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Gerhard Pitz zum Ehrenvorsitzenden ernannt

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Die Vorstandsmitglieder Peter Holl, Sebastian Krieger und Christine Grage (v.l.) ehrten Gerhard Pitz. Foto: FW Fernwald © FW Fernwald

Nach 40 Jahren Vorstandsarbeit zieht sich Gerhard Pitz von der Position des Vorsitzenden der Freien Wähler Fernwald zurück. Die Vorstandsarbeit ist nach Satzungsänderung auf drei Schultern verteilt.

Fernwald (red). Zur Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Fernwald hatte ein letztes Mal der Vorsitzende Gerhard Pitz in die Gaststätte »Hessischer Hof« nach Steinbach eingeladen. Nach 40 Jahren Vorstandsarbeit will er sich aus dieser Position zurückziehen.

Erfolgreiche Ära

Eine besondere Würdigung seiner durchweg engagierten, ruhigen und fachkundigen Arbeit wurde Gerhard Pitz durch eine Rede seines langjährigen Weggefährten Bernhard Becker (Annerod) zuteil. »Eine Ära geht zu Ende. Und ich kann mit Fug und Recht sagen, das war eine erfolgreiche Ära«, so Bernhard Becker. Nach langem Applaus der zahlreichen Freien Wähler wurde Gerhard Pitz einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Dass Gerhard Pitz sich zurückziehen wollte, war kein Geheimnis. So hatte man genug Zeit, sich über eine neue Vorstandsstruktur Gedanken zu machen. Peter Holl (Annerod), Christine Grage (Steinbach) und Horst Rieper (Annerod) stellten das Vorstandskonzept vor und machten deutlich, dass dafür eine Satzungsänderung des Vereins nötig ist. Diese wurde einstimmig angenommen, so dass den Wahlen mit neuem Konzept nichts mehr im Wege stand.

Die Vorstandsarbeit wird zukünftig auf drei Schultern verteilt. Christine Grage wurde für den Posten »Vereinsmanagement« gewählt, Sebastian Krieger (Steinbach) wurde zum »Vorstand Finanzen« gewählt und Peter Holl zum »Vorstand politische Arbeit«. Das Amt des Schriftführers übernimmt Michael Guderian (Annerod). Beisitzer, die aus allen drei Ortschaften stammen, wurden Horst Rieper (Annerod), Hans-Peter Schön (Albach), Michael Krönung (Steinbach) und Ulrike Bell-Rieper (Annerod). Gerhard Pitz war über das Wahlergebnis sichtlich erfreut und sagte: »Ich bin in der Überzeugung, dass der Verein zukunftsfähig und modern aufgestellt ist.«

Stefan Becker (Fraktionsvorsitzender) berichtete aus den vergangenen zwei Jahren: »Wir blicken auf zwei erfolgreiche Jahre zurück, in der wir die Kommunalwahl und die Bürgermeisterwahl sehr zufriedenstellend durchlaufen haben.« Gleichwohl kritisiert er, dass es der Gemeinde bislang nicht gelungen ist, einen Klimaschutzmanager einzustellen. Den ersten Antrag dazu hatte die Fraktion der Freien Wähler bereits 2018 gestellt. Verwundert zeigte sich Becker darüber, dass die anderen Fraktionen vier Jahre später auf den Zug aufspringen und Druck machen. »Ich halte einen Klimaschutzmanager für unsere Gemeinde nach wie vor für notwendig. Auch der ehrenamtlich tätige Energiebeirat der Gemeinde wartet auf die hauptamtliche personelle Unterstützung«, so Stefan Becker.

Ein Ärgernis für die Bürger sei die Absage der Sparkasse Gießen für den zuvor zugesagten Geldautomaten im Anneröder Neubaugebiet. Die Sparkasse habe sich die mangelnde Wirtschaftlichkeit selbst zuzuschreiben, immerhin habe sie die Anneröder Kunden über Jahre hinweg verärgert. Zunächst die Schließung der Filiale, dann der Abbau des Geldautomaten in der Erlenstraße. Es sei seit der vorübergehenden Schließung der Sparkassen-Filiale in Steinbach nicht möglich gewesen, in der Gemeinde an Bargeld zu kommen.

Ein Trauerspiel sei das Verfahren rund um den Bau des Radwegs entlang der B 49 zwischen Gießen und Reiskirchen. Becker berichtete, dass auf die Gemeinde wegen neu zu erstellenden naturschutzfachlichen Gutachten erneut Planungskosten in Höhe von 30 000 bis 40 000 Euro zukommen. Diese wurden schon einmal erstellt, haben aber ihre Gültigkeit verloren. »Der Radweg ist seit zwölf bis 15 Jahren in Planung. Gekostet hat das die Gemeinde schon rund 100 000 Euro, ohne dass mit dem Bau überhaupt begonnen wurde«, kritisierte Becker.

In die nahe Zukunft geblickt, werden sich die Freien Wähler intensiv mit den Themen Straßenbeiträge und Windpark auseinandersetzen. Das sind beides Themen, die in der Gemeinde zu entscheiden sind. Fest steht für die Freien Wähler, dass in die Fernwälder Straßen zukünftig mehr investiert werden muss.

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