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Es fehlt an Betreuungsplätzen

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Busecks Bürgermeister Michael Ranft (CDU) gab im Ausschuss einen Lagebericht in Sachen Kinderbetreuung ab. Der sieht momentan weniger gut aus.

Buseck (zye). Bauauschuss (BLUA) und Kulturausschuss (KSA) beschäftigten sich in ihrer gemeinsamen Sitzung über die aktuelle Kita-Situation in der Gemeinde Buseck. Bürgermeister Michael Ranft (CDU) gab einen Lagebericht in Sachen Kinderbetreuung ab.

Der sieht momentan weniger gut aus. Es fehle an Betreuungsplätzen und Eltern setzten der Gemeinde bereits eine Frist. Danach möchten sie ihr Recht einklagen, weil »wir ihnen keine Plätze für ihre Kinder anbieten können«. Seit 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr nämlich einen gesetzlichen Anspruch vor ihrer Gemeinde, in einer Kita (oder von einer Tagesmutter) betreut zu werden. Eltern mit Vollzeitbeschäftigung steht sogar eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder zu. Die Gemeinde muss also schnell handeln, weiß Ranft und möchte dem Thema hohe Priorität geben.

Zu den Zahlen: 113 Kinder unter drei Jahren betreuen die Einrichtungen der Gemeinde, 95 waren es im Dezember, als Ranft das Ruder im Rathaus übernahm. Hinzu kommen weitere sechs Kinder, die mit ihren Eltern aus der Ukraine fliehen mussten - keines von ihnen älter als drei Jahre.

»Es ist natürlich zu erwarten, dass noch mehr Menschen fliehen müssen«, machte Ranft die schwierige Situation bewusst. Doch auch ohne Flüchtlingskrise brauche es bereits vorher Übergangslösungen. Das könnten, laut Ranft, moderne modulare Containergebäude sein, die als Übergangskita fungieren. Kinder müssten da auf kaum etwas verzichten. Container könnten auch schnell wieder abgebaut werden, sobald geplante Kitas, wie in Oppenrod an der Rahberghalle, neue Betreuungsplätze erzeugten.

»Der Containermarkt ist allerdings leer gefegt«, merkte Ranft an, das betreffe sogar Tiny-Häuser. Ein Träger für bis zu zwei dieser Übergangskitas könnten die Johanniter werden. Die hätten auch Kontakte zu einem Hersteller von Containerlösungen. »Das könnte bis zum Herbst passieren«, schätzte Ranft mit Vorsicht und es müsse aber »wegen der Marktsituation schnell gehandelt werden.« Mehrere Flüchtlingskrisen haben die Nachfrage für Übergangsgebäude deutlich erhöht. Immerhin: Plätze für Busecks Übergangskitas seien bereits ins Auge gefasst worden: »Das ist zum einen der Spielplatz in Alten-Buseck, eine Rasenfläche an der Gesamtschule Busecker Tal, und da ist noch der ehemalige Spielplatz in der Nelkenstraße in Großen-Buseck.« Mit einer schnellen Lösung könnte die Gemeinde den Bedarf an Kita-Plätzen in weiten Teilen decken. »Damit würden wir ein gutes Stück weiter kommen, wenn die vorerst nur mündlichen Absprachen nun in Verträge fließen sollten«, ist Ranft überzeugt, denn dann könne man sich auf die Neubauten von Kitas konzentrieren. Geplante Neubauprojekte, wie etwa die Kita in Oppenrod, müssten aber auch immer dem abgebildeten Bedarf der Gemeinde an Betreuungsplätzen entsprechen. Oppenrod dürfe keine unterdimensionierte Kita erhalten. »Zukunfts- und bedarfsgerecht« müsse sie sein, schließlich bekomme die Gemeinde früher oder später Nachwuchs, blicke man auf geplante Wohnbauprojekte, die bei Vollendung neue Familien in die Gemeinde lockten. »Es wäre fatal, wenn wir eine Betreuungseinrichtung bauen, die unseren Bedarf erneut nicht abdeckt«, warnte der Bürgermeister die Ausschüsse.

Ein weiteres Problem ist die Stellensituation. 77 besetzte Stellen zählt die Gemeinde. »Eine Kita ist momentan nur kommissarisch besetzt, zwei weitere Leitungen scheiden in naher Zukunft altersbedingt aus«, setzt Ranft fort. Neues Personal zu bekommen, sei aber ein Problem. »Städte und reichere Kommunen« seien schlicht attraktiver für Bewerber. »Sie können uns die Mitarbeiter wegschnappen, weil sie eben besser bezahlen können«, begründet Ranft einen Faktor für die Misere. Zudem könne er neues Personal auch nicht besser bezahlen, als die bestehenden Betreuer. Alle Löhne anheben, das lässt wiederum die Finanzsituation nicht zu.

Generell liegen also Lösungsansätze für die Kita-Situation vor, die müssten nun politisch noch auf den Weg gebracht werden.

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