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Für soziale Gerechtigkeit

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Eine interaktive Ausstellung beleuchtete die Problemfelder in unserer Demokratie. Foto: Zylla © Zylla

Bei der Wanderausstellung »Dein Normal, mein Normal« im Großen-Busecker Kulturzentrum. ging es unter anderem darum, Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten zu schaffen.

Buseck (zye). Bewusstsein schaffen für soziale Ungerechtigkeiten - darum ging es unter anderem bei der Wanderausstellung »Dein Normal, mein Normal« im Großen-Busecker Kulturzentrum. Hier wurde verdeutlicht, wie Minderheiten unserer Gesellschaft ihren Alltag erleben und wie sich ihre Normalität von der eigenen unterscheiden kann.

Den Machern von »DabeiSein« in den Gießener Lahntälern war eine interaktive Präsentation ihrer Wanderausstellung extrem wichtig. Es sollte kein Tagungsformat werden, erläuterte Ida Schulz von »DabeiSein«. Stattdessen wurde etwa in einem Workshop greifbar gemacht, wie alleine die Herkunft einer Person ihren Stand in unserer Gesellschaft definieren kann. Doch wer sind diese Menschen eigentlich? Um das zu verstehen, bekamen die Teilnehmer Rollen zugewiesen. Etwa die einer zugewanderten Person aus einem afrikanischen Land. Wenn eine bestimmte Aussage auf sie zutraf, wie etwa, ob Zugang zu einer Krankenversicherung besteht, konnte der Workshop-Teilnehmer einen Schritt nach vorne machen.

Nach einer Reihe von Aussagen folgte Ernüchterung: Am Ende stand nur eine weiße männliche Person aus Mitteleuropa ganz weit vorne. Weit hinten standen die Teilnehmer, die etwa einen geflüchteten Menschen, Personen anderer Hautfarben oder mit Behinderung zugewiesen bekamen.

Nicht selten sollen genau diese Menschen eine ganz andere und vor allem ungerechtere Normalität erleben als hier geborene Menschen ohne ausländisches Aussehen oder Behinderung.

Anschließend konnte in einer Diskussionsrunde über die soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft gesprochen werden.

Dafür möchte »DabeiSein« ein Bewusstsein für Jung und Alt schaffen. Diese »Partnerschaft für Demokratie in den Gießener Lahntälern« ist ein Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Hineinversetzen in von unserer Gesellschaft benachteiligte Menschen, lautet eine der Herangehensweisen, genau wie ein offener Dialog ohne erhobenen Zeigefinger, beschrieb Ida Schulz.

Auf der Terrasse des Kulturzentrums konnten Gäste zusätzlich eine Führung durch die interaktive Ausstellung rund um die verschiedenen Problemfelder in unserer Demokratie erhalten. Hier ging es um die verschiedene Arten von Fremdenfeindlichkeit, gesellschaftliche Ausgrenzung, Vorurteile, Sexismus, Stigmatisierung, Homo- und/oder Transphobie, um nur ein paar aufzuzählen. Wie erleben betroffene Menschen das in ihrem Alltag? Wie gehen wir als Gesellschaft damit um? Was sind die Hintergründe? Wie zeigte sich all das in und um Gießen?

Deutungsversuche zeigten sich auf verschiedenen Tafeln, teilweise auch in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern. Auf einer Tafel zeigte sich da handschriftlich eine einfache, aber doch wahre Erkenntnis einer jungen Person: »Jeder Mensch hat rotes Blut. Wir alle sind gleich!« Doch die Erkenntnis dazu reiche nicht aus. Dazu gab es ein passendes Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: »Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun.« Und zu tun ist da noch einiges in unserer Gesellschaft, ist sich »DabeiSein« sicher.

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