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Behörde wartet auf Lärmgutachten

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Der Kartverein Oppenrod muss sein illegal errichtetes Fahrerlager rückbauen. Den Verein plagen weitere Sorgen, weil sich Burkhardsfeldener über Lärm beschweren. © Wißner

Der Kartverein Oppenrod muss bis Ende des Monats dem Regierungspräsidium ein Lärmgutachten vorlegen.

Buseck . Der Kartverein Oppenrod kämpft gerade an zwei Fronten. Burkhardsfeldener hatten sich wegen des Lärms beschwert, der von der Kartbahn an der Autobahn gerade an Wochenenden ausgeht und auf dem Gelände wurde bereits 2015 ein Fahrerlager illegal errichtet.

Ein teurer Rückbau ist in Angriff zu nehmen, der enorme Kosten nach sich zieht. Bis Ende März muss allerdings zunächst das Lärmproblem angepackt werden.

In einer Betriebsgenehmigung aus dem Jahr 1986 sind Betriebszeiten enthalten, wann Kart gefahren werden darf. Diese wurden überschritten, stellte der Pressesprecher des zuständigen Regierungspräsidiums, Thorsten Haas, auf Anfrage fest. Eine Interessengemeinschaft hatte dafür gesorgt, dass im Vorjahr ein Behördentreffen vor Ort stattfand. Zum Fakt äußern wollte sich aber bisher niemand. Zu der Interessengemeinschaft zählt das Burkhardsfeldener Ortsbeiratsmitglied Myriam Anna Michele.

Das Regierungspräsidium hatte dem Verein geraten, eine Änderung der Genehmigung zu beantragen. Bis zum 31. März ist diese einzureichen. Der Vorsitzende der Kartfreunde, Andreas Gränz, bestätigte diese Fristsetzung. Die entsprechenden Unterlagen seien in Vorbereitung. »Da ist nicht dran zu rütteln, dazu sind wir verpflichtet.«

Warten auf Behördenaussage

In der Angelegenheit Fahrerlager und weiterer illegal errichteter Gebäude wie Garagen warte der Verein noch auf die Einlassung der Behörde, was wie in welchem Zeitraum umzusetzen ist. »Das ist nicht klar.« Man befinde sich weiterhin in Abstimmungsgesprächen. »Das ist Stand der Dinge«, meinte Gränz.

Bereits 2015 wurde das Fahrerlager in einem Bereich angelegt, die eigentlich als Grünfläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen wird.

Zum Thema Lärm gestand der Kartvereins-Chef ein, dass es aus unbekannter Richtung Beschwerden gab, mit denen sich zunächst der damalige Busecker Bürgermeister Dirk Haas habe auseinandersetzen müssen. Eine Beschwerdeführerin sei dann auf den Verein zugekommen und habe ein Ultimatum gestellt.

Eine Genehmigung für die Kartrennbahn aus dem Jahr 1986 bezeichnete Gränz als »schwammig« formuliert. Daher habe das Regierungspräsidium angeraten, diese ändern zu lassen. Dazu sei auch ein Lärmgutachten von Vereinsseite erstellt worden. »Damit es für die heutige Zeit passt.«

Betriebszeiten sind bisher an allen Tagen bis 19 Uhr möglich, an Sonntagen darf nach 15 Uhr und an Feiertagen nach 13 Uhr gefahren werden. Rennen dürfen in der Regel zweimal jährlich stattfinden. Spezielle Rennzeiten sind nicht festgelegt, teilte das RP zur Bestandsgenehmigung mit.

Verein sucht einen Pächter

Seit dem vergangenen Jahr sucht der Verein einen Pächter für den Part des Leihkartgeschäfts, weil der Ansturm mit dem Personal aus den Reihen der Mitglieder nicht mehr zu stemmen ist. Bisher sei man sich aber mit Interessenten bei den Konditionen nicht einig geworden. Noch erledigen Vereinsmitglieder auf freiwilliger Basis die Arbeit. »Ohne Festangestellte kommen wir aber nicht mehr durch. Der Betrieb an jedem Tag ist mit Vereinsfreunden nicht mehr zu stemmen.«

Früher habe man die Eieruhr gestellt, und der Kartmieter startete durch. Heute verlangten die Kunden am Ende Informationen, wie viele Runden wie schnell gefahren worden seien. Dazu werden Sensoren genutzt, deren Daten auf dem Smartphone in einer App angezeigt würden. Dafür müssten Lehrgänge zur Softwarebedienung stattfinden. All das binde Kräfte.

Der Vorsitzende und der Schatzmeister des Kartvereins haben zusätzliche Probleme mit einem Kredit, der dem Verein intern gewährt wurde. Das Vorgehen hatten Mitglieder in einem anonymen Brief gerügt, der dem Anzeiger im Januar zugespielt worden war. Aus den Zeilen ging hervor, dass der Verein aufgrund eines vom Schatzmeister gewährten hohen Kredites und der daraus resultierenden Zinslast im Zusammenhang mit dem zukünftigen Rückbau des Fahrerlagers in Schwierigkeiten geraten könnte. Gränz hatte dem Anzeiger gegenüber erklärt, dass solche Darlehen Usus im Verein seien, weil Banken das Risiko eines Ausfalls scheuten. Es gab allerdings aufgrund der Kritik eine Zinsanpassung von sechs auf drei Prozent.

Auf Gränz lastet Druck

»Angst um den Verein habe ich eher weniger, aber der Druck lastet auf mir, gerade wegen des anonymen Briefs. Das zeigt ja, dass bei uns nicht alles so läuft und sich die Fronten verhärtet haben.« Er habe nicht vor, gegen den Willen der Vereinsmitglieder zu handeln. »Ich bin bereit weiter für den Verein zu kämpfen, bis ich abgewählt werde.« Alle zwei Jahre gebe es Neuwahlen. Die nächste findet im April statt. »Ich werde mich erneut zur Wahl stellen«, betonte Gränz und schloss mit den Worten: »Ich werde mich für das einsetzen, was der Verein will«.

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Andreas Gränz KV-Vorsitzender © Thomas Wißner

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