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Ordentlich PS unter der Haube

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Aufgereiht haben die Corvette-Besitzer ihre amerikanischen Sportwagen, die zahlreiche Blicke der begeisterten Fans auf sich ziehen. Foto: Zylla © Zylla

Das Corvette-Treffen lockte zahlreiche Fans der amerikanischen Sportwagen von Nah und Fern nach Beuern.

Buseck (zye). Zum dritten Mal fand gestern das Beuerner Corvette-Treffen statt. Von Nah und Fern reisten die Fans der amerikanischen Sportwagen aus dem Hause Chevrolet/General Motors an. Sogar eine Chevy C1 aus den 1950er Jahren war diesmal zur Freude aller Anwesenden am Start.

Es ist schon ein besonderer Tag im Jahr in Beuern, wenn der Geselligkeitsverein »Burschenschaft Edelweiß Beuern« (BEB) zu seinem Corvette-Treffen einlädt. Insbesondere in diesem Jahr war es vielleicht für den ein oder anderen Gast ein Trost, da bei den diesjährigen Golden Oldies viel weniger Oldtimer zu sehen waren, als man es vor der Pandemie gewohnt war. Die letzte Zusammenkunft der Corvette-Enthusiasten war wegen der Corona-Jahre zuletzt 2019 möglich. Der BEB sorgte natürlich auch diesmal wieder für die Verköstigung seiner Gäste. Als besonderes Highlight gab es abseits der Auto-Show noch einen Stand, wo man sich im Doppelaxtwurf und Tomahawkwerfen messen konnte. Ralph Seibert und seine Frau zeigten Interessierten dort, wie das funktioniert. Sie haben den Verein Doppelaxtwerfer in Steinbach gegründet, wo man zudem noch Bogenschießen lernen und praktizieren kann.

Auch diesmal reisten wieder zahlreiche stolze Besitzer, vor allem aus Hessen, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands mit ihren Sportwagen an. Sogar eine C1 mit Marburger Kennzeichen war zu finden. Dieses Schmuckstück, das mit bis zu 150 000 Euro gehandelt wird, zu erblicken, darauf hoffte nicht nur Initiator Werner Freytag. Klar, dass sich hier die meisten Menschen um diesen Klassiker versammelten und schmachtend hinterher schauten, als sich der Besitzer auf den Heimweg machte. Die C1 wurde in den 1950er bis in die 60er-Jahre produziert. »Zum ersten Mal haben wir hier eine vollkommene Reihe mit allen C-Modellen«, freute sich Freytag und deutete zufrieden auf die in Reihe geparkten Flitzer. Er selbst ist Besitzer einer C4.

Leidenschaft der ganzen Familie

Eine Familie aus Offenbach erzählte von ihrer Leidenschaft, die die gesamte Familie teilt. Sie brachten sogar das neueste Modell der C-Reihe mit, nämlich eine knallrote, glänzende C8 mit über 500PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 312 Stundenkilometern. Kurios für die Corvette-Liebhaber: Ihr Motor findet sich untypisch im mittleren Bereich des Chassis. »Sie ist die Erste mit Mittelmotor«, erläuterte die Besitzerin diese Besonderheit. Ihr Fahrzeug ist ein absolutes Novum für das Beuerner Corvette-Treffen, schließlich wurde die C8 erst 2020 produziert. Die Familie erzählte von ihrer Zuneigung zu den USA, der Faszination für den »American way of life« und ihren Reisen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Demnächst sei sogar eine Tour durch das Werk geplant, wo die Corvette hergestellt werden. Wer Besitzer einer C8 werden möchte: »Ab 90 000 Euro geht der Spaß los«, so die Familie und man müsse das Fahrzeug aus den USA importieren lassen. 15 Monate Wartezeit solle man da einplanen. Die Tochter der C8-Besitzer habe sogar ein Chevrolet Camaro in der heimischen Garage stehen. »Wir sind absolute General Motors und US-Cars Fans«, erklärte ihr Vater voller Überzeugung.

Auf einem der Nachbarparkplätze röhrte der fast schon makellos aussehende Motor einer blauen Corvette, Baujahr 1976. Die geöffnete Motorhaube ließ einen genaueren Blick zu. »Das sind alles Originalteile mit wenigen Ausnahmen«, erzählte Patrick, der das Auto aus erster Hand in den USA gekauft hat und daran selbst gerne schraubt.

Kein Auto für weite Reisen

»Ich habe sogar noch den Original Fahrzeugbrief aus den USA.« Eigentlich fahre er selbst nur noch selten Auto. Zum Spaß dann aber doch mal mit seiner Corvette, die gerade mal 66 000 Kilometer seit der Erstzulassung in den 70er-Jahren gefahren wurde. Für weite Reisen fehle dem Fahrzeug dann doch der Sitzkomfort.

Und eine Corvette mit Elektromotor, das wäre nichts für den Marburger: »Das fände ich schon etwas seltsam. So ein Motor hat schließlich so einen speziellen organischen Sound.« Darauf wolle er nicht verzichten und das sahen die meisten Corvette-Fans hier ganz genauso.

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Aus ganz Hessen reisten die Besitzer mit ihren Sportwagen nach Beuern. Foto: Zylla © Zylla

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