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Drei neue Erzieherinnen

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Von: Sonja Schwaeppe

Entspannung deutet sich bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen an.Energiekrise und steigende Flüchtlingszahlen sind aber auch für Buseck drängende Aufgaben

Buseck (son). Die Herausforderungen, denen sich die hessischen Kommunen stellen müssen, sind enorm. Auch Buseck bleibt nicht davon verschont, wie Bürgermeister Michael Ranft bei der 14. Gemeindevertretersitzung deutlich machte. Die Energiekrise und wieder stark steigende Flüchtlingszahlen sind drängende Aufgaben, derer sich die Verwaltung Busecks annehmen muss. »Wir müssen uns wieder auf stark steigende Flüchtlingszahlen und eine dementsprechende Unterbringung in den Ortsteilen einstellen«, sagte Ranft. Gerade der Landkreis Gießen sei mittlerweile wieder stark gefordert.

Auch die Energiekrise stelle die Gemeinde vor große Herausforderungen. »Die Stadtwerke teilten uns mit, dass wir uns auf das Vier- bis Fünffache des bisherigen Preises einstellen müssen«, sagte Ranft. So werden bei den Liegenschaften Steigerungen bei Strom- und Heizkosten von 336 Prozent erwartet, bei der Beleuchtung seien es 254 Prozent. Bei den Sparmaßnahmen müsse die Energiesparverordnung umgesetzt werden. Derzeit werde mit den Bürgermeistern noch beraten, welche Maßnahmen getroffen werden sollen.

Entspannung bei Kita-Plätzen

»Ich bin hier für ein gemeinsames Maßnahmenpaket, das in jeder Kommune ähnlich umgesetzt werden kann. Natürlich schauen wir uns auch an, wie wir als Gemeinde eine Notversorgung gewährleisten und ob wir gegebenenfalls Wärmeinseln zur Verfügung stellen können.« Man verfüge zwar über eine mobile Heizanlage, die sei aber nicht ausreichend. »Da wollen wir noch nachrüsten, der Markt ist allerdings leer gefegt«, sagte Ranft.

Entspannung deutet sich dagegen endlich bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen an. Wie schon einige Tage zuvor im Kultur- und Sozialausschuss, berichtete Ranft über den aktuellen Stand bei der Kinderbetreuung. »Wir konnten drei neue Erzieherinnen gewinnen«, sagte Ranft, der bedauerte, dass es eine Absage gegeben habe, denn zuvor war noch von vier neuen Kräften die Rede.

»Aber eine unserer Neuzugänge ist eine Fachkraft für Sprachförderung und Sprache, was nicht nur den Kindern zugute kommen wird, sondern auch in der Kommunikation innerhalb der Erzieherinnen und Kita-Gruppen für wichtige Impulse sorgen kann«, war Ranft überzeugt.

Die vakanten Leitungen in den Kitas seien mit Personal aus den bestehenden Teams besetzt worden. Für Trohe wurde eine externe Kraft gefunden.

Die Container der Modul-Kita in Großen-Buseck stehen bereits, das Interieur ist bestellt und werde in den nächsten Tagen erwartet. Am 16. Januar soll dann der Betrieb sukzessive losgehen.

»Das Team bildet sich gerade, es entwickelt das Konzept und sucht auch einen Namen für die Einrichtung«, sagte der Bürgermeister. Auch die Modul-Kita in Alten-Buseck, die von den Johannitern betrieben werden wird, startet Anfang nächsten Jahres.

»Wir haben dann sechs neue Gruppen in der Gemeinde, das wird unsere Warteliste, auf der rund 120 Kinder stehen, doch deutlich entlasten«, sagte Ranft.

Weiterhin hatte Ranft berichtet, dass die Verwaltung umstrukturiert und manche Fachbereiche zusammengelegt worden seien. Auf Nachfrage der SPD bestätigte der Bürgermeister, dass sowohl der Personalrat als auch die Gleichstellungsbeauftragte in den Prozess nach allen gesetzlichen Vorgaben einbezogen waren.

Der Haushalt für 2023 werde später als geplant eingebracht. »Insbesondere durch die Energiekrise müssen wir mit angepassten Zahlen arbeiten und werden den Haushalt daher am 8. Dezember einbringen, sodass er am 26. Januar verabschiedet werden kann«, versprach Ranft.

Zu dem aktuellen Stand der priorisierten grundhaften Straßensanierungen in Buseck fragte die SPD-Fraktion nach. »Wir haben im Jahr 2022 bisher 824 394 Euro an wiederkehrenden Straßenbeiträgen vereinnahmt«, sagte Ranft. Kosten seien in diesem Jahr bislang von rund 538 000 Euro entstanden. Allerdings lägen noch nicht alle Rechnungen vor.

Keine zeitnahe Umsetzung möglich

Aktuell liefen noch Planeranfragen für fünf Straßenbaumaßnahmen des Straßenbauprogramms. »Die Verwaltung prüft derzeit eine Verlängerung des Programms um zwei Jahre, weil Materialengpässe und die Auslastung der Bauwirtschaft keine zeitnahe Umsetzung möglich machen.«

Das Land Hessen beabsichtige ebenfalls, das Investitionsprogramm Hessenkasse um zwei Jahre zu verlängern. »Parallel dazu könnten wir in diesem Fall die Beitragserhebungen aussetzen«, sagte Ranft. Das würde einerseite die Umsetzung der Maßnahmen ermöglichen und andererseits die Bürger in der sowieso angespannten Situation entlasten.

Weitere SPD-Anfragen zur Brückensanierung in der Gemeinde, zum Sachstand Radweg an der B49 und dem Umgang mit den E-Ladesäulen beantwortete Ranft wie folgt. »Brückensanierungen sind aufgrund von Personalengpässen nicht erfolgt.« Die Änderungen an dem geplanten Radweg an der B49 berühren die Busecker Planungen nicht. Die Ladesäulen werden vermutlich bis Ende des Jahres außer Betrieb sein. Eine Umrüstung der Ladesäulen ist geplant, entsprechende Anbieter wurden angefragt. Eine Firma sei daraufhin mit der Umrüstung beauftragt worden. »Ist genug Material vorhanden, können die ersten Säulen wieder Ende des Jahres in Betrieb gehen«, sagte der Bürgermeister.

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