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Aus Bürgerhaussaal wird Catwalk

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Von: Rose-Rita Schäfer

Bei der internationalen Rassekatzenausstellung in Buseck zeigte sich die ganze Vielfalt der beliebten Fellnasen.

Buseck (rrs). Fotos und Videos von Katzen sind im Internet der absolute Renner. Aber auch in Natura lieben die Deutschen die verschmusten Samtpfötchen heiß und innig. Mit rund 16,7 Millionen (Stand 2021) sind sie in deutschen Haushalten das beliebteste Haustier, weit vor Hunden, Fischen und Vögeln. Am Wochenende schnurrten und räkelten sich 166 Rassekatzen-Schönheiten im Bürgerhaus Buseck. Im Rahmen einer Internationalen Ausstellung, organisiert vom Hessischen Edelkatzenclub (HEC) unter Leitung der Vorsitzenden Waltraut Sattler aus Wieseck, wetteiferte die europäische Creme de la Creme der Rassekatzen um die begehrten Titel »Best in Show« und »Best in Varity«. Aus dem großen Saal wurde buchstäblich ein Catwalk für die schönsten Katzen-Topmodels, welche die zahlreichen begeisterten Besucher in ihren Bann zogen.

Züchter aus Deutschland, Niederlande, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Tschechien, Polen und Belgien hatten sich auf den Weg gemacht, um einen der begehrten Preise zu ergattern. Der Titel »Best in Show« wird dabei nach geheimer Wahl aus den Vorschlägen der Wertungsrichter in den Kategorien Langhaar, Halblanghaar, Kurzhaar und Exotic-Shorthair aufgespalten in sechs Unterklassen gestaffelt nach Alter, Geschlecht oder Kastrat vergeben. »Best in Variety« prämiert den Rassesieger, wenn mindestens drei Tiere mit gleicher Rasse und Farbe vor Ort sind. Den kritischen Augen der Wertungsrichter stellten sich am Samstag 99 Fellnasen der Rassen Main Coon, Norwegische Waldkatze und Sibirier, große imposante Halblanghaarkatzen, zusammen mit den agilen, gesprächigen, lebhaften Siamesen und Thaikatzen, Russisch Blau und die aus Mutationen entstandenen gelockten German Rex.

Am Sonntag waren 67 Tiere vom Perser über Exotic-Shorthair, Ragdoll, Heilige Birma Burma, Britisch Kurzhaar, Karthäuser bis hin zur seltenen Ägyptisch Mau am Start. Kopfform, Profil, Augenfarbe, Ohren, Pfoten, Schwanz, Fell, Statur - alles sollte möglichst perfekt dem Rassestandard entsprechen, da kannten die vier internationalen Juroren aus Finnland, Italien, Niederlande und Deutschland kein Pardon. Auf lang ausgestrecktem Arm präsentierten die Züchter ihre Tiere, bevor sie auf dem Richter-Tisch zur Prüfung abgesetzt wurden. Erstaunlicherweise blieben alle Tiere ruhig und entspannt, abgelenkt mit einem Federwedel ließen sie sich geduldig begutachten. »Wir nehmen schon die Babys mit auf Ausstellungen, damit sie sich an den Trubel hier gewöhnen«, erklärte dazu ein Züchter und ein anderer meinte lachend: »Einige Katzen sind wahre Showtalente, als echte ›Rampensäue‹ genießen die den großen Auftritt auf der Bühne«. Die genauen Erklärungen der Richter, was positiv und was nicht so gut war, sind für die Züchter wichtig, um zu sehen wo sie stehen und ob das Tier für die weitere Zucht geeignet ist. Nicht zuletzt bringen Titel natürlich auch einen höheren Preis beim Verkauf der Würfe.

Der Saal war vollgestellt mit Tischen, darauf die Käfige mit den Fellnasen, die zumeist in den liebevoll eingerichteten Käfigen auf weichen Kissen oder gar in kleinen Hängematten vor sich hin dösten oder seelenruhig schliefen. Ab und an war ein Miauen oder Schnurren, aber auch ganz selten ein leises Fauchen zu hören. Kaum zu glauben, dass diese schmusigen Geschöpfe dank ihrer Krallen und spitzen Zähnen perfekte Tötungsmaschinen sind, die bei Mäusen, Vögeln oder Schmetterlingen kein Mitleid kennen. Selbst bei den Rasseschönheiten schlummert im Kern immer noch das wilde Tier. »Gerade das macht sie so unwiderstehlich«, gibt ein Züchter zu, während andere Besucher allerlei kleine Geschichten von ihrer Katze erzählen.

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