1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Buseck

Inmitten von Fischschwärmen

Erstellt:

gikrei_0111_haas_vb_0111_4c
Heike und Dirk Haas waren Anfang des Jahres auf Galapagos. Leguane sind dankbare Fotomotive. Sie rühren sich nicht vom Fleck. Foto: Haas © Haas

Buseck (sil). Erfreulich viele Besucher begleiteten den ehemaligen Bürgermeister Dirk Haas und seine Ehefrau Heike virtuell auf ihrer abenteuerlichen Route durch Ecuador. Die Foto-AG, in der Haas Mitglied ist, hatte zu der Bilderschau eingeladen.

Ecuador bezeichnet sich selbst als das Land der vier Welten: das Hochland der Anden, Sierra genannt, das Amazonasbecken als Oriente bezeichnet, die Pazifikküste Costa und die Galapagos-Inseln. Jede Region verfügt über ein eigenes Klima und über unterschiedlichste Tier- und Pflanzenwelten. Am spezifischsten ist dies auf den Galapagos-Inseln ausgeprägt, wofür dieser Archipel vulkanischen Ursprungs berühmt ist. »Der Wunsch, diese Inselgruppe mit ihren urzeitlichen Reptilien zu besuchen, war ausschlaggebend für diese Reise,« berichtete Haas.

Wie schon bei den vorherigen Fernreisen des Ehepaars handelte es sich um keine »Reise von der Stange«. Haas hat alles nach intensiven Recherchen selbst geplant. »Nach der Landung in der Hauptstadt Quito mussten wir uns langsam an die dünne Luft in den Anden gewöhnen. Am anstrengendsten war die Wanderung am schneebedeckten Vulkan Cotopaxi bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, begleitet von starken Stürmen mit Eiskristallen und Vulkanasche versetzt.«

Von knapp unter 5000 Höhenmeter ging es dann am Tag darauf in den Dschungel des Amazonas-Beckens auf etwa 260 Höhenmeter und 35 Grad bei einer unglaublichen Luftfeuchtigkeit. Der Kontrast hätte in jeder Hinsicht nicht stärker ausfallen können. Um für derartige Klimaunterschiede gewappnet zu sein, gestaltete sich schon das Kofferpacken als eine Herausforderung.

In dem extrem dünn besiedelten Urwaldgebiet leben noch immer indigene Familienverbände, die jeglichen Kontakt mit der Zivilisation ablehnen oder auf ein Minimum beschränken.

Vollkommen anders stellt sich die Situation in den vom spanischen Kolonialismus geprägten Städten dar. Prächtige Bauten dominieren etwa in Cuenca, dem Ort, in dem die Panamahüte hergestellt werden. Die bunten Märkte im Hochland sind durch Handwerkskunst und landwirtschaftliche Produkte, das Küstengebiet um Guayaquil durch die Bananenplantagen der großen amerikanischen Konzerne geprägt.

Schwindelfrei und ohne Höhenangst sollte man sein bei der Nutzung der legendären Seilrutschen über dem Canon des Flusses Pastaza oder beim Schaukeln über den Wolken. Galapagos war dann die Krönung. Die Tiere - ob an Land oder im Meer - haben keinerlei Scheu vor Menschen, da die Jagd seit Jahrzehnten verboten ist. »So konnten wir ganz nah von den ›Minidinos‹, den Meerechsen, den exotischen Landleguanen, Blaufußtölpeln und Fregattvögel und unterschiedlichen Spezies der Riesenschildkröten Aufnahmen machen. Toll war es, inmitten von bunten Fischschwärmen zu schnorcheln. Dabei kamen Meeresschildkröten, Riffhaie und Seelöwen bis auf wenige Zentimeter an uns heran«, schwärmte Haas. Um die Insel besuchen zu dürfen, zahlt man 120 Dollar Eintritt. Große Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht anlegen, nur Schiffe mit maximal 45 Personen.

Das nunmehr sechste Reisebuch mit den beeindruckenden Aufnahmen ist wiederum gegen eine Spende für »CLaSH Windhoek» - Kindertagesstätte für gehörlose Kinder in der Hauptstadt von Namibia - bei den Eheleuten Haas erhältlich.

Auch interessant