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Orgel in Oppenröder Kirche saniert

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Bernhard Buchstab, Anne Schneider, Elfriede Girnhard (Kollektenrechnerin), Thomas Wilhelm, Paul Constantin Diehl (Kirchenvorstand), Verena Jakobi, Matthias Haupt und Ilona Roth (v.l.) freuten sich über die Sanierung der Orgel in der Oppenröder Kirche. Foto: Böhm © Böhm

Die Innenrenovierung der Oppenröder Kirche ist abgeschlossen, nachdem nun auch die Orgel saniert worden ist. Dafür gab es Zuschüsse.

Buseck (vb). Auch wenn die Sanierung eigentlich abgeschlossen ist, werden die Fachleute der Licher Orgelbaufirma Förster & Nicolaus bei der Orgel in Oppenröder Kirche nochmal nachsteuern müssen. Als Thomas Wilhelm, Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, gestern zum Abschluss eines Pressetermins das Instrument zur Probe spielte, gab es hörbare Probleme, die aber schnell erkannt waren. Doch dies trübte nicht die Freude, dass nun die Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen ist. Für die Arbeiten an der Orgel erhielt die evangelische Kirchengemeinde Zuschüsse vom Landesamt für Denkmalpflege und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Pfarrerin Anne Schneider erinnerte an den »ganz langen Weg«, bis es zur Renovierung der Orgel von 1886 kam. Schon 2007 bei einer turnusmäßigen Reinigung sei das Thema aufgekommen. Doch dann mussten andere Aufgaben erledigt werden: Zunächst das Dach, dann war eine neue Heizung erforderlich und schließlich wurde 2017 der Innenraum der Kirche saniert. »Als krönender Abschluss« wurde zwischen März und Mai die Orgel renoviert.

Dies kostete rund 27 000 Euro. Zehn Prozent übernahm die Landeskirche. Je 2000 Euro zahlten das Landesamt für Denkmalpflege und die Sparkassen-Kulturstiftung. Den großen Rest musste die Kirchengemeinde aus Spenden und Rücklagen finanzieren.

Matthias Haupt, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung, verwies darauf, dass in dem gemeinsamen Programm mit dem Landesamt in 21 Jahren 156 Orgeln gefördert worden seien. Oppenrod ist in diesem Jahr die einzige im Landkreis Gießen. »Das ist ein Ausdruck der Wertschätzung für Ihre Arbeit und die Bedeutung der Orgel für das Gemeindeleben.« Es sei wichtig, dieses Kulturgut zur erhalten. Haupt übergab an Pfarrerin Schneider die Förderzusage der Stiftung und eine CD mit Aufnahmen hessischer Orgeln.

Dr. Verena Jakobi, Leiterin der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege beim Landesamt, betonte, dass die Orgel ein bedeutender Teil der Geschichte der Kirche sei. Dr. Bernhard Buchstab, Orgelsachverständiger und Konservator im Landesamt, lobte das »wunderschöne Kirchlein« mit der »klassischen Dorforgel« mit einem Manual und sieben Registern. Kollektenrechnerin Elfriede Girnhard erklärte, dass die Orgel früher hinter dem Altar stand und erst mit dem Anbau auf die Seitenempore verlegt wurde.

Ilona Roth, Vorstand der Sparkasse Gießen, freute sich, einen Beitrag zur Sanierung leisten zu können. Von einem »Schatz der Landeskirche« sprach Orgelsachverständiger Thomas Wilhelm, bevor er die anderen Teilnehmer des Pressetermins mit Variationen über ein Thema von Corelli von Johann Heinrich Christian Rinck erfreute.

Schneider bedankte sich bei Haupt und Buchstab mit dem Buch »Unsere Königinnen«, das alle Orgel im evangelischen Dekanat »Gießener Land« vorstellt.

Die restaurierte Orgel wird am kommenden Sonntag, 17. Juli, mit einem Konzert und einer Andacht gefeiert. Beginn ist um 18 Uhr. Es spielen Josua Velten an der Orgel und Paul Constantin Diehl an der Trompete.

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