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Bagger sollen in Buseck bald rollen

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Von: Sonja Schwaeppe

Die Baugrundstücke werden teurer. Und auch Energie- und Sparmaßnahmen waren Themen im Bauauschuss.

Buseck (son). Der städtebauliche Vertrag zwischen der Gemeinde Buseck und der IMAXX-Projektentwicklungsgesellschaft muss nachgebessert werden. »Die Lage hat sich dramatisch verändert - die in der vorherigen Vorlage festgelegten Preise können wir nicht halten«, erklärte Bürgermeister Michael Ranft bei der jüngsten Sitzung des Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses im Busecker Kulturzentrum. Somit verteuern sich die Verkaufspreise für die erschlossenen Baugrundstücke inklusive Erdwärmekörben im Baugebiet Großen-Buseck »Auf der Hainerde 2« auf 223 Euro pro Quadratmeter. Im Oppenröder Baugebiet »Rahberg II« werden 239 Euro pro Quadratmeter fällig, was eine Erhöhung um 30 Euro pro Quadratmeter zum im März vom Gemeindeparlament festgelegten Preis bedeutet. Zudem wurden die Kosten für die vorverlegten Hausanschlüsse auf 7500 Euro je Anschluss festgesetzt. Auch sollen nun die geforderten Lärmschutzmaßnahmen im Bereich »Hainerde 2« vertraglich festgehalten und durch das Hinterlegen einer Bürgschaft garantiert werden. »Damit können wir endlich starten«, meinte Ranft, der hoffte, »dass die Bagger bald rollen.« Zur Vergabe der Grundstücke bekräftigte der Bürgermeister nochmals, dass Ortsteilbürgerinnen und -bürger Vorrang genießen. Erst dann sollen weitere Bewohner der Gemeinde berücksichtigt werden, vor »Rückkehrern« und externen Interessenten. Der Ausschuss beschloss die Vorlage einstimmig.

Solarpark

Die bundesweite Energiekrise und die Versorgungslage der Bevölkerung treibt auch den Busecker Bauausschuss um. So beschäftigten sich gleich fünf Tagesordnungspunkte mit dem Themenkomplex Energie, Einsparungspotentiale und Wasserversorgung.

Positiv nahmen die Ausschussmitglieder einen Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans auf Aufstellung eines Bebauungsplanes im Bereich »Auf der Eselsweide« in Großen-Buseck auf. Auf dem 2,1 ha großen Areal, das nördlich des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Klos liegt und an die Bahnlinie grenzt, möchte der Landwirt in Zusammenarbeit mit dem Ingenieursbüro Krasnici einen 1,6 ha großen Solarpark errichten. Das Duo betreibt bereits erfolgreich eine für die Region bedeutsame Biogasanlage. Planer Mathias Wolf stellte kurz die Modalitäten vor und bezeichnete das Vorhaben letztlich als »runde Sache«. »Die Eingriffe in Natur und Landschaft sind gering«, meinte er. Die Module würden Richtung Hof ausgerichtet, so dass keine Blendwirkung Richtung Großen-Buseck oder Trohe befürchtet werden müsse. Auch die Stadtwerke Gießen seien in das Verfahren involviert.

Der Vorschlag wurde einstimmig positiv vom Bauausschuss aufgenommen. »Wir begrüßen das Engagement ausdrücklich«, sagte Frank Müller (CDU) dazu. Katharina Habenicht (Grüne) regte noch an, die Wirkung des Parks auf den Naherholungsbereich in Großen-Buseck zu prüfen.

Die Sporthallen in den Ortsteilen Alten-Buseck und Beuern sind stark sanierungsbedürftig. Mit einem Antrag wies die Fraktion der CDU auf die Notwendigkeit hin, auch entsprechende Fördermittel des Bundes und des Landes Hessen für die von der Gemeindevertretung bereits gefassten Beschlüsse zur Sanierung und Modernisierung der Hallen zu beantragen.

Diskussionsbedarf

»Die energetische Sanierung ist notwendig und kann auch nur noch mit Fördermitteln realisiert werden«, meinte Müller. Auch hier gab es ein einstimmiges Votum des Ausschusses. Der zweite Antrag der CDU, von der Gemeinde prüfen zu lassen, an welchen Standorten in der Gemeinde auf Freiflächen, über versiegelten Flächen und an Gebäuden Photovoltaikanlagen möglich seien, weckte allerdings Diskussionsbedarf. »Das Vorhaben ist an sich begrüßenswert«, sagte Katharina Habenicht. Aber alle Freiflächen gleich mit zu prüfen, sei vom Umfang her zu groß angesichts der Kapazitäten der Gemeinde. Hier sollte im Vorfeld lieber auf planerischer Ebene der Flächennutzungsplan angepasst werden. »Sinnvoll ist aber die Prüfung im bebauten Bereich, auf Parkplätzen und an Gebäuden«, so Habenicht. Sie beantragte eine dahingehende Änderung des Antrags, über den mit vier Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen abgestimmt wurde. Der Gesamtantrag konnte 7 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen auf sich vereinen. Über den Antrag der SPD zum geforderten Lückenschluss des Trinkwasserversorgungsnetzes in der Gemeinde stimmte das Gremium letztlich nicht ab, weil laut Bürgermeister Ranft die Verwaltung bereits tätig geworden sei. »Wir sind hier schon weiter, als der Antrag es vorsieht.« Einstimmigkeit herrschte allerdings bei dem SPD-Vorschlag, alle Heizkörper- und Fußbodenheizungen auf einheitliches Fern- und Zeitsteuerungssystem umzurüsten. »Auch hier sind Fördermöglichkeiten drin«, ergänzte Frank Müller.

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