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Eine Kirmes voller Zelte

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Die Band »High-Spirits« sorgte auf der Kirmes-Bühne für Stimmung. Foto: Schäfer © Schäfer

Der Alte Festplatz ist wegen des Schulneubaus eine große Baustelle, und so steigt die Kirmes nach zwei Jahren Zwangspause heuer mitten auf der grünen Wiese.

Fernwald (rrs). In Annerod ist gefühlt das ganze Dorf auf den Beinen und schlendert zielstrebig zum Bolzplatz »Im Erle« hinter der Feuerwehr. Der Alte Festplatz ist wegen des Schulneubaus eine große Baustelle, und so steigt die Kirmes nach zwei Jahren Zwangspause heuer mitten auf der grünen Wiese.

Das Gelände ist abgezäunt und der Kirmesplatz voll mit Leuten, Jung und Alt haben endlich wieder Spaß, feiern miteinander, stehen in Grüppchen herum für ein Schwätzchen oder lassen sich bei einem kühlen Bier Lauras ofenfrische, selbstgemachte Pizza munden.

Ein großes Festzelt sucht man hier vergebens, dafür gibt es viele kleinere, schnuckelige Zelte, eins von der Feuerwehr, eins vom Obst- und Gartenbauverein und eins von der Burschenschaft. Das hat handfeste Vorteile, denn die Miete für ein großes Zelt ist teuer, die kleinen Zelte dagegen gehören den Vereinen und werden von diesen auch noch in ehrenamtlicher Eigenleistung auf- und abgebaut. So wirkt der Festplatz fast wie ein orientalischer Basar.

Viele kleine Zelte, dazwischen eingestreut Stände für Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, ein Spielestand mit Pfeil- und Dosenwerfen und natürlich darf auch eine Schießbude nicht fehlen. Für die Kinder dreht sich ein kleines Karussell, die Teens haben gleich nebenan die Autoscooter mit Beschlag belegt und rammen sich fröhlich lachend gegenseitig bei fetziger Musik, während andere beim »Hau den Lukas« ihre Kräfte messen.

Von der mittig gelegenen kleinen Bühne tönt, nachdem die Tanzmädels aus Albach ihre peppige Vorführung beendet haben, die Livemusik der Band »High-Spirits« über den Platz und einige Leute wiegen sich vor der Bühne sachte im Takt oder schwingen das Tanzbein.

Überall sieht man strahlende, heitere Gesichter - die Stimmung ist ruhig, friedlich und gelöst, beste Voraussetzungen für eine lange laue Sommernacht. Besinnlich wurde es am Sonntagmorgen mit einem evangelischen Gottesdient unter freiem Himmel mit Alt-Dekan Rolf Klingmann, bevor sich Bürgermeister Manuel Rosenke beim Fassanstich beweisen musste und das auch noch während der Himmel seine Pforten für ungezählte Regentropfen öffnete. Doch der Wettergott hatte ein Einsehen, es blieb zwar trüb, aber der Regen hörte auf.

Zum sich anschließenden Frühschoppen spielte die Blaskapelle »Die Böhmische Sieben« auf und am frühen Nachmittag gehörte die Bühne dem absoluten Highlight des Tages, der Hip-Hop-Tanzgruppe. Mit Kaffee und Kuchen, gebacken von den Frauen des Förderkreises, leckerem Essen, den Fahrgeschäften für Kids sowie auch Eltern wurde dann der Kirmes-Familientag eingeläutet.

Altfußballer organisieren

In Annerod zeichnet der Fußball-Förderverein des SV 1945, bestehend aus zehn Altfußballern, für die Kirmes verantwortlich. »Wir haben 2014 ganz klein angefangen. Der Fußball-Förderverein freut sich immer, wenn er etwas für die Dorfgemeinschaft tun kann«, betont Benjamin Krause und schiebt lächelnd nach: »Ohne den Zusammenhalt im Dorf, die gute Zusammenarbeit der Vereine und die Unterstützung aller wäre so eine Kirmes nicht zu stemmen. Auch die Gemeinde hat ihren Teil beigetragen, indem sie die erforderlichen Stromleitungen zum Bolzplatz gelegt hat.« Dann weist er noch stolz auf die monatlich erscheinende »Stadionpost«, eine rund 16-seitige Zeitung, herausgegeben vom Förderverein, hin. »Da steht alles über den heimischen Sport drin, auch Veranstaltungen werden angekündigt. Bei uns steht die Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt. Es macht uns glücklich, diese zu unterstützen, wo wir können.«

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