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Schmalspurbahnen im Kommen

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In seiner Hand hält Michael Schnellenkamp sein neuestes Modell, einen Wismarer Schienenbus, der auch liebevoll Schweineschnäuzchen genannt wird. Foto: Wagner © Wagner

Michael Schnellenkamp richtet an diesem Wochenende erstmals eine Modelleisenbahnausstellung ausschließlich in Meterspur 1:45 im Kulturzentrum in Großen-Buseck aus.

Buseck . (sil). Zurück mit neuem Format: An diesem Wochenende (3. und 4. September) wird Michael Schnellenkamp erstmals eine Modelleisenbahnausstellung ausschließlich in Meterspur 1:45 im Kulturzentrum in Großen-Buseck ausrichten.

In schwierigem Gelände, im Gebirge und in engen Häuserschluchten konnte man nur Eisenbahnen bauen, die klein, leicht und kurvengängig waren. »Gute Beispiele dafür sind die Rhätische Bahn in der Schweiz, der Rasende Roland auf Rügen, die Harzer Schmalspurbahnen und die Güterstraßenbahnen in Plettenberg, Altena und Iserlohn«, erklärt Schnellenkamp. »Eine Schmalspurbahn ist also eine Eisenbahn, bei der die Schienen enger beieinander liegen, die Loks und Wagen kleiner und leichter sind, die Züge langsamer fahren und alles irgendwie einfacher gehalten ist«, erläutert er weiter. Präsentiert werden Meterspurbahnen im Maßstab 1:45, also Spur 0m, und damit doppelt so groß wie H0.

Der renommierte Hersteller in der Spur 0 hat erst vor wenigen Jahren seine Liebe für die Schmalspur entdeckt, und hat MV8-Dieselloks, Straßenbahnen, Rollwagen und diverse weitere Produkte entwickelt. Gleichzeitig taten dies auch einige private Modellbahner mit 1:45-Modellen von Meterspurfahrzeugen. Jürgen Hans alias Jaffa hat seine Lasercutproduktion von Gebäuden und Zubehör weitgehend auf 0m-Wagen verlagert. Für viele Modellbahner, die schon lange mit dieser Baugröße geliebäugelt haben, wurde damit der Weg zu einem Einstieg geebnet. Zu den ersten »Busecker-Spur-Null-Tagen« hatte Schnellenkamp 2001 in die Harbig-Halle nach Alten-Buseck eingeladen. »Zuerst waren es nur ein paar Spur-Nuller, die sich einfach mal treffen wollten und schauen, was die anderen so treiben,« so der Initiator und Organisator. Doch es kamen von Jahr zu Jahr mehr Aussteller und Besucher. Deshalb wechselte man von 2004 bis 2007 in das lichtdurchflutete Kulturzentrum nach Großen-Buseck. Auch hier wurde es bald zu eng, sodass fortan bis 2015 die ehemalige Sammler- und Hobbywelt bei Alten-Buseck genutzt wurde. Und man glaubt es kaum, auch hier wurde die Ausstellungsfläche zu klein und die Parkplatznot immer größer.

Umzug

2016 erfolgte der Umzug in die Hessenhallen der Messe Gießen. Ein Event mit 100 Ausstellern in fünf Hallen zu wuppen, das bedeutete für Schnellenkamp und seine Ehefrau Sylvia eine wahre Herkulesaufgabe. Dem nun 67-Jährigen wurde es schlicht und einfach zu viel. Als dann Bernd Lenz Interesse an einer Weiterführung der Spur-Null-Tage zeigte, hat er 2019 sein »Baby« in dessen Hände abgegeben. Inzwischen wurde den Busecker-Spur-Null-Tagen noch eine Spur 1 hinzugefügt, die Ausstellung in den Messehallen nennt sich nun »Internationale Spur 0 +1 Tage«. Für die Schnellenkamps soll es mit einer kleinen, aber feinen Messe weitergehen. Wobei man bei den drei Sälen des Kulturzentrums wahrlich nicht von klein sprechen kann. Sogar auf der Bühne wird eine Anlage zu sehen sein.

Die Anlagenbetreiber werden mit Aufbauten zu unterschiedlichen Themen aufwarten: Es geht um Hafen-, Straßen- und Industriebahnen, die Inselbahn im Norden und die Rhätische Bahn im Süden sowie die Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund mit 15 x 15 Metern in L-Form. Die Modellbahnfreunde werden also voll auf ihre Kosten kommen.

»Es gibt zwar keine Auflagen vom Gesetzgeber, dennoch führt das Zusammenstecken der Nasen vor den schönen und interessanten Objekten zur Verbreitung des Virus«, sagt Schnellenkamp. Er bittet daher die Besucher - soweit möglich - um das Tragen einer Maske. Neben den Parkplätzen am Kulturzentrum kann die Parkfläche am nahen Baubetriebshof der Gemeinde genutzt werden. Die Ausstellung ist am heutigen Samstag von 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Hallenmiete wird gebeten.

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