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Engagiert für Ältere und Behinderte

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Der Busecker Behinderten- und Seniorenbeirat besteht bereits seit 20 Jahren und hat in dieser Zeit einiges bewegt. Dies soll nun am 10. Juli mit einem bunten Programm gefeiert werden.

Buseck (jbd). Der Behinderten- und Seniorenbeirat (BSB), der die Gemeinde Buseck in allen Angelegenheiten berät, die ältere oder behinderte Einwohnerinnen und Einwohner betreffen, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Den Vorsitz hat seit 2015 Karlheinz Volk aus Großen-Buseck inne.

Feier am 10. Juli

Die »Generationenwerkstatt« wurde vom Beirat vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Dies war Anlass, in einem Pressegespräch im Kulturzentrum Rückschau zu halten auf das, was das Gremium in dieser Zeit mit seiner Arbeit erreicht hat und darüber zu informieren, welche Themen und Projekte derzeit anstehen. In Buseck funktioniert im BSB vieles sehr gut, war man sich einig. Am Sonntag, 10. Juli, wird von 10 Uhr bis 17 Uhr mit einem bunten Programm im und am Kulturzentrum gefeiert. Die offizielle Eröffnung ist um 11 Uhr.

Initiiert wurde die Gründung des Beirates, der viermal jährlich zusammentritt, von der Gemeinde Buseck. Der damalige Bürgermeister Erhard Reinl sprach zahlreiche Personen an, von denen sich als Erster Heinrich Hainmüller der Aufgabe stellte. Er ist im Beirat seitdem mit seinem Fachwissen zuständig für Bauaufgaben. Weitere Interessierte gesellten sich dazu und legten in ihrer Geschäftsordnung fest, dass 15 Mitglieder jeweils für zwei Jahre von der Gemeinde berufen werden sollten. Eine Direktwahl durch alle Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahre erschien nicht sinnvoll. So kümmern sich ausscheidende Mitglieder selbst um Nachwuchs. Ebenfalls seit den Anfängen arbeitet Gisela Wagner mit.

Einzigartig im Kreis

Da das Gremium sich auch um die Belange behinderter Menschen kümmern wollte, lag nah, dies in die Namensgebung aufzunehmen, einzigartig im Landkreis Gießen. Bis den Mitgliedern ein erweitertes Rederecht in der Gemeindeverwaltung erteilt wurde, verging noch einige Zeit. Schließlich wurde, so Heinrich Hainmüller, erst 1997 eine verbindliche Norm zur Teilhabe behinderter Menschen festgeschrieben.

Zu den Aufgabe des Beirates gehört, sicherzustellen, dass Einrichtungen, die öffentlich genutzt werden, die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen in die Planung miteinbeziehen, um entsprechende Vorschriften einzuhalten, ob es sich um behindertengerechte Toiletten, Bushaltestellen oder barrierefreie Zugänge zu Gebäuden oder Wegen handelt.

»Wenn etwas nicht in Ordnung ist, sorgen wir dafür, dass es geändert wird«, betonte Hainmüller, auch wenn dies schon mal gehörige Mehrarbeit für Firmen bedeute. Gerade bei Mobilitätsfragen über die Kommune hinaus werde es oftmals knifflig. Barrierefreiheit werde inzwischen nicht mehr nur auf behinderte Menschen bezogen, sondern biete für viele Vorteile, stellte Kornelia Steller-Nass, stellvertretende Vorsitzende, heraus.

Etabliert haben sich auch die regelmäßigen Friedhofsbegehungen mit Bürgermeister und Bauhofleiter für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, wie der Vorsitzende Karlheinz Volk berichtete. Dabei können Beschwerden angebracht werden, wenn natürlich nicht jede Anregung umgesetzt werden kann.

