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Spatenstich für den »Bürgerwald«

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Die erste Baumpflanzaktion für den »Bürgerwald« in Buseck war ein voller Erfolg. Mehrere Generationen wirkten hier zusammen für eine klimaresistente Aufforstung. © L. Hildebrand

Im Busecker Wald fand die erste Pflanzaktion statt. 800 Jungbäume wurden gesetzt.

Buseck (jbd) Unter dem Motto »Für jeden Einwohner einen Baum pflanzen« hatte die Gemeinde Buseck am Samstagvormittag zu einer Pflanzaktion in den Busecker Wald eingeladen. Unter der Koordination von Klimaschutzmanagerin Larissa Hildebrand in Zusammenarbeit mit Hessen-Forst war dies der erste Termin, wo die Spaten für einen »Bürgerwald« gesetzt wurden. Dem liegt ein Beschluss der Gemeindevertretung aus dem Dezember 2020 zugrunde, wonach Haushaltsmittel für die Pflanzung bereitstehen.

13 Personen mussten sogar auf die Warteliste gesetzt werden, da nur 35 Teilnehmer angenommen werden konnten, berichtete Larissa Hildebrand im Gespräch mit dem Anzeiger. Gekommen war eine bunt gemischte Gruppe aus Paaren, Familien mit Kindern und Großeltern mit ihren Enkeln, die dann bei schönstem Wetter 800 Jungbäume pflanzten.

Seit Mitte 2021 liefen die konkreten Planungen für die Pflanzung des »Bürgerwalds«. Auf einer etwa drei Hektar großen Freifläche sollen 13 000 Bäume gepflanzt werden; das entspricht der Einwohnerzahl Busecks. Hier standen früher Fichten, die in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre so stark geschwächt wurden, dass sie schließlich dem Borkenkäfer zum Opfer fielen. Am Samstag konnten innerhalb von zweieinhalb Stunden 0.4 Hektar davon neu bepflanzt werden und zwar mit überwiegend Weißtannen, Rotbuchen und Kirschbäumen. Für die geplante Mischkultur sollen sich dann noch Spitzahorn, Bergahorn und Flatterulme dazugesellen. Forst-Mitarbeiter hatten die Fläche vor der Pflanzung vorbereitet, indem sie sie gemulcht, Zäune und Gatter als Wildschutz aufgestellt und pinkfarbene Markierungen als Orientierungspunkte in Reihen aufgesprüht hatten. Die Bäumchen selbst wurden durch Eintauchen in Algen präpariert, um die Gefahr der Austrocknung ihrer Wurzeln in den nächsten Monaten zu verringern, falls es zu wenige Niederschläge geben sollte.

Mit dem Pflanzen allein ist es jedoch nicht getan. Damit die jungen Bäume nicht dem Reh- oder Muffelwild zum Opfer fallen, muss ein Wildschutzzaun aufgestellt werden. Wenn Wild die frischen Knospen abfrisst, wird dem Baum die Kraft für sein weiteres Höhenwachstum genommen. In den nächsten fünf Jahren erfordert die Fläche weiterhin viel Pflege, denn die nährstoffreichen Böden führen zu schnellem Wachstum von Gräsern, die gemäht werden müssen. Zudem müssen gezielt Bäume in der Kultur gefällt werden, um besonders starken und vitalen Bäumen Entfaltungsraum zu bieten.

Warum aber muss auf einer ehemaligen Fichtenfläche überhaupt nachgepflanzt werden? Ansonsten würden, wenn überhaupt, allenfalls wieder Fichten wachsen, und die wären den Herausforderungen der aktuellen Klimaentwicklung langfristig nicht gewachsen.

Im gesamten Revier Buseck gibt es derzeit etwa 50 bis 60 Hektar Freiflächen, die ebenfalls mit Fichten bewachsen waren. Diese sollen alle noch aufgeforstet werden. Dementsprechend wird es sicher weitere Aktionen in dieser Form geben, wo Busecker mithelfen können, »ihren« Wald aufzufrischen und zukunftsfähig zu machen.

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