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Vorfahrt für Lore und Schafe

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Die Lore dient dem ÖPNV auf der Hallig, sagt Hans-Peter Ziemek, der einen sehr geruhsamen Urlaub auf einer der Mini-Inseln verbrachte. Foto: dpa © dpa

Biebertal (whk). Hans-Peter Ziemek haben es die Halligen angetan. Der Professor referierte im Kirchen-Café der evangelischen Kirchengemeinde Frankenbach über die Mini-Inseln in der Nordsee. »Hier hat das Schaf noch Vorfahrt« lautete die humorvolle Überschrift seines Vortrages, den er mit zahlreichen impressionistischen Fotos unterlegte. Für Kaffee und Kuchen sowie frische Waffeln hatte das Team des Kirchen-Cafés gesorgt.

Marion Blahusch konnte 40 Gäste begrüßen. »Ferien auf der Hallig ist für Menschen, die Ruhe suchen. Jeder Halligbewohner hat eine eigene Lore zu Transportzwecken und um sich selbst oder Personen fortzubewegen. Hier hat das Schaf allerdings immer Vorfahrt«, erläuterte Ziemek. So gab es dann auch gleich einen kleinen Video-Clip, in dem zu sehen war, wie man Schafen ausweichen muss. In den Loren, ähnlich denen, die im Bergbau eingesetzt werden, sind auf der Hallig Hooge, die Ziemek in den Mittelpunkt rückte, Rasenmäher-Motoren eingebaut. Die Lorenstrecke führt über einen Damm. In den fünf Häusern auf der Hallig wohnen 18 Menschen.

Ziemek hatte diese Reise auf die Hallig zu seinem runden Geburtstag geschenkt bekommen und konnte sie - Pandemie-bedingt - erst im Frühjahr 2022 antreten. Die Hallig Hooge sei die »Königin der Halligen«. Ziemek erinnerte auch an die Sturmflut 1962, die dann zum »Aufbauprogramm Nord« führte. Bereits 1885 gab es eine große Hallig-Flut. Seit 1975 gibt es Strom auf der Hallig. Die Wasserleitung wurde später gebaut. Eine Besonderheit ist das Gasthaus »Insel-Krug« auf Nordstrandischmoor. Außerdem gibt es dort Deutschlands kleinste Schule mit fünf Kindern. Die Schule sei voll digitalisiert.

Zu sehen waren dann auch die »Schafe, die Vorfahrt haben« mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern. Mit der Lore nahmen Ziemek und seine Gattin dann Abschied. »Die Lore ist der ÖPNV auf der Hallig«, schloss Ziemek. Er hatte auch ein »Kleines Amrum-ABC« im handlichen Quadratformat geschrieben, das mit Fotos von Günter Pump reich bebildert ist und einen interessanten Überblick gibt.

Das nächste Kirchen-Café in Frankenbach öffnet am 18. Januar um 14.30 Uhr wieder seine Pforten.

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