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Suche nach Einsparmöglichkeiten bei Kunstrasenplatz

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Von: Emanuel Zylla

Buseck (zye). Eine Entscheidung zum Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan »Mittelsmühle« wurde im vergangenen Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss (BLUA) verschoben. Einem Änderungsantrag von CDU und Freien Wählern (FW) bezüglich einer Kostensteigerung für die geplante »Allwetterplatzsportfläche Beuern« wurde dafür zugestimmt. Den nun geänderte Beschlussantrag des Magistrats galt es hingegen nur zur Kenntnis zu nehmen.

Die Gesamtkosten für den knapp 12 000 Quadratmeter großen Kunstrasenplatz Beuern sollen, laut der Kostenschätzung der Biebertaler Planungsgesellschaft (BPG) vom 17. August, nun bei rund 1,85 Millionen Euro brutto liegen. Ursprünglich waren im Haushalt rund 900 000 Euro für das Projekt angedacht gewesen. »Die Kostensteigerung ist wohl der Zeit geschuldet«, so Ranft und meint damit die allgemeine Kostensteigerung für Energie- und Materialkosten. Er wolle sich um weitere Fördermöglichkeiten bemühen. 1,59 Millionen von der neuen Summe sind für den eigentlichen Kunstrasenplatz mit 50 Meter Laufbahn und einer Weitsprunganlage reserviert.

Aus Fehlern in Trohe lernen

Der Magistrat möchte aber eine nochmal rund 100 000 Euro teurere Variante für die Sportfläche. Die sieht »eine grundlegende Neuherstellung des Kunstrasenplatzes« vor. Hierbei soll »die vorhandene alte Tragschicht sowie das Material des Tennenplatzes (Ascheplatzes)«, komplett entsorgt werden, anstatt das vorhandene Material zu verwenden. Nachteil der Wiederverwertung wäre, dass sich »das Niveau des Platzes erhöhen« würde und damit der »Zugang auf den Platz jeweils mittels ein bis zwei Stufen erfolgen müsste«. Damit habe man in Trohe bereits schlechte Erfahrungen gemacht, heißt es in der Beschlussvorlage.

Alles neu zu machen, davon versprechen sich Planer und Gemeinde »eine dauerhaft sichere Funktionsfähigkeit« des Sportfeldes. Bewässert werden müsse der Kunstrasen übrigens nicht. Das sei nur bei besonders hohen Temperaturen der Fall, aber nicht das ganze Jahr über.

Markus Spitzner (Grüne) kritisierte zuvor, dass auch bei einem Kunstrasen bewässert werden müsse. »Wir sehen nur noch braune Wiesen, wollen aber einen Kunstrasen bauen und sogar fördern lassen. Auch Sportvereine haben eine Verantwortung gegenüber dem Klima und der Gemeinschaft«, kommentierte Spitzner. Das mit dem hohen Wasserverbrauch stimme aber nur bedingt, zumindest bei der aktuellen Generation von Kunstrasenplätzen, sagen die beauftragten Landschaftsarchitekten. Außerdem werde Kunstrasen benötigt, um im Winter trainieren zu können. Sie sehen keine ökologischen Verschlechterungen, auch weil eine alte Fläche umgebaut wird, statt eine weitere Natur-Fläche zu beanspruchen.

Moritz Mattern (CDU) berichtete aus dem Ortsbeirat Beuern. Hier sei der Kunstrasenplatz an sich gewünscht, allerdings würden die 1,85 Millionen »den Rahmen sprengen«. Der Ortsbeirat wünscht sich ein Forum, um über das Thema beraten zu können. Dem Änderungsantrag von CDU und FW stimmte der Ortsbeirat bei drei Enthaltungen zu.

Der Änderungsantrag lag auch dem BLUA vor. Hierin fordern die beiden Fraktionen etwa vom Planungsbüro nach Einsparmöglichkeiten zu schauen, um »die Gesamtkosten signifikant zu senken«. Eine Möglichkeit sei etwa, die Platzgröße zu reduzieren. Der Gemeindevorstand solle hingegen mögliche Förderanträge überprüfen. Gerne hätten CDU und FW auch eine »offen zugängliche Kinderspielfläche«. 50 000 Euro sollen dafür zusätzlich im Haushalt eingestellt werden. Diese Summe könnte sich aber noch mit Eigenleistungen der Vereine reduzieren lassen. Am 20. Oktober soll in der Gemeindevertretersitzung über das Gesamtvorhaben beraten und wenn möglich ein Beschluss gefasst werden. Dem Änderungsantrag wurde mit fünf Ja-, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen stattgegeben. Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan »Mittelsmühle« erfuhr im BLUA noch keine Abstimmung. Verschoben wurde auch die Abstimmung über einen zugehörigen Änderungsantrag der SPD. Beide Anträge sollen heute in der Gemeindevertretung erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.

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