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Schandfleck wird Schmuckstück

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Bürgermeister Michael Ranft, Eckhard Neumann (Vorsitzender Gemeindevertretung), Torsten Wewel (Garten- und Landschaftsarchitekt), Michael Thelen (Bauamtsleiter), Marisa Harrison (Reuter Spielplatzgeräte) Karlheinz Volk (Vorsitzender Behinderten- und Seniorenbeirat), Erich Hof (Ortsbeirat), Konny Steller-Nass und eine Bewohnerin des Nachbarhauses freuen sich über die Freigabe des Spielplatzes. Foto: Wagner © Wagner

Der Spielplatz in der Tulpenstraße in Buseck wurde jetzt seiner Bestimmung übergeben. Auf 1420 Quadratmetern können sich die Kinder jetzt nach Herzenslust austoben.

Buseck (sil). Schon seit Wochen haben sich Kinder am Bauzaun die Nasen platt gedrückt. Nun wurde der Spielplatz in der Tulpenstraße seiner Bestimmung übergeben.

Mit den Erdarbeiten war im Spätsommer begonnen worden, dann ging es mit dem Aufstellen der Geräte weiter. »Schon vor Weihnachten schien der Spielplatz augenscheinlich fertig. Im Winter konnte jedoch kein Rollrasen verlegt werden, und danach braucht dieser bei stärkerer Beanspruchung mindestens fünf Wochen zum Anwachsen«, erläuterte Bauamtsleiter Michael Thelen die Wartezeit.

Als erste Nutzer durften Kinder aus der benachbarten Kita »Traumland Panama« auf die Geräte. »Für die geplante Container-Kita in der Nelkenstraße wird es eine direkte Verbindung zu diesem wunderbaren Spielplatz geben«, erklärte Bürgermeister Michael Ranft.

An gleicher Stelle war schon einmal ein Spiel- und Grillplatz. Nach dem Abzug der Amerikaner vor 30 Jahren wurde er nicht mehr gepflegt. Verrostete Spielgeräte, illegal entsorgter Müll, Gestrüpp und Brennnesseln eroberten das Areal.

Bei einer der ersten Ortsbegehungen mit dem damaligen Bürgermeister Dirk Haas sagte Rudolf Buchtaleck vom Gemeindevorstand: »Hier könnte ein Spielplatz entstehen.« Die nächsten Spielplätze lagen weit entfernt. Der Schandfleck sollte weg. Das Problem waren die komplizierten Besitzverhältnisse. Die mussten geklärt werden, eine Herkulesaufgabe für Kerstin Brück von der Gemeindeverwaltung. Der Erwerb des Areals von 18 Eigentümern kostete Zeit und Nerven.

Der neue Spielplatz liegt auf einer leicht hügeligen Fläche von 1420 Quadratmetern und bietet eine Lokomotive im barrierefreien Sandspiel, eine Hangröhrenrutsche und Kletterseilpyramide. Holzstämme und Findlinge laden zum Balancieren ein, die Doppelreckstange zum Turnen. Es gibt verschiedene Schaukeln, die auch Kinder mit eingeschränkter Motorik nutzen können. Auf die inklusiven Chancen zur aktiven Teilnahme für Kinder, Eltern und Großeltern wurde in der Planung in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbeirat und dem Behinderten- und Seniorenbeirat (vertreten durch Karlheinz Volk und Konny Steller-Nass) großen Wert gelegt. »Spielplätze sind wichtige Sozialräume. Sie sind für alle Menschen da. Daher die befestigten Wege, keine Stufen und zahlreiche Sitzgelegenheiten«, sagte Steller-Nass. Torsten Wewel, Garten- und Landschaftsarchitekt aus Gießen, verwies auf die ökologische Aufwertung des Geländes durch die Anpflanzung von 19 Zierapfelbäumen und einem Kastanienbaum sowie 20 Fliedergehölzen und Kugel-Weiden. Die Schlussrechnung liegt noch nicht vor. »Aber wir sollten mit 270 000 Euro hinkommen«, meinte Thelen. Veranschlagt waren 295 000 Euro.

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