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Erweiterungsbau kostet 9,8 Millionen Euro

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Dank guter Zusammenarbeit konnte der erste Spatenstich zum Erweiterungsbau der Grundschule Annerod nun erfolgen: Annette Nahl, Sonia Bradler (LMG Architekten), Christopher Lipp, Nils Ottinger, Martin Hanika, Manuel Rosenke und Anita Schneider (v.l.). © Zielinski

Der erste Spatenstich zu einem der größten Schulbauprojekte im Kreis ist getätigt: Die Grundschule Annerod soll nach der Fertigstellung ab Sommer2023 dann 300 Schülern Platz bieten

Fernwald (paz). Von der Planung bis zur Umsetzung war es ein weiter Weg, doch gestern wurde endlich der erste Spatenstich zu einem der größten Schulbauprojekte im Kreis getätigt: Dem 9,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau an der Grundschule Fernwald-Annerod. Aufgrund stetig steigender Schülerzahlen - aktuell sind es 116 Schüler, verteilt auf sieben Klassen - war ein erhöhter Raumbedarf entstanden. Aktuell werden die Schüler zum Teil in Containern unterrichtet.

9,8 Millionen Euro

Bereits im Dezember 2019 wurde die Baumaßnahme vom Kreistag beschlossen. Für den Neubau benötigte der Landkreis zwei Grundstücke auf dem ehemaligen Festplatz, die sich im Besitz der Gemeinde Fernwald befanden. Statt Geld zu zahlen, erklärte sich der Kreis bereit, Arbeiten, die dem Wert der Grundstücke entsprechen, zu erledigen. Dabei handelte es sich nach Auskunft von Projektleiter Nils Ottinger unter anderem um die Erschließungskosten der Grundstücke, den Abriss eines Wasser-Hochbehälters sowie öffentliche Parkplätze für den angrenzenden Sportplatz.

»Der erste Spatenstich ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein, sondern für die Schülerinnen und Schüler ein ganz besonderer Augenblick«, betonte Schuldezernent Christopher Lipp. Wenn alles nach Plan laufe, hoffe man nach den Sommerferien 2023 die neuen Räumlichkeiten nutzen zu können. Die bereits begonnenen Erd- und Rohbauarbeiten sollen bereits in diesem Herbst abgeschlossen sein. Auch die Kosten für die »pädagogisch anregende und kindgerecht gestaltete Schule« sollen nach Möglichkeit nicht überschritten werden. Fördermittel in Höhe von 2,1 Millionen Euro würden von Bund und Land zur Verfügung gestellt.

»Wenn die Gemeinde wächst, muss auch die Infrastruktur wachsen«, betonte Anita Schneider. Die Landrätin freute sich über die Entstehung eines »zukunftsfähigen Schulcampus, der den sich stetig steigenden Ansprüchen entspricht.« Sowohl Fernwalds Bürgermeister Manuel Rosenke als auch die kommissarische Schulleiterin Annette Nahl lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gießen.

Eigenprojekt

»Ich bin wahnsinnig glücklich über diesen wunderbaren Platz«, freute sie sich. »Es ist schön, dass die Schule sich in der Ortsmitte befindet, wo sie auch hingehört«, bestätigte der Vorsitzende des Schul- und Bauausschusses Martin Hanika.

Geplant wurde das Eigenprojekt des Landkreises Gießen von den LMG Architekten aus Kronberg (Taunus) in Zusammenarbeit mit Marcus Schmitt Architekten BDA aus Frankfurt/Main, für die Erd- und Rohbauarbeiten zeichnet die Firma Kropp Bau aus Großenlüder verantwortlich. Auf einer Fläche von 4360 Quadratmetern soll ein freistehender Erweiterungsbau mit zwei Vollgeschossen je 2895 Quadratmetern entstehen, der dem höchsten energetischem Standard entspricht.

Errichtet wird der Bau nach aktuellen ökologischen Standards als »Passivhaus-PLUS«. Hierzu gehören neben einer Photovoltaikanlage auch eine extensive Dach- sowie eine partielle Fassadenbegrünung mit nachhaltigen und ortstypischen Pflanzen. Zur Bewässerung soll das Regenwasser vom Dach genutzt werden.

Mit den Bestandsgebäuden soll der Bau einen großzügigen Campus mit zentral angeordnetem neu gestaltetem Schulhof inklusive Terrassenbereich bilden. Angedacht sind auch eine Bühne und ein Unterstand. Wert wurde darauf gelegt, möglichst wenig Fläche zu versiegeln sowie die vorhandenen Bäume zu erhalten.

Neben Klassen-, Differenzierungs- und Betreuungsräumen ist im Neubau Platz für Verwaltungsräume, eine Mensa mit Aufwärmküche, die auch für Veranstaltungen genutzt werden soll, sowie eine Bibliothek vorgesehen. Hinzu kommen sanitäre Einrichtungen sowie weitere kleinere Räume für Technik. In die Planungen eingeschlossen ist ebenfalls eine moderne Corona-konforme zentrale Lüftungsanlage, für die bereits eine Förderung des Bundes in Höhe von 500.000 Euro eingeworben werden konnte.

Neuester Stand

Die Ausstattung der acht modernen Klassenräume erfolgt nach den neuesten digitalen Anforderungen. So soll jeder Raum ein digitales Tafelsystem inklusive WLAN erhalten. Darüber hinaus wird das Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen. Der Bau erfolgt bei laufendem Schulbetrieb, was für die Schüler ein spannendes Erlebnis darstellt.

Nach Fertigstellen soll die Grundschule ab Sommer 2023 Platz für 300 Schüler bieten.

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