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Vom Stock-Schnitzer bis zu Infos über Pilgerwege

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Gabriele Freyer präsentiert das neu konzipierte Heft »Ins Fettnäpfchen getreten« und die Einladungs-Flyer zum »Tag der offenen Tür« am am 15. Mai. © Waldschmidt

Biebertal (whk). Das private Bauernhaus-Museum auf Hof Haina (Hof Haina 6) lädt für den Internationalen Museumstag am Sonntag, 15. Mai, von 11 bis 17 Uhr zum »Tag der offenen Tür« mit einem interessanten und abwechslungsreichen Programm ein.

Dies ist ein »Auftakt« bei nachlassender Pandemie. Während der Corona-Zeit ist das Heft mit dem Titel »Ins Fettnäpfchen getreten« entstanden (Autorin Gabriele Freyer).

Das Bauernhausmuseum hat damit eine Herkunftsdeutung von Sprichwörtern und Redensarten herausgeben. Das Bändchen kann am 15. Mai erworben werden und ist reich bebildert. Dazu wurden auch Trachten-Shootings mit einem Fotografen gemacht. Sie werden teilweise auch in der Scheune - auf Alu-Dibond - eindrucksvoll im historischen Ambiente präsentiert.

Zu Beginn der Corona-Zeit konnte auch das Bauernhausmuseum wie andere Kultureinrichtungen im Lockdown nicht öffnen.

»Das Museum war im ›Dornröschen-Schlaf‹, wir haben jede Woche im Haus die Uhren gestellt. Aber Hof Haina gibt es schon 500 Jahre und wird auch die Pandemie überstehen«, konstatierte die Mitinhaberin des Bauernhausmuseums, Gabriele Freyer, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Im Sommer war dann entsprechend den Lockerungen auch mal ein Kaffee in der Scheune des Dreiseithofes möglich. »Aber es war kein Vergleich zu normalen Zeiten. Wir haben uns an die Auflagen gehalten. Durch die Präsenz auf Facebook und Instagram erreichen wir zunehmend auch die junge Generation über die sozialen Medien«, so Freyer weiter.

So blieben die Leute interessiert und haben auch Exponate hergebracht. So gehört zu den neuesten Errungenschaften ein Heuwagen, der letzte, der vom Wagner in Dutenhofen hergestellt wurde. Hinzu kamen Sachen von Verwandten. Auch die jüngere Generation will Exponate hier im Bauernhausmuseum aufbewahrt wissen. »Manchmal finden wir auch abgestellte Gegenstände einfach hier auf der Museumstreppe«, berichtet Freyer.

Die Mutter von Gabriel Freyer, Gisela Kraft-Schneider, besuchte 1972 erstmals den Dreiseithof. Zum Museum gehören das Wohnhaus, die Scheune und das Stallgebäude, zum Teil aus 1600. Kraft-Schneider rettete den Gebäudekomplex vor dem Abriss.

1908 hatte die Familie diesen fünften Hof bezogen. Er ist so geblieben, wie er im 19. Jahrhundert war. 2011 verstarb Kraft-Schneider und ihre Tochter führte es weiter. »Meine Mutter hat das Haus so wohnlich belassen wie möglich. Und es fühlt sich an, als ob es der Hessenpark in klein ist«, freut sich Gabriele Freyer.

»Für uns sind vier Eigenschaften wichtig: Der Komplex ist seit 500 Jahren in der Hand der Nachfahren. Fast alle Exponate sind inventarisiert. Die Weil-Historie, die Ursprungsform der Siedlung kommt voll zur Geltung.« Anlässlich des Tags der offenen Tür wird die Baumschule Engelhardt aus Heuchelheim den Hof des Museum mit Stauden, einjährigen Pflanzen und Rosen in ein Blütenmeer verwandeln. Das Museum empfiehlt, eigene Taschen für den Transport mitzubringen.

Vorführungen gibt es den ganzen Tag sowohl im Museum als auch im Außenbereich.

Außen geht es um das Thema Holz: Michael Appel, der in den letzten Monaten Renovierungsarbeiten an der Scheune vorgenommen hat, wird Auskunft über das Zimmermannshandwerk geben. Darüber hinaus wird der letzte hessische Stock-Schnitzer, Rofl Meyer (Buseck), Stöcke schnitzen und verkaufen.

Im Museum webt Sabine Schlick am Webstuhl. Claudia Schmidt und Bettina Jung arbeiten an ihren Spinnrädern. Das Klöppeln präsentiert Birgit Wagner.

In den Stuben und Kammern geben die Aufsichtspersonen Auskunft zu den Exponaten.

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