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Historischer Krimi mit viel Zeitkolorit

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Alida Leimbach © Siglinde Wagner

Die Alten-Buseckerin Alida Leimbach liest im katholischen Pfarrsaal aus »Tod unterm Nierentisch«.

Buseck (sil). Alida Leimbach schickt in ihrem Krimi »Tod unterm Nierentisch« ihren Ermittler Johann Conradi im Jahr 1954 auf die Suche nach einem Mörder quer durch Osnabrück. Bei ihrer Lesung versetzt sie mit einer atmosphärisch dichten und detailgetreuen Schilderung die Zuhörerschaft zurück in die 50er Jahre. Auf der einen Seite WM-Euphorie und Aufbruchstimmung »man kann sich wieder etwas gönnen«, auf der anderen Seite sind die Auswirkungen des Krieges noch deutlich spürbar. Die Lesung fand nicht wie üblich - dicht gedrängt - in der katholisch-öffentlichen Bücherei statt, sondern Pandemie-bedingt im etwas größeren Pfarrsaal von »Sankt Marien«. Also dort, wo die seit 29 Jahren in Alten-Buseck lebende Schriftstellerin 2009 zwei Stockwerke tiefer in einem Kurs »Kreatives Schreiben« in der katholischen Familienbildungsstätte die Ermutigung und den Anstoß zu ihrer Autorenlaufbahn erhalten hatte. Leimbach, Jahrgang 1964, ist in Lüneburg geboren. Als Neunjährige kam sie nach Osnabrück.

Bei ihren Recherchen zu diesem historischen Krimi waren Bilderalben und Aufzeichnungen ihrer Eltern hilfreich. Ihr Großvater war in den 50er-Jahren Kriminalkommissar in Osnabrück. Vielleicht hat das ihr Interesse an der Verbrecherjagd - wenn auch nur auf dem Papier - geweckt?

Zum Buch: Einer, der das Wunder von Bern nicht mehr erlebt hat, ist Friseur Rolf Schmalstieg. Er wurde wenige Minuten vor dem Anpfiff zum ersten Spiel in seinem Salon erschossen. Dabei hat er sich extra wegen der Fußball-WM einen Fernseher angeschafft. Er lebt in einer sogenannten Onkel-Ehe mit Lieselotte. Deren Ehemann Otto galt als vermisst. Nun kehrte er völlig ausgemergelt aus russischer Gefangenschaft zurück. Seine Hoffnung, mit seiner Ehefrau und den Kindern wieder zusammenzuleben, wurde nicht erfüllt. Lieselotte, die inzwischen zwei weitere Kinder mit ihrem Lebensgefährten hat, möchte ihren neu gewonnen Wohlstand nicht aufgeben. Ein Mord aus Eifersucht lag also nahe. Doch so einfach, wie es auf den ersten Blick ausschaute, war der Mörder jedenfalls nicht zu ermitteln.

Nach 2010 und 2014 konnte Büchereileiterin Regina Knecht zum dritten Mal Alida Leimbach zu einer (mehrfach verschobenen) Lesung begrüßen. Beide zeigten sich hocherfreut, dass über 60 (meist weibliche) Gäste der Einladung gefolgt waren. Diese dankten mit herzlichem Applaus. Einige deckten sich gleich - war doch der Fall für sie noch lange nicht gelöst - mit dem Krimi ein und nutzten die Gelegenheit zum Signieren.

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