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Bühnenhilfe für Band vom Hörgeräteakustiker

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Yannik Achenbach (hinten) überzeugt die Band »Back 2 the 80s« von den Vorteilen des In-Ear-Monitorings (v.l.): Ralf Enzmann, Roger Haberditzl, Dennys Sawellion und Stefan Ackermann. Foto: Mattern © Mattern

Der Steinbacher Yannik Achenbach hat die Band »Back 2 the 80s« mit In-Ear-Monitoring ausgestattet. Die Musiker sind von dem recht unauffälligen Stöpsel begeistert.

Fernwald (mav). Es gibt ihn doch: Den kleinen Mann im Ohr, den der Liedermacher Ulrich Roski schon besungen hat. Er spricht, singt, flüstert und gibt Töne direkt ins Ohr und er hat einen Namen: In-Ear-Monitoring, kurz IEM. »Back 2 the 80s« sind begeistert von diesem recht unauffälligen Stöpsel, der aber das Leben von Musikern auf der Bühne erleichtert.

Eine schöne Geschichte verbirgt sich mit Blick auf die Band hinter diesem Techniksystem und dabei sind zunächst zwei Namen zu nennen: Dr. Dennys Sawellion und Yannik Achenbach. Dennys Sawellion ist nicht nur Gründer der neuen Formation »Back 2 the 80s« sondern auch Musiklehrer an der GGL (Gesamtschule Gleiberger Land). Die besuchte der Krofdorfer Yannik Achenbach. Der heute 30-jährige spielte dort auch in der Schülerband und arbeitet inzwischen als Hörgeräteakustiker in Wetzlar. Er wohnt in Steinbach, dort, wo sich die Band regelmäßig zum Proben trifft und baut seit zwei Jahren in seiner Werkstatt in Annerod nebenbei die IEMs.

Er hat sich bereits einen Namen gemacht und versorgt auch Künstler von internationaler Bekanntheit, wie Michael Schulte, Vierter beim Eurovision Song Contest 2018, mit dieser Technik. Die gibt es zwar schon länger, der junge Mann hat sie aber noch verfeinert und längst damit auch Künstler von weniger bekanntem Rang überzeugt. Erfolgreich unterwegs ist die vierköpfige Delegation gestandener Musiker, mit Dennys Sawellion (ehemals »Back to the 50s), Stefan Ackermann (Get Wet), Roger Haberditzl (Erna und die Berts) und Ralf Enzmann (Action Flash), die nichts anderes wollen, als gute Musik machen und dabei den Anspruch haben, immer besser zu werden, Spaß zu haben und mit ihrem Können gute Laune verbreiten.

Das gelang ihnen jüngst wieder auf dem »Oberhessischen Oktoberfest«, wie der Gallusmarkt in Grünberg gerne bezeichnet wird. Was macht nun die Begeisterung für das In-Ear-Monitoring aus?

Produzierten Ton direkt im Ohr

Es ersetzt zunächst mal die abgewinkelten Bühnenmonitore, die sogenannten Wedges, die am Bühnenrand stehen und vom Publikum abgewandt, nur auf die Musiker ausgerichtet sind, um die unabdingbare hörbare Eigenkontrolle zu ermöglichen. Diese funktioniert mit dem IES-System besser, da alle Töne, ob Gesang oder Instrumente, direkt über eine Sender-Empfängerkombination ins Ohr eines jeden Musiker gelangen. Die Methode ist weniger belastend, gesundheitsschonender, minimiert Rückkopplungen, erleichtert den Aufwand des Aufbaus und verkürzt den Soundcheck.

Yannik Achenbach macht passgenaue Arbeit. Zunächst gibt es mit einer Abformmasse aus Silikon einen Abdruck vom äußeren Innenohr. Der ist die Grundlage für die Positivform aus hartem Kunststoff, in dem spezielle Minilautsprecher untergebracht werden. Alles Handarbeit, versichert der Hörgeräteakustiker, der etwa acht Stunden für den Bau eines Sets benötigt.

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