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Einige Bedenken ausgeräumt

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Das Baugebiet »Dörfelsweg/Reiskirchener Straße« soll auf dieser Grünfläche entstehen. Foto: Zylla © Zylla

Der Busecker Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss hat nach Beratung grünes Licht für den Durchführungsvertrag und den Satzungsbeschluss des Bauprojektes gegeben.

Buseck (zye). In einer Sondersitzung beriet der Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss zusammen mit Mitgliedern des Ortsbeirates Beuern. Thema war das in Beuern umstrittene Bauprojekt »Dörfelsweg/Reiskirchener Straße«, das ein Privatinvestor umsetzen möchte. Nachdem einige der Bedenken ausgeräumt werden konnten, gab das Gremium grünes Licht für den Durchführungsvertrag und den Satzungsbeschluss.

»Man vernimmt in Beuern immer wieder, dass die Auswirkungen auf das Ortsbild kritisch gesehen wird«, gab Moritz Mattern (CDU), Mitglied des Beuerner Ortsbeirates, einige Stimmen aus dem Ortsteil wieder. Auf der anderen Seite wäre das Bauvorhaben vom Privatinvestor, der Wengerter Massivhaus GmbH, aber zugleich eine »Aufwertung« für den Ortsteil. Der Bedarf an Wohnraum sei schließlich hoch, etwa für Menschen die eine Familie gründen und dafür den Ort nicht verlassen möchten.

Kritik äußerte Mattern aber auch: »Die Art der Bebauung entspricht nicht dem gesamten Bedarf von Beuern.« Es sollte aber zugleich allen bewusst sein, dass die Zeiten von großflächiger Bebauung vorbei seien. Gestiegene Kosten und endliche Flächen ließen keinen anderen Schluss zu. Mattern sieht nun einen Druck auch noch an anderen Stellen bauen zu müssen. Er gab außerdem zu Bedenken, dass die dichte Bebauung die dortige Grünfläche stark versiegeln wird. Entwarnung gab der CDU-Mann hinsichtlich eines Fachwerkhauses in der Nähe des Planungsgebietes: »Dieses Gebäude an der Reiskirchener Straße ist nicht Gegenstand der derzeitigen Bauleitplanung«. Darauf sei er schon mehrfach von Bürgern angesprochen worden. Wichtig ist bei dem Baugebiet auch noch zu erwähnen, dass die Gemeinde selbst nicht anstrebt, es zu entwickeln.

Einheimische sollen bevorzugt werden

In 17 geplanten Wohneinheiten könnten Menschen nach der Fertigstellung ein neues Zuhause am Ortsausgang Richtung Reiskirchen finden. Auf der derzeitigen Grünfläche sollen sechs Einfamilienhäuser, acht Doppelhaushälften und drei Reihenhäuser entstehen - zusammen mit einer technischen Zentrale. Zuständig für diese Häuser sei einzig der Investor, der etwa auch den Winterdienst übernehmen soll. Er ist mit der Gemeinde zudem einig darüber, dass Einheimische beim Kauf oder der Miete von Wohneinheiten bevorzugt werden sollen. Laut Durchführungsvertrag des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes »Dörfelsweg/Reiskirchener Straße« wird die Erschließung vom Investor vorgenommen, die dortige private Wohnzuwegung werden an die bestehenden öffentlichen Straßen angeschlossen.

Drei Unklarheiten trug Angelique Grün, Mitglied des Beuerner Ortsbeirates vor, bevor über Durchführungsvertrag und den Satzungsbeschluss abgestimmt werden konnte. Hierfür war der Busecker Bauamtsleiter Michael Thelen und Planerin Elisabeth Schade in der Sitzung anwesend.

»Wird es eine Zufahrt von der Reiskirchener Straße und dem Dörfelsweg geben und wie sieht die aus«, lautete die erste Unklarheit. Mit Blick auf die Planungsskizze wird mit zwei Zufahrten vom Dörfelsweg aus geplant. Eine weitere führt von der Reiskirchener Straße (Hauptstraße) aus auf das geplante Privatgelände, das dreireihig bebaut werden soll. Trotz Privatgelände soll die Durchfahrt aber nicht für den öffentlichen Verkehr gesperrt sein, ergänzte Thelen. »Die Zufahrt von und zu qualifizierten Straßen ist natürlich mit Hessen Mobil abgestimmt«, erläuterte Planerin Schade.

»Wie breit wird die private Wohnzuwegung sein«, war die zweite Frage vom Ortsbeirat. Laut Skizze sind hier die Breiten der geplanten Spielstraßen mit 4,5 bis sechs Metern dargestellt. »Diese Breiten gehen damit für die Gemeindeverwaltung in Ordnung«, kommentierte Thelen.

Zwei Stellplätze pro Wohneinheit

»Wie sieht es mit Stellplätzen für die einzelnen Wohneinheiten aus?«, wollte der Ortsbeirat noch wissen. Geplant wird hier mit zwei Stellplätzen pro Wohneinheit. Generell sei hier immer auch die Stellplatzsatzung der Gemeinde Buseck einzuhalten, klärte Schade auf.

Abzustimmen galt es auch über einen Ergänzungsantrag zum Durchführungsvertrag. »Der Verkauf der Grundstücke hat gemäß der Bauplatzvergaberichtlinien der Gemeinde Buseck zu erfolgen« war eine der Ergänzungen. Eine weitere sieht vor, dass »der Verkauf bzw. die Erstvermietung in Abstimmung mit dem Gemeindevorstand zu erfolgen hat«. Weiterhin sei zu vereinbaren, dass »dies auch für die Rechtsnachfolger des Investors, daher auch für Käufer der Grundstücke« gilt. Ein Satz wurde dann noch mit sechs Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen aus dem Ergänzungsantrag gestrichen: »Wenn die Grundstücke nicht vom Eigentümer bezogen werden, muss die Vermietung mindestens drei Jahre lang vorrangig an Busecker Bürger erfolgen.« Damit erhielt der Ergänzungsantrag eine einstimmige Beschlussempfehlung, genau wie der Durchführungsvertrag.

Der Satzungsbeschluss erhielt hingegen sieben Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Nun liegt der Ball bei der Gemeindevertretung, die am 15. September tagen wird.

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