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Die Neue heißt Laura Jäger

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Die Jugend- und Sozialkoordinatorin der Gemeinde Fernwald, Laura Jäger, hat den Ausschussmitgliedern ihre Ziele erläutert.

Fernwald (rrs). Laura Jäger, neue Jugend- und Sozialkoordinatorin der Gemeinde Fernwald, stellte sich nun offiziell dem Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur vor.

Die 29-jährige Pohlheimerin hat am 13. September ihre Tätigkeit als Nachfolgerin von Jürgen Kühr und dem auf Honorarbasis angestellten Patrick Thienelt aufgenommen. Aufgewachsen im kleinen Dorf-Güll, legte sie 2012 ihr Abitur an der Gesamtschule Gießen-Ost ab, studierte gleich anschließend in Gießen Deutsch und Spanisch für das Lehramt an Gymnasien mit Abschluss 2017 und beendete 2021 ihr Referendariat an der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar als ausgelernte Lehrerin.

Da ihr über den Tellerrand hinaus zu blicken schon immer wichtig gewesen sei und »Kindergarten, Schule, Ruhestand« ihr keinesfalls genügten, wechselte sie die Marschrichtung und startete in Fernwald als Jugend- und Sozialkoordinatorin so richtig durch.

Geprägt von ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Pohlheimer Kinder- und Jugendbüro will sie in Fernwald viel bewegen. In den ersten Wochen knüpfte sie Kontakte zu Schulen, Kindergärten, ortsansässigen Vereinen, aber auch zu anderen Jugendpflegern und Sozialarbeitern, zur Jugendförderung des Landkreises Gießen sowie zur Gemeinwesen Koordination um sich zu vernetzen.

Jugendzentren

Ihr vorrangiges Ziel sei es, die Jugendzentren in Steinbach und Albach wieder zu öffnen, wobei in Steinbach noch einige Renovierungen anstehen. Dabei sollen die Jugendräume von den Jugendlichen in Eigenregie verwaltet werden. Auch für Annerod stellte sie einen Jugendraum in Aussicht. Da sich in den Räumen vorwiegend über 18-Jährige träfen, stöbert Jäger nach Möglichkeiten Jugendliche ab 14 ins Boot zu holen. Gab es für Kinder im Herbst den »Waldritter«-Tag, versuchte sie, die Älteren mit einer Halloween-Party zu begeistern. Für die Zukunft plant sie Freizeitgruppen mit wöchentlichen Treffen und Projekte zwischen Jung und Alt anzubieten und als großes Ziel die Etablierung eines Jugendparlaments.

»Kinder und Jugendliche lagen mir schon immer am Herzen und in der Verzahnung von Jung und Alt sehe ich großes Potenzial in vielerlei Hinsicht. Hier kann jeder von jedem etwas lernen«, steht sie zu ihren Intentionen.

Eine spezielle Mädchengruppe will sie einrichten und auch eine Jungengruppe ist angedacht. Das Problem sei, wie man die Jugendlichen begeistert und zur Mitarbeit motiviert, wie man »cool rüberkommt«. Dazu geht Jäger in die Grundschulen, war aber auch schon in der Gesamtschule Gießen-Ost oder der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich und ist natürlich auch in den sozialen Netzwerken unterwegs. Auf Nachfrage nach Problemen von Peter Steil (FDP) bekräftigte Jäger ihre Vorliebe für den »kurzen Dienstweg« und beantwortete Stefan Beckers (FW) Frage nach dem Einbinden der Jugendlichen in die politische Arbeit. »Ich will Fernwald stärker mit den politischen und gesellschaftlichen Angeboten des Landkreises Gießen verzahnen«.

Als Gastrednerin forderte Ingrid Macht von der Jugendförderung des Landkreises Gießen: »Stellt die Jugend in den Fokus der Politik. Wir wollen die Jugendlichen außerhalb der schulischen Lernstrukturen fördern und sie motivieren, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und diese verantwortungsvoll nach ihren Wünschen und Bedürfnissen mitzugestalten.«

Beteiligung

Für die Beteiligung an kommunalen Aufgaben sei ein Jugendbeirat nur eine Möglichkeit, auch Jugendzentren oder Spielplätze dienten als Lernfeld für gelebte Demokratie und brächten der Politik die Sichtweisen und Perspektiven der jungen Menschen näher. »Jede Gemeinde sollte Jugendbeauftragte aus der Gemeindevertretung als Bindeglied zwischen den jungen Menschen und der Kommunalpolitik etablieren, die überparteilich Kontakt halten, die die Interessen der Jugendlichen kennen und vertreten«. Das müssten nicht immer junge Leute sein, auch jung gebliebene 70-Jährige könnten da viel bewegen.

»Jugend ist heute anders als vor Jahren, durch Ganztagsplätze schwinden die Freiräume, Kontakte finden vermehrt online statt. Hier ist die Gesellschaft gefordert, positive Lebensbedingungen zu schaffen«, bekräftigte Macht.

Mit attraktiven Angeboten könne man die jungen Menschen in den Gemeinden halten, denn bei Abwanderung würden später vor Ort die Fachkräfte und vor allem die Engagierten fehlen. Man müsse bedenken, dass 2030 jeder Vierte über 65 Jahre alt sein werde. Jedes kommunale Parlament sollte bei all seinen Entscheidungen auch an die Belange der jungen Menschen denken, so Macht.

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