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Wetterhahn wieder an seinem Platz

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Fröhliche Lieder sang der Kinderchor Pollys unter der Leitung von Gabriela Tasnadi. © Wagner

Buseck (sil). »Unser Kirchturm hat ein neues Dach … feiern Sie mit uns!« Dieser Einladung sind am Sonntag erfreulich viele Menschen aus Beuern und den Nachbarorten gefolgt.

Seit der Restaurierung des Kirchendaches sind schon zweieinhalb Jahre vergangen. Nun wurde das für Mai 2020 geplante Turmfest nachgeholt. Es begann mit einem Festgottesdienst, in dem Pfarrer Stefan Becker den Dank an alle Personen, die an der Sanierung beteiligt waren, in den Vordergrund stellte. Erst sei ein kleines Stück Schiefer abgefallen, Jahre später dann weitere, schließlich die Erkenntnis: »Ausbessern reicht nicht«, berichtete der Pfarrer. »Wir haben frühzeitig Schutznetze gespannt, niemandem ist etwas passiert.«

Sicherheitsnetz

Erst kürzlich musste wegen herabfallendem Deckenputz vorsorglich wieder ein Sicherheitsnetz gespannt werden. Trotz aller Widrigkeiten, wobei Pfarrer Becker hier auch Krieg und Klimaschutz ansprach, »wollen wir heute gemeinsam feiern und auf das sehen, was gut ist.«

»Das Turmkreuz steht schief, war die erste Meldung, die uns erreichte«, sagte Architekt Stefanie Muskau. Nach einem 32 Seiten umfassenden Gutachten (Gesamtkosten 395 000) war es ein weiter Weg vom Ausbessern der Holzkonstruktion über die altdeutsche Deckung mit Naturschiefer bis hin zum Aufsetzen des goldenen Wetterhahns.

Martin Otto, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, hob die gewaltige Spendenbereitschaft hervor. Hier sind stolze 22 700 Euro zusammengekommen. »Das beweist die große Verbundenheit zu unserer Kirche.« Die neue Dekanin des Dekanats Gießener Land, Barbara Lang, bekräftigte: »Der Blick in die gut besetzten Reihen zeigt mir, dass es mir um die Kirchengemeinde Beuern nicht bange sein muss.« Ortsvorsteher Jörg Lindenstruth buchstabierte Turmfest. Bei »T" wie Turm angelangt, erläuterte er: »Der hohe Turm war ein Statussymbol für die damals reiche Gemeinde.« Das während der Arbeiten aufgestellte Gerüst war 40 Meter hoch.

Musik

Zur musikalischen Umrahmung des Festgottesdienstes trugen der Kinder- und der Jugendchor »Pollys« unter der Leitung von Gabriela Tasnadi bei, die für einen solistischen Beitrag mit einer Klatsch-Choreografie Rebecca Horlacher mitgebracht hatte. Am E-Piano begleitete Karin Lindheimer.

Bei einer Fotoausstellung im Gemeindehaus präsentierten Volker Lindenstruth und Jörg Peters eindrucksvolle und interessante Aufnahmen. Im unteren Kirchturm lief ein Film zu »100 Jahre Uhr«. Das Besichtigungsangebot bis hoch zur Turmspitze wurde rege angenommen. Nach dem Mittagessen auf dem Hof vor dem Gemeindehaus füllte sich die Kirche erneut. Die Gäste konnten hier dem kräftigen Gesang des Männerchors »Polyhymnia Liederkranz« (Leitung Jens Kempgens) lauschen. Da die Leiterin des Chors »Sonare« (Bruderkette) wegen eines positiven Corona-Tests abgesagt hatte, musste dieser Chorbeitrag ausfallen. An allerlei Bewegungsspielen und Riesenseifenblasen konnten sich die Kinder erfreuen. Die Vereinsgemeinschaft unterstützte das Fest in vielerlei Hinsicht. Auch ein Kuchenbuffet lockte.

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Die Fotoausstellung wurde von Jörg Peters und Volker Lindenstruth (v.l.) bestückt und erläutert. © Wagner

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