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Die Wärme kommt aus der Erde

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Bürgermeister Manuel Rosenko (Mitte), der Erste. Beigeordneter Gerhard Pitz und Jochen Ahl (Imaxx) (v. r.) unterzeichnen den städtebaulichen Vertrag. © Graf

Die Gemeinde Fernwald und Investor, Imaxx haben den städtebaulischen Vertrag über die CO2-neutrale Wärmeversorgung durch geothermische Nutzung, des Baugebietes Jägesplatt unterzeichnet.

Fernwald (kag). Am Freitag wurde der städtebauliche Vertrag zwischen der Gemeinde Fernwald und dem Investor, der Imaxx-Projektentwickungsgesellschaft mbH, über die CO2-neutrale Wärmeversorgung durch geothermische Nutzung, also Erdwärmekörbe, des Baugebietes Jägersplatt unterzeichnet.

Zukunftsorientiert

30 Grundstücke mit Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften und ein Reihenhausgrundstück werden mit diesem Wärmekonzept, das wie eine Klimaanlage im Winter wärmt und im Sommer kühlt, versorgt. Sieben Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern werden durch die Fernwärme der Stadtwerke Gießen beliefert.

Jochen Ahl, Geschäftsführer der Imaxx, zeigte sich davon überzeugt, den Bauherren ein zukunftsorientiertes und CO2-neutrales Heizsystem zu bieten, das nicht mehr auf fossile Energieträger angewiesen ist. Dazu sagte er: »Gerade nach den jüngsten Geschehnissen der vergangenen Woche sind wir noch stärker getrieben, die Wärmeversorgung ohne Verbrennung von Rohstoffen zu gewährleisten. Die gute Zusammenarbeit, zwischen der Gemeinde Fernwald, den Stadtwerken Gießen und uns, führte zu einem Versorgungsmix mit einem niedrigen Primärenergiefaktor.«

Bei der Geothermie mit Erdwärmekörben wird die Wärme aus der Erde geholt, und mit Hilfe einer Wärmepumpe effektiv zur Energiegewinnung genutzt. Für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 160 Quadratmetern braucht man drei Maxi-Erdwärmekörbe, die etwa vier Meter tief in die Erde eingebaut und über PE-Leitungen mit der Wärmepumpe im Haus verbunden werden.

Von dort geht die Energie in das Heiz- und Warmwassersystem. Die Erdwärmekörbe werden mit etwa 1,20 Meter Erde abgedeckt. Darüber können Rasen, Blumen oder Gemüse wachsen. Entscheidend sei, dass die Hauseigentümer sich nie wieder Gedanken über Gas-, Öl- oder Pelletbestellungen zu machen brauche, weil die Erde die Energie kostenlos liefere, erklärte Ahl. Die Erdwärmekörbe mit dem entsprechenden Zubehör liefert die Firma BetaTherm Erdwärmesysteme aus Wangen im Allgäu.

Je Grundstück wird die entsprechende Anzahl der Erdwärmekörbe eingebaut und mit einer Übergabestation versehen, so dass der Bauherr über seine nachgeordnete Technik, die jedes heimische Unternehmen einbauen kann, selbst entscheidet. Der einfache Einbau und der geringe Platzbedarf, die lange Lebensdauer, die Eignung zum Kühlen sowie der Kostenvorteil und die gärtnerische Nutzung über der Anlage sind Vorteile des Systems.

Die Nachteile sind, dass über den Erdwärmekörben keine tief wurzelnden Bäume angepflanzt sowie kein Swimmingpool oder keine Bodenplatte für ein Gartenhäuschen errichtet werden können. Bürgermeister Manuel Rosenke zeigte sich zufrieden, dass die Gemeinde Fernwald der hohen Nachfrage nach Bauplätzen nachkommen und diese zumindest teilweise befriedigen könne. Die Vergabekriterien seien durch die Gemeindevertretung kürzlich auf den Weg gebracht worden.

Die Vergabe der Grundstücke soll nach den Vergabekriterien der Gemeinde Fernwald im zweiten Quartal 2022 erfolgen, so dass die Erschließungsarbeiten im dritten Quartal beginnen können. Die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten laufe bereits, erklärte Ahl. Im Frühjahr 2023 kann mit dem Bau der Eigenheime und Mehrfamilienhäuser begonnen werden.

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