2006 trat der Beirat der Landesseniorenvertretung bei. Im Vergleich mit anderen hessischen Gemeinden erscheint die Infrastruktur in Buseck mit maximal fünf Kilometern Entfernung zwischen den jeweiligen Ortsteilen »paradiesisch«. Was die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel angeht, besteht jedoch Verbesserungsbedarf, vor allem in den Ortsteilen oder bezüglich der fehlenden Bushaltestelle bei den Hochhäusern in Großen-Buseck, zumal der Autoverkehr ja reduziert werden soll.

Themenpalette breit gefächert

Öffentliche Vorträge werden vom Beirat viermal jährlich organisiert. Von medizinischen Themen ausgehend hat sich die Themenpalette inzwischen breit gefächert. Aus dem Vortrag zum Thema Smartphone und Digitales hat sich vor einem halben Jahr ein Smartphone-Café entwickelt (dienstags von 14 Uhr bis 16 Uhr, Wilhelmstraße 9b), ein PC-Café in der IGS ist in Vorbereitung. Experten kümmern sich nach vorheriger Anmeldung um Unterstützung beim Umgang mit Smartphone, Tablet oder Laptop.

Die »Generationenwerkstatt« lebt von der Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Busecker Tal, in deren Räumen ihre Gruppen generationenübergreifend, das heißt auch mit den Schülerinnen und Schülern seit 2017 zusammenarbeiten. Hier gibt es zum einen die Handarbeitsgruppe, die für öffentliche Einrichtungen näht und strickt, von Stoffmasken über Rücksäcke, Tragetaschen und Socken für den Weihnachtsmarkt bis zu Sitzkissen. Aktuell werden 40 weitere Kissen für Stühle im Atrium des Schlossparks genäht. Bei den Ferienspielen kann von Kindern und Jugendlichen der »Nähmaschinenführerschein« erworben werden.

Die Holzarbeitsgruppe stellte in Zusammenarbeit mit dem Lehrer Robert Havemann Nützliches her wie Hochbeete für die Johanniter und die Schule, Fledermauskästen, Bänke, einen Bücherschrank sowie Futterstellen für Vögel und weitere Artikel für den Weihnachtsmarkt.

Auch bei den diesjährigen Ferienspielen bietet die Gruppe wieder attraktive Kurse an. Durch die Pandemie sei die Aktivität der Schulgartengruppe leider etwas zum Erliegen gekommen, bedauerte Volk.

Die Zusammenarbeit des BSB mit dem Kinder- und Jugendbeirat verstetigte sich, beispielsweise bei der Spielplatzplanung in der Tulpenstraße, der ein barrierefreier Treffpunkt für alle Generationen sein soll. Überhaupt sei der Beirat durch die Mitglieder, die auch in weiteren Beiräten sitzen, »super vernetzt«, so Kornelia Steller-Nass. Die Themen überschnitten sich in so vielen Bereichen.

Auch werde der Fokus der Arbeit nicht nur auf Probleme wie die des Älterwerdens gelegt, sondern mit einem breiten (Kultur-)Angebot solle Positives betont werden. Beispiele: digitale Technik, Nähatelier, Tanzcafé, Seniorennachmittage. Bürgerinnen und Bürger könnten sich im Rahmen der Vereine oder als Einzelne im Ehrenamt »wunderbar mit all ihren Talenten einbringen«, so Steller-Nass.

Begeistert von engagierter Arbeit

Involviert ist der Beirat auch in die aktuelle Planung eines über 20 Kilometer langen barrierefreien »Mühlenwegs« von Beuern über Großen- und Alten-Buseck nach Trohe. Am Wegesrand sollen einige von vielen erwünschte neue Ruhebänke aufgestellt werden. An den Mühlen, von denen die Spitzmühle in Großen-Buseck als einzige noch in Betrieb ist, soll über deren Geschichte informiert werden und gleichzeitig für ihre bauliche Erhaltung gesorgt werden. Dieses Projekt liegt Bürgermeister Michael Ranft (CDU) sehr am Herzen. Auch er zeigte sich begeistert von der engagierten Arbeit des Beirats »vom ersten Tag an bis jetzt«.

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