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Freie Wähler sauer auf Sparkasse

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Fernwald (red). In der Gemeindevertretung hatte Bürgermeister Manuel Rosenke mitgeteilt, dass die Sparkasse Gießen ihre Zusage für einen Servicepunkt auf der Jägersplatt zurückgezogen hat.

Dazu nahmen nun die Freien Wähler (FW) Fernwald Stellung. Die Zusage habe die Sparkasse gegeben, nachdem der Geldautomat im Ortskern abgebaut wurde. Der Servicepunkt sei für den Parkplatz des im Bau befindlichen Nahversorgers vorgesehen. Rosenke habe erklärt, die Sparkasse begründe ihren Rückzug mit den zahlreichen Automaten-Sprengungen im Kreis Gießen und sehe die Sicherheit der Anwohner gefährdet.

Diese Begründung der Sparkasse ist aus Sicht der Freien Wähler nicht haltbar. Die Sparkasse Gießen sei in öffentlicher Trägerschaft, zu dessen Aufgaben die Bargeldversorgung der Bevölkerung gehöre. »Dass Geldautomaten gesprengt werden, ist kein neues Problem. Das darf nicht dazu führen, dass die Sparkasse Gießen die Bargeldversorgung einstellt. Wir wissen, dass die Versicherungssummen für die Servicepunkte angestiegen sind. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Errichtung eines Geldautomaten im Anneröder Neubaugebiet schlichtweg zu teuer ist für die Sparkasse«, so Jörg Brück, Mitglied der Gemeindevertretung. Die Bilanz 2022 der Sparkasse sehe sehr gut aus, trotz Corona. »Das heißt, die finanziellen Mittel sind vorhanden.« Dass die Sparkasse in einem Servicepunkt ein Sicherheitsproblem für die Bevölkerung sieht, sei für die FW ein ebenso fadenscheiniges Argument. Wenn die Sparkasse hier eine Gefahr für die Anwohner sehe, solle sie ihr Sicherheitskonzept überdenken und alles unternehmen, um die vorhandenen Standorte sicher auszustatten. »Wenn die Gefahr so groß wäre, müssten doch alle Geldautomaten abgebaut werden«, ergänzt Ulrike Bell-Rieper, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Auf der Jägersplatt entstehe ein attraktives Wohngebiet und ein Marktplatz mit einem Nahversorger, einer Kindertagesstätte und einer Tagespflegeeinrichtung.

»Hier wird sich tagsüber das Leben abspielen. Dazu gehört auch eine wohnortnahe Bargeldversorgung«, argumentieren die FW.

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