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Viel Treue und Verlässlichkeit erforderlich

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Ellen Peller beim Anzünden der Osterkerze in der evangelischen Kirche in Fellingshausen. © Moos

Die Küsterinnen und Küster in den Biebertaler Ortsteilen haben vielfältige Aufgaben. Nach außen dringt davon nicht viel.

Biebertal (moo). »Ich wünsche mir wieder Gottesdienste ohne Abstand, mit mehr Menschen, mit Gesang und ohne Masken«, so Annelie Schlierbach aus Rodheim, die seit vielen Jahren ihren Dienst als Küsterin in der evangelischen Kirche in Rodheim versieht.

Im Gemeindebrief »Evangelisch in Biebertal« beschreibt sie, wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Biebertaler Ortsteilen ihren Dienst für die Gemeinde tun. Es ist eine Aufgabe von der nicht viel nach außen dringt, die aber viel Treue und Verlässlichkeit erfordert.

Die Aufgabe der Küsterin oder des Küsters gehört zu den ältesten und vielfältigsten kirchlichen Berufen. Die Bezeichnung geht auf das lateinische »custos« (Torhüter/Wächter) zurück. Dieser Dienst wurde schon im Tempel in Israel getan. Darauf weist ein Text in Psalm 84, Vers 11 hin: »Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause, denn wohnen in der Gottlosen Hütte.«

Mit diesem Wächteramt waren verschiedene Hilfsdienste im und um den Tempel verbunden.

Auch in heutiger Zeit sorgen Küsterinnen und Küster durch ihren Dienst für gute äußere Voraussetzungen des gottesdienstlichen Lebens im Alltag der Kirchengemeinden. Sie gehören zu den Personen, die neben Pfarrerin und Pfarrer von den Gottesdienstbesuchern anzutreffen sind.

Die Aufgaben sind vielfältiger Natur. Warm und sauber muss es in der Kirche sein. Frische Blumen gehören zum Altarschmuck.

Die Beleuchtung, das Anzeigen der Lieder, das Läuten der Glocken, Anzünden der Kerzen, Verteilen der Gesangbücher oder Liedblätter und das Auflegen der Paramente (Altardecken) sind ebenso Aufgaben des Küsters, wie die Bereitstellung der Abendmahlgeräte und der Taufutensilien. Das Läuten wird nach der geltenden Läuteordnung vorgenommen. Freundlichkeit ist ein wichtiges Merkmal, damit sich Besucher willkommen fühlen. Aufgaben gibt es aber auch vor der Kirche, wenn es um das Streuen bei Glatteis oder das Schneeräumen geht.

Liebevolle Gestaltung

In Bieber übernimmt schon seit 42 Jahren Elly Hasselbach den Küsterdienst. Sie sorgt mit dafür, dass Kirche ein Ort ist, der liebevoll gestaltet wird.

Ellen Peller in Fellingshausen tätig, hat sich Jessika Cramer als Helferin an ihre Seite geholt. Sie berichtet aus ihrer Arbeit.

Ein Höhepunkt war die Trauung ihrer Tochter zu der eine Reihe schwedischer Freunde anreisten. Gerne will sie den Dienst als Küsterin bis ins hohe Alter ausführen.

In Frankenbach hat Matthias Becker die Küstertätigkeit übernommen. Hochzeiten und Taufen sind für ihn schöne Höhepunkte. Wichtig ist ihm eine gute Zusammenarbeit der Kirchenvorstände und Gemeinden in Biebertal.

Als Küsterin mit schöner Aussicht gilt Rebecca Jasmin Priefer, die in Biebertals höchst gelegener Kirche, in Königsberg Dienst tut. Sie sieht ihren Dienst nicht als Job, weil ihr die Predigten gut tun. Freuen würde sie sich, wenn in die wunderschöne kleine Kirche mehr Besucher kämen.

Rebekka Peschke betreut die Kirche in Krumbach. Sie wurde von einem Kind als Kerzenmacherin bezeichnet und freut sich über ihre Aufgabe, die sie als Ehrenamt bezeichnet und ist dankbar dafür, von ihrem Mann unterstützt zu werden, was auch für andere Küsterinnen gilt.

Carolin Riederer wurde durch ihre Oma Helga Rau, eine Kirchenvorsteherin, auf das Küsteramt hingewiesen, sie gilt als eine der jüngsten Küsterinnen und nimmt diese Aufgabe mit Begeisterung in der Vetzberger Kirche wahr.

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