1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Buseck

Sonnenland mit bis zu 3,2 Millionen Euro dabei

Erstellt:

gikrei_0207_sonne_vb_020_4c
Im Staufenberger Wald laufen die Arbeiten zur Errichtung der drei Windräder. Die Bürgerenergiegenossenschaft Sonnenland wird sich daran beteiligen. Foto: Kühn © Kühn

Beschlossene Sache: Die Bürgerenergiegenossenschaft Sonnenland, wird sich direkt am Windpark Staufenberg beteiligen.

Buseck (sil). »Wollen wir diesen großen Schritt machen?« Diese Frage stellte Uwe Kühn, Vorstandsmitglied der Bürgerenergiegenossenschaft Sonnenland, den Mitgliedern nach einer ausführlichen Information und Diskussion zum Thema Windpark Staufenberg. Dass das Votum bei der Generalversammlung im Kulturzentrum letztlich einstimmig ausfiel, war in Anbetracht vieler Fragen und auch kritischer Stimmen nicht zu erwarten. Beschlossen wurde, dass sich Sonnenland unter Einhaltung der vom Vorstand und Aufsichtsrat gesetzten Randbedingungen grundsätzlich direkt am Windpark Staufenberg beteiligen wird.

Drei Windräder werden überwiegend auf von Sturmschäden betroffenen Waldflächen der Stadt Staufenberg entstehen, so dass nur wenig wertvoller Baumbestand verloren geht. Die Projektentwicklung haben die »Macher« von Sonnenland seit sieben Jahren intensiv begleitet.

»Ein echter Bürgerwindpark«

Kühn begrüßte Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller (SPD), der quasi die Initialzündung zu diesem Großprojekt gegeben habe. Gefeller warb um Zustimmung: »Sie sind diejenigen, die aus dem Park das machen können, was er sein soll: Ein echter Bürgerwindpark. Wenn wir - als eine windstarke Region ausgewiesen - die Lasten zu tragen haben, dann sollen auch die Bürger den Ertrag erhalten.«

Die aktuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung geht von einem benötigten Eigenkapital von 6,5 bis sieben Millionen Euro aus. Vorausgesetzt, dass 50 Prozent des Eigenkapitals von den zehn benachbarten Kommunen der Energiegesellschaft Lumdatal aufgebracht werden, und die Stadtwerke Gießen auf eine Beteiligung verzichten, könnten 30 bis 50 Prozent durch Bürgerbeteiligungen abgedeckt werden.

Konkret geht es für »Sonnenland« um eine Beteiligungsspanne von zwei bis 3,2 Millionen Euro. Hinsichtlich der aktuellen Bilanzsumme von 3,9 Millionen Euro ist dies eine stattliche Summe. Dazu meinte Kühn: »Wir sind vielleicht mutig, aber nicht größenwahnsinnig.« Er zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Betrag über die Gewährung von Nachrangdarlehen der Sonnenland-Mitglieder abgedeckt wird. Falls nicht, sei dies kein Problem, da weitere Investoren aus der Region (darunter auch Banken und die Stadtwerke Marburg) eventuell ungedeckte Eigenkapitalanteile übernehmen wollten.

Die Ausgestaltung der Nachrangdarlehen ist mit einem zu erwartenden Zinssatz von drei Prozent sowie einer Bonus-Malus-Regelung geplant. Malus bedeutet eine Verzinsung, die bis null Prozent fallen kann, Bonus beschreibt einen nach oben offenen Zinssatz. Mindererlöse können eintreten bei geringeren Winderträgen als erwartet. Der Verkaufspreis der Energie ist aber durch den erlangten Ausschreibungstarif nach unten begrenzt. Die Aussicht auf Mehrerlöse durch höhere Winderträge und vor allem aber durch höhere Vermarktungspreise der erzeugten Energie oberhalb des Erneuerbare Energien-Tarifs an der Strombörse sind schon jetzt greifbar.

Wie geht es weiter? Die Modalitäten einer Bürgerbeteiligung sind noch nicht vollständig festgelegt. Die positive Empfehlung einer externen Wirtschaftsprüfung ist eine zwingende Voraussetzung zur Beteiligung von »Sonnenland«. Sie wird in Kürze erwartet. Eine Ausschreibung an die Mitglieder soll es Ende des dritten Quartals geben, zugleich eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt werden. Die drei Windräder sollen Ende August/Anfang September in Betrieb genommen und nach einem etwa viermonatigen Probelauf zum Jahreswechsel übergeben werden.

Auch interessant