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»Herzlich Gut Pfad« in Fernwald

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Lara Weber (l.), Julia Beck (2.v.l.) und Antoinette Hofmann (r.) haben die neue Pfadfindergruppe in Fernwald aus der Taufe gehoben - den Aufbaustamm Uhu. Foto: Hofmann © Hofmann

In Fernwald ist ein neuer Pfadfinderstamm gegründet worden. Initiatorinnen sind Lara Weber, Julia Beck und Antoinette Hofmann. Letztere ist im Landkreis nicht nur als Hebamme bekannt.

Fernwald (vb/red). Wer in Kindheit und Jugend in einer Pfadfindergemeinschaft Spiel und Abenteuer in der Natur, Fahrten und Lager, Nächte mit Freunden am Lagerfeuer erlebte, hat seinen Platz in der Gesellschaft mitunter auch aufgrund dieser prägenden Erfahrungen gefunden. Da ist es nicht verwunderlich, wenn nach Ausbildung und Familiengründung der Wunsch Gestalt annimmt, diesen Schatz an Erfahrungen den eigenen Kindern und einer neuen Generation Pfadfinder im eigenen Wohnort zurückzugeben. In diesem Sinne ist in Fernwald ein neuer Pfadfinderstamm gegründet worden. Initiatorinnen sind Lara Weber, Julia Beck und Antoinette Hofmann. Letztere ist im Landkreis nicht nur als Hebamme bekannt. Sie war mehrere Jahre Vorstandsmitglied und Gruppenleiterin des Pfadfinderstammes Wikinger in Beuern. Eines ihrer großen Projekte war die Wiederansiedlung des Edelkrebses im Krebsbach.

Der Fernwalder Aufbaustamm Uhu ist seit Oktober aktiv und gehört dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder an. Wöchentlich finden Gruppenstunden statt, zu denen nach Angaben von Hofmann zwischen zehn und 20 Kinder und Jugendliche kommen. Ungefähr ein Dutzend ist regelmäßig dabei.

Als Hebamme kommt Antoinette Hofmann viel rum und es war bekannt, dass sie sich bei den Pfadfindern engagiert. »Ich bin immer wieder gefragt worden, ob ich nicht auch in Fernwald einen Stamm gründen könnte«, berichtete Hofmann im Gespräch mit dem Anzeiger. Sie habe lange überlegt und fand dann mit Lara Weber, einer Mutter aus Steinbach, die früher in Wetzlar bei den Pfadfindern aktiv war, eine Gleichgesinnte. Julia Beck aus Albach, eine weitere Mutter, hatte ebenfalls Interesse und das gab dann die Initialzündung. Über Mund-zu-Mund-Propaganda machte die Gründung in Fernwald schnell die Runde.

Und was passiert bei den Gruppenstunden? »Viele Aktivitäten finden in der Natur statt«, erklärte Hofmann. Es gibt Geländespiele, es wird gebastelt, gewandert und die Natur kennengelernt. Da sie Bienen hält, wird Imkerei betrieben. Tradition bei den Pfadfindern hat auch das gemeinsame Singen.

Die Wintersonnenwendfeier in Albach kurz vor Weihnachten war eine erste öffentliche Veranstaltung der »Uhus«. Auch Bürgermeister Manuel Rosenke war unter den Gästen.

Während der kleinen Feier konnte man Buttons drucken, Stockbrot backen, dazu Eintopf am Schwedenfeuer genießen oder sich in einer beleuchteten Laufrikscha der Stiftung Pfadfinden eine Runde durchs Dorf ziehen lassen.

»Pfadfinden können wir bei jedem Wetter«, ist die einhellige Ansicht der Uhu-Stammesführung. »Aber ohne finanzielle Förderung und ein geliehenes Zelt wären wir jetzt nicht so weit mit unseren Stammesangeboten.« Der Dank galt der in Frankfurt ansässigen Stiftung Pfadfinden, bei der sich Antoinette Hofmann seit 2018 ehrenamtlich im Vorstand engagiert.

Bauwagen als Stammesheim der »Uhus« gesucht

Der Stamm wird seine Aktivitäten wechselweise in allen drei Ortschaften durchführen. Stammessitz ist bis auf Weiteres das Sporthäuschen in Albach, das auch den Waldkindergarten beherbergt. Auf Dauer benötigen die »Uhus« ein Stammesheim. Deshalb würde man sich über Unterstützung auf der Suche nach einem Bauwagen freuen. Dieser könnte das erste größere Gruppenprojekt für die jugendlichen »Uhus« werden.

Im Februar findet ein erstes Blockhauslager im Vogelsberg statt. Das einwöchige Sommerlager folgt dann in der ersten Ferienwoche. Weitere Aktionen - auch die Beteiligung an den Ferienspielen - sind geplant. Alle Interessierten, auch frühere Pfadfinder, die als Betreuer mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen.

Das Mindestalter für die Jüngsten ist sechs Jahre. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kinder und vor allem Jugendliche aus allen umliegenden Ortschaften und Kommunen werden ebenfalls mit einem »Herzlich Gut Pfad« willkommen geheißen. Gruppenstunde ist jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr.

Weitere Infos bekommt man per E-Mail an uhupfadfinden. fernwald@gmx.de.

Die Stiftung Pfadfinden begeht im März ihr 25-jähriges Bestehen und unterstützt deutschlandweit Pfadfindergruppen im Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder finanziell. Alle Pfadfinderstämme im Raum Gießen haben bereits davon profitiert. Das Stiftungsvermögen ist auf über drei Millionen Euro angewachsen. Die Vorsitzende der Stiftung, Karin Dittrich-Brauner, lebt in Rechtenbach. (red)

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