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Gemeinschaftsunterkunft in Albach kommt

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Von: Sonja Schwaeppe

Das Konzept des Landkreises Gießen sieht vor,eine Unterkunft für 30 Geflüchtete in der Graudornstraße 10a (am Parkplatz des Sportplatzes Albach) einzurichten. ..

Fernwald (son). Die Zahl der geflüchteten Menschen im Landkreis Gießen nimmt seit 2022 spürbar zu. Dass diese Tatsache Auswirkungen auf alle Kreiskommunen und damit auch auf die Gemeinde Fernwald haben wird, machte Hans-Peter Stock, Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Landkreises Gießen, bei einer Bürgerversammlung der Gemeinde im Bürgerhaus Albach deutlich.

Auf Einladung von Bürgermeister Manuel Rosenke stellte Stock gemeinsam mit seinen Kollegen Norbert Flach und Nina Eckert vom Fachdienst Migration das Konzept des Landkreises vor, das auch eine Gemeinschaftsunterkunft für 30 Geflüchtete in Albach in der Graudornstraße 10a (am Parkplatz des Sportplatzes Albach) vorsieht.

Situation hat sich verschärft

»Die Situation hat sich seit Beginn des Ukraine-Krieges bereits verschärft und seit Juni/Juli diesen Jahres steigen auch die Zahlen Geflüchteter aus anderen Ländern wie Syrien, Afghanistan oder der Türkei wieder an«, sagte Stock. »Wir müssen daher mit einer Verdopplung der Zuweisungszahlen rechnen.«

Da die bisherigen Unterkünfte mit 94 Prozent schon nahezu ausgelastet seien und wöchentlich mit 50 bis 80 Ankommenden zu rechnen sei, werde der Landkreis wie im Jahr 2015 auf Gemeinschaftsunterkünfte in Holzmodulbauweise zurückgreifen, in denen je bis zu 30 Menschen untergebracht werden können.

Auch in Albach werde so eine Unterkunft errichtet. »Wir hatten die Ausschreibung auf den Weg gebracht und uns unter vielen Anbietern für diese Art der Unterkünfte entschieden«, sagte Stock.

Die Gebäude, die in wenigen Wochen aufgebaut und bezogen werden können, werden für zunächst zwei Jahre vom Landkreis angemietet. Die maximale Mietdauer ist auf fünf Jahre begrenzt. »Wir werden bis Ende des Jahres kreisweit so 300 Menschen unterbringen können«, der Kreisbeigeordnete. Bis zur Kalenderwoche 51, also kurz vor Weihnachten, sollen kreisweit alle Gebäude stehen.

Was die Zukunft bringe, wisse Stock auch nicht, sagte er auf Nachfrage aus dem Publikum, »aber wenn Putin die Energie- und Wärmeversorgung der Ukraine weiter so zerstört, rechne ich im Winter mit noch weiter steigenden Zahlen«.

Alleinreisende und Familien

Hessen nehme nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel, dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, 7,6 Prozent der in Deutschland angekommenen Geflüchteten auf. Der Landkreis Gießen trägt davon wiederum 5,5 Prozent. »Wir sind hier im Landkreis auch bisher gut damit gefahren, die Menschen von zentraler Stelle aus an die einzelnen Gemeinden zu verteilen«, sagte Stock. Eine Albacherin wollte wissen, mit »welchem Personenkreis« man in der Gemeinschaftsunterkunft rechnen müsse. »In den Unterkünften separieren wir nicht nach Nationalitäten oder Religionen«, sagte dazu Norbert Flach. Es kämen sowohl Alleinreisende als auch viele Familien an.

Es werde »gemischt« sein, so wie in der Gesellschaft heutzutage auch. »Wir müssen alle miteinander klar kommen, ob wir Christen sind oder Muslime.«

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