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Zweitplatzierte beim Landesentscheid gar keine richtige Leseratte

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Alisa Vot überzeugte beim Landesentscheid des Vorlesewettbewerbs in Frankfurt. Foto: Wagner © Wagner

Alisa Vot, Schülerin der 6. Jahrgangsstufe der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal, holte beim Landesentscheid des 63. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels einen zweiten Platz.

Buseck/Reiskirchen (sil). Als eine von acht Teilnehmern beim Landesentscheid des 63. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels anzutreten, setzt eine tolle Leseleistung voraus. Alisa Vot hat es bis dahin geschafft. Der »Anzeiger« traf die Schülerin der 6. Jahrgangsstufe der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal auf dem Schulhof. Was war das für ein Gefühl? Hat sie vor lauter Aufregung in der Nacht davor schlafen können? »Das habe ich. Sogar gut«, sagt sie lächelnd. »Die Tage vorher war ich überhaupt nicht nervös.« Selbst auf der Bahnfahrt zum Landesentscheid in der Sparda-Bank Frankfurt blieb sie cool. Begleitet hat die Zwölfjährige ihre Mutter.

Lampenfieber

In der Reihenfolge der Leser kam sie zuletzt dran. »Beim Zuhören stellte sich dann doch noch Lampenfieber ein, das mit jedem Vortrag stieg«, berichtet Alisa.

Den ersten Platz hat Isabell Freund (Reinheim) gemacht. Sie kann am 21. Juni beim Bundesfinale in Berlin antreten. Eine weitere Rangfolge wurde nicht festgelegt. Somit gibt es sieben Zweitplatzierte. Das ist gut so, denn alle Teilnehmer hatten ja bereits in ihrer Klasse, danach in ihrer Schule und später auf regionaler und Bezirksebene ihre hervorragenden Lesefähigkeiten bewiesen. Wer nun glaubt, dass Alisa eine richtige Leseratte ist, der irrt. Sie liest zwar fast täglich nach den Hausaufgaben ein bisschen, doch danach warten viele andere Hobbys auf sie. Zu nennen sind da das Gardetraining in Burkhardsfelden und das Turnen in der TSG Alten-Buseck. Bis zur vierten Klasse hat sie Querflöte gespielt, nach dem Schulwechsel ist sie auf Schlagzeug (IGS-AG) umgestiegen.

Erst seit einem Jahr ist sie als Ausleiherin in der Bücherei ihres Heimatorts Reiskirchen registriert. Ihr aktuelles Lieblingsbuch »Diebe« von Will Gatti beschreibt den Überlebenskampf von Straßenkindern einer Großstadt. »Das war von Anfang an total spannend.« Ausleihen in der Bibliothek der Gesamtschule stehen meistens im Zusammenhang mit dem Unterrichtsstoff. Das lebendige Lesen, die gute Betonung hat sie sich angeeignet, indem sie ihrer Familie Gedichte vortrug. »Das ist schon länger her«, sagt sie. Die Frage nach einem Berufswunsch kann sie nicht beantworten. Das hat ja auch noch Zeit. Ihre Mutter sagte mal, vielleicht wäre Fernseh- oder Radiomoderatorin etwas für sie.

Strenge Kriterien

Neben Alisa Vot wurde Paula Lauth (Elisabethschule Marburg) zu den besten Vorleserinnen im Bezirk Gießen gekürt. Die beiden hatten sich mit ihren Lesekünsten gegen sieben weitere Teilnehmer aus den umliegenden Landkreisen für den Landesentscheid qualifiziert. Die Jurysitzung des Wettbewerbs für den Bezirk Gießen wurde von der Rickersche Gießen organisiert und in der Schulbibliothek der Clemens-Brentano-Europaschule ausgerichtet.

Die Jury, bestehend aus Ralph Kohlheyer (Die Lernkiste), Eva Salzmann (Stadt Gießen), Sascha Feuchert und Hannah Brahm (beide Literarisches Zentrum Gießen) sichtete und bewertete alle eingereichten Videos anhand strenger Kriterien.

Die beiden Gewinnerinnen überzeugten dabei in allen Kategorien: Neben der Lesetechnik wurde dabei vor allem die Interpretation des Textes, also das ausdrucksstarke, lebendige Vorlesen beurteilt. Auch die Textstellenauswahl spielte eine Rolle.

Als Sieger des Regionalentscheids sind beim Bezirksentscheid außer Alisa Vot und Paula Lauth noch angetreten Antonie Tirre (Brüder-Grimm-Schule Gießen), Jannis Unger (Johanneum-Gymnasium Herborn), Maria Tran (Freiherr-vom-Stein-Schule Wetzlar), Alena Herrmann (Jakob-Mankel-Schule Weilburg), Hannah Scholl (Mittelpunktschule Goldener Grund Selters), Valentin Felix (Adolph-Diesterweg-Schule Gladenbach Weidenhausen) und Anna-Marie Pridöhl (Gesamtschule des Vogelsbergkreises Mücke).

Bundesweit sind 472 347 Kinder an 6006 Schulen an den Start gegangen. In Hessen waren 486 Schulen mit 52 074 Kindern der sechsten Klassen dabei, dies entspricht einer Quote von 61 Prozent und bedeutet im bundesweiten Ranking den ersten Platz.

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