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Dreifacher Hochruf markiert Fortschritt

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Nicolai Zinkler, Manuel Rosenke, Johanna Hennemuth, Rebecca Neuburger-Hees und Iris Damm (v.r.) lauschen dem Spruch von Berthold Spohr (auf dem Gerüst). © Schäfer

Fernwald (rrs). Durch Zuzug suchen in Annerod nach wie vor immer mehr Kleinkinder einen Betreuungsplatz. Zeit, den Bau einer weiteren Kita in Angriff zu nehmen. Die Planungen für eine neue Kita an der Großen-Busecker Straße im Neubaugebiet »Auf der Jägersplatt« in Annerod gehen zurück ins Jahr 2018.

Ursprünglich sollten Kindergarten und Discounter von einem Investor gemeinsam hochgezogen werden, aber dazu kam es nicht, weil ihm als Privat-Investor Fördergelder versagt blieben. Kurzerhand nahm die Kommune den Kita-Bau selbst in die Hand und beantragte die erforderlichen Fördergelder beim Landkreis Gießen sowie über das Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung beim zuständigen Regierungspräsidium (RP) in Kassel. Nachdem alles in trockenen Tüchern war, begannen die Bauarbeiten. Nun ist das Gebäude genau nach Zeitplan im Rohbau fertig und so feierte Bürgermeister Manuel Rosenke zusammen mit Architekt Nicolai Zinkler, Zimmermann-Meister Berthold Spohr und der zukünftigen Kita-Leiterin Johanna Hennemuth Richtfest. Vom vorgesehenen Betreiber, der Lebenshilfe Gießen, der den Vertrag zeitnah besiegeln wird, waren Rebecca Neuburger-Hees, Bereichsleitung Kitas/Familienzentrale, ihre Stellvertreterin Jennifer Seiler und Iris Damm, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende zum freudigen Anlass angereist.

»Die Fertigstellung ist für Mai 2023 geplant. Dann werden hier 74 Kinder einziehen. Es wird vier Gruppen geben; zwei altersübergreifende Gruppen mit jeweils 25 Kindern und zwei Krippengruppen mit je zwölf Kindern«, warf Rosenke einen Blick in die Zukunft und resümierte: »Die Brutto-Baukosten ohne die Innenausstattung belaufen sich auf rund 4,7 Millionen Euro. Unterstützt wird der Bau vom Land Hessen mit rund 1,2 Millionen Euro Fördergeldern, will heißen 300 000 Euro pro Gruppe. Eingeplant war eine Gesamtbauzeit von 18 Monaten, die wohl, wenn nichts dazwischenkommt, auch eingehalten wird«.

Zimmermann Spohr hob die ökologische Bauweise hervor. Außer der Betongrundplatte sei alles aus Holz, nichts wurde gemauert. Das Flachdach wird später begrünt, das sei schon wegen des überlasteten Kanalsystems vonnöten, denn die Pflanzen hielten das Wasser zurück und verbrauchten auch einen Teil davon. Das gesamte Gebäude ist hoch gedämmt, mit einer Solaranlage ausgestattet und wird mit Fernwärme geheizt. Außen wird es nur im unteren Bereich verputzt, oberhalb aber wird es ganz mit Holz verschalt. »Ein gesunder Luftwechsel ist jederzeit gewährleistet«, merkte Architekt Zinkler an.

Zum Abschluss trug der Zimmermann-Meister Spohr in luftiger Höhe, der Tradition folgend mit einem Stamper-Glas Schnaps in der Hand, einen umfangreichen Richtspruch über die goldene Kindheit vor und ließ am Ende mit einem dreifachen Hochruf das Glas tief unten auf dem Boden zerschellen.

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