1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Buseck

Ab Januar ruht Gaststättenbetrieb

Erstellt:

gikrei_2910_schmniede_vb_4c
Evelyn Burmeister am Zapfhahn: Noch läuft der Gerstensaft. Foto: Wagner © Wagner

Bald wird Evelyn Burmeister, die Wirtin des Landgasthofs »Alte Schmiede« in Großen-Buseck, den Zapfhahn letztmals zudrehen. Ab 1. Januar des neuen Jahres ruht der Gaststättenbetrieb.

Buseck. Bald wird Evelyn Burmeister, die Wirtin des Landgasthofs »Alte Schmiede« in Großen-Buseck, den Zapfhahn letztmals zudrehen. Ab 1. Januar des neuen Jahres ruht der Gaststättenbetrieb. Und dies nach 55 Jahren.

Burmeister (ehemals Müller) spricht ganz bewusst von »ruht« und nicht von einem endgültigen Aus. »Ich möchte die Entwicklung abwarten. Vielleicht klopft ja morgen ein Interessent an meine Tür, der die Gaststätte und den schönen Biergarten pachten möchte.« Sie selbst kann sich eine »Rückwärtsrolle« nicht vorstellen.

Kaum noch große Feiern im Saal

Die Pandemie-Jahre haben viel Kraft gekostet. Und Kundschaft. Kaum noch große Feiern im Saal. Stammtische haben sich aufgelöst. Der Wegfall einiger Servicekräfte konnte nicht kompensiert werden. Nun stehen mit hohen Energiekosten weitere Sorgen ins Haus. »Auch wenn nur wenige Personen an einem Abend kommen, muss ich heizen und meinen Koch bezahlen. Ist das Haus jedoch voll, fehlt es an Servicepersonal. Dann könnte ich mich vierteilen. Mit über 60 stecke ich das einfach nicht mehr weg. Ich bin ausgepowert«, sagt Evelyn »Evi« Burmeister.

Man merkt es ihr an, dass ihr die Entscheidung nicht leicht fällt. Der gemütliche Gastraum war schließlich nicht nur ihr Arbeitsplatz, sondern schon als Kind ihr Wohnzimmer. Hier hat sie ihre Hausaufgaben gemacht, mit den Gästen gescherzt und viele Menschen kennen- und schätzen gelernt.

Sie ist sehr froh darüber, dass ihr langjähriger Koch Dirk Blumenauer bereits eine neue Anstellung gefunden hat.

Eine zweite Säule des Betriebs war und ist das Hotel Garni. »Die Zimmervermietung mache ich auf jeden Fall noch viele Jahre weiter«, erklärt Burmeister. Wer ein Frühstück wünscht, der wird es bekommen. Auch zukünftig möchte sie Beerdigungs-Cafés ausrichten. Die Vermietung des Saals an Privatpersonen und an Vereine kann sie sich ebenfalls gut vorstellen. »Die müssen dann Getränke und Essen selbst mitbringen oder ein Catering beauftragen.« Dann werden also Speisen nicht mehr aus der »Alten Schmiede« heraus, sondern in die »Alte Schmiede« hineingetragen.

Eine Vorstellung, mit der sich vermutlich auch die 85-jährige Senior-Wirtin Gisela Müller erst noch anfreunden muss.

Die Pandemie hat das Gaststättengewerbe stark gebeutelt. Gasthäuser mit langer Tradition und ehemals großer Bedeutung für das Dorfleben wie etwa der Landgasthof »Zum Gambrinus« in Lang-Göns und der »Hessische Hof« in Steinbach haben bereits geschlossen. Nun also auch die »Alte Schmiede«.

Auch interessant