in der Gemeinde Biebertal, Stärkung der lokalen Ökonomie und einer nachfragegerechten Versorgung, Weiterentwicklung des Freizeit-, Naherholungs- und Tourismusangebotes, Verbesserung der Information und Vermarktung.

Zu den Projekten der Dorfentwicklung für die Gesamtgemeinde in Biebertal gehören die »Dünsbergtal-Begegnungsstätte« (derzeit Mehrzweckhalle Krumbach), das Familienzentrum Kita Königsberg, Multifunktionsgebäude und Bürgerpark Vetzberg, Sportplatz und Außengelände Bürgerhaus Bieber, Café »Ku-Ca-Bar«/Heimatmuseum (Frankenbach), Familien- und Vereinszentrum Fellingshausen sowie Coworking-Angebot: Start-up-Handwerk und Gewerbe (ehemalige Zigarrenfabrik Rodheim mit Nebengebäuden) mit Machbarkeits-Studie.

Ein wichtiger Schwerpunkt war die Kinder- und Jugendbefragung, um auch die Interessen der künftigen Generation mit einzubinden. Hierzu gehörten auch die Familien-Picknicks auf den verschieden Spielplätzen Biebertals. »Idee war, auch die Jugendlichen stärker zu beteiligen. Weiterer wichtiger Themenkreis ist die Infrastruktur und Versorgung in den Ortsteilen«, erläuterte die Bürgermeisterin weiter. Das Konzept selbst soll auch mit anderen Förderstufen umgesetzt werden.

Zur Nachnutzung der frei werdenden Feuerwehrgerätehäuser in Bieber, Rodheim, Vetzberg und Fellingshausen fanden bereits Gespräche mit den Feuerwehrvereinen statt. Derweil ist für den Komplex des Familienzentrums Königsberg eine konkrete Nutzung durch die Gemeinde und die Vereine mit im Gespräch. Ein Treffen mit Jugendlichen, um die Möglichkeiten für einen »Pump-Track« und andere Ideen auszuloten, ist im Rahmen eines Workshops in den Herbstferien vorgesehen.

Allerdings bat die Bürgermeisterin auch um Geduld, da es Zeit braucht bis zur Umsetzung der Projekte. »Die Geduld der Bürgerschaft ist hier gefragt. Im Rahmen von vierteljährlichen Stammtischen in den einzelnen Ortsteilen soll über den Stand der Dorfentwicklung informiert werden, damit die Infos fließen«, erläuterte Ortmann weiter.

Für private Maßnahmen wird es einen Verfahrensbegleiter und eine städtebauliche Beratung geben. Damit soll die Innenentwicklung in den alten Ortskernen gestärkt werden. Hier wird es auch noch aktuelle Informationen geben, wenn die neuen Richtlinien verabschiedet sind«, erläuterte Jaqueline Wagner von der Abteilung für den ländlichen Raum. Im Winterhalbjahr sollen die privaten Maßnahmen vorbereitet und im Sommerhalbjahr dann mit der Realisierung begonnen werden.

